Arno Breker, Romanichel (1940), Marmor, 90 x 68 x 60 cm; rechts: noch nicht identifizierte Plastik, Marmor, 86 x 57 x 52 cm. (Quelle: Gunter Lepkowski/Kunsthaus Dahlem)
Bild: Gunter Lepkowski/Kunsthaus Dahlem

Im Garten vergraben - Breker-Figur im Kunsthaus Dahlem gefunden

Bei Bauarbeiten im Garten des Kunsthauses Dahlem in Berlin ist eine Skulptur von Arno Breker gefunden worden, der einer der führenden Künstler in der NS-Zeit war. Eine zweite dort gefundene Arbeit werde derzeit noch zugeordnet, teilte das Kunsthaus am Dienstag mit.

Das Atelier, in dem das Kunsthaus Dahlem heute sitzt, war als Teil der von den Nazis geplanten Hauptstadt "Germania" für Breker (1900-1991) gebaut worden, der aber nur kurze Zeit dort arbeitete.

Die beiden Marmorplastiken wurden im August gefunden, als im Garten des Kunsthauses das Fundament für einen neuen Weg ausgeschachtet wurde. Offenbar waren sie vergraben worden.

Figur durch Fotografien identifiziert

Eine 90 Zentimeter hohe Skulptur konnte durch Mitarbeiterinnen des Kunsthauses Dahlem anhand historischer Fotografien als Brekers verschollenes Werk "Romanichel" aus dem Jahr 1940 identifiziert werden. Eine leichte Beschädigung an dem Porträt-Kopf bestand nach den Angaben vermutlich bereits zum Zeitpunkt der Vergrabung.

Bei der ähnlich gestalteten zweiten Figur handelt es sich ebenfalls um einen überlebensgroßen Kopf aus weißem Marmor. Beide Plastiken sollen jetzt bis zum 15. Januar im Kunsthaus Dahlem präsentiert werden.

Nachdem die Nazis Brekers Arbeiten zunächst skeptisch eingeschätzt hatten, wurde er gegen Kriegsende von Hitler und Goebbels auf der Liste "Unersetzlicher Künstler" geführt.

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1 Kommentar

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  1. 1.

    Arbeiten im Breker stil von seinen zeitg9finden sich reichlich im Berliner Stadtbild. Z.B. in der nach dem Nazi gegner Otto Franke benannten Straße in Adlershof. Am Haus Nr 25 verkündet eine Tafel , dass dieser Genossenschaftsbau 1937 errichtet wurde. Offenbar kurz nach Mussolinis Besuch bei Hitler, denn den Fassadenschmuck bilden 2 Männerfiguren im Breker Stil, die die Rutenbündel in den Händen halten, die dem Faschismus seinen Namen gaben. Es wäre schon wissenswert, wie die 45 Jahre Antifaschismus in der DDR überstanden haben. Vielleicht wäre eine Erklärtafel angebracht, denn den Anwohnern sagt das Symbol nichts.

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