Archivbild: Friederike Seyfried zeigt den JournalistInnen Beschädigungen an ägyptischen Ausstellungsstücken im Neuen Museum auf der Museumsinsel, Berlin Mitte. (Quelle: dpa/M. Schreiber)
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63 Kunstwerke beschädigt - Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Generaldirektor der Staatlichen Museen

Nach der Beschädigung von 63 Ausstellungsstücken gibt es heftige Kritik an den Sicherheitsstandards auf der Berliner Museumsinsel. Nun soll auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Generaldirektor der Staatlichen Museen vorliegen.

Gegen den Generaldirektor der Staatlichen Museen Berlin, Michael Eissenhauer, soll eine Dienstaufsichtsbeschwerde vorliegen. Dies hat der rbb aus gut unterrichteten Kreisen erfahren. Die Beschwerde erfolgte nach der Beschädigung mehrerer Kunstwerke.

21.06.2018, Berlin: Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Unbekannte hatten am 3. Oktober 63 Skulpturen und Bilder in verschiedenen Museen mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt. Die Öffentlichkeit hat dies erst zwei Wochen später erfahren. Seither gibt es massive Kritik an den Sicherheitsstandards der Staatlichen Museen. Das Aufsichtspersonal hat nichts bemerkt, auch die Kameras haben nichts Verwertbares aufgezeichnet.

Kritik bereits bei Diebstahl von Goldmünze

Die jetzigen Schäden waren demnach am 3. Oktober noch während der Öffnungszeiten von einer Museumsmitarbeiterin entdeckt worden. Die mehr als zweiwöchige Geheimhaltung der Tat begründeten Polizei und Museumsleitung mit ermittlungstaktischen Gründen. So habe erst das gesamte Ausmaß des Schadens ermittelt und Leihgeber einzelner Exponate unterrichtet werden müssen.

Bereits beim Diebstahl der Goldmünze Maple Leaf wurden die Sicherheitsmaßnahmen des Museums kritisiert. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Stellung zu dem Vorgang nehmen.

Sendung: Inforadio, 23.10.2020, 16:00 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Ich war vorigen Sonntag im Pergamonmuseum.
    Am liebsten wäre ich nach 10min wieder gegangen, wenn mich der Eintrittpteis nicht gereut hätte.
    Permanent hatte man einen Museumswärter an der Hacke, der einen darauf hinwies das die Maske gleich unter die Nasenspitze rutscht oder das man nicht einfach zwei Meter gegen die vorgeschriebene Laufrichtung gehen darf, um sich noch mal umzusehen.
    Die Wärter, mit ihren neu erhaltenen Kompetenzen haben also alle Hände voll zu tun um den zahlenden Besuchern auf die Nerven zu gehen und können deswegen nicht auch noch auf die Exponate aufpassen.
    Das ist klar!

  2. 3.

    Es gibt nichts schlimmeres als fremde Kulturschätze zu zerstören. Sie müssen besonders geschützt werden, um sie weiteren Generationen zu geben.
    Es ist nur der falsche Ort sie auszustellen.
    Eigentlich gehören sie nach Kairo.
    Aber passt gut Darauf auf, dass nicht noch mehr passiert!

  3. 2.

    Auch wenn ich mich hiermit wiederhole: Wer es nur geschickt genug anstellt, gegen den ist kein Kraut gewachsen. Die Angelegenheit ist gewiss furchtbar und ein gravierender Angriff auf die Kunst, doch ggf. massiv hochgefahrene Sicherheitsmaßnahmen hätten einen Preis, der m. E. die Offenheit gegenüber der Kunst beeinträchtigen würde.

    Wasch meinen Pelz, aber mach mich nicht nass, wird nicht funktionieren.

    Was Not tut, ist, die Augen offen zu halten - ungeschärft. Und, was die Sicherheit nachts angeht, Lücken in der Alarmanlage bspw. unverzüglich abzustellen, was ja beim Goldmünzenraub eben nicht der Fall war. Da ist die Lücke angesichts offenbar unklarer Kompetenzen verschlafen worden.

  4. 1.

    Frau Prof.Grütters kritisierte gleich nach Bekanntwerden die Sicherheitsvorkehrungen. Als langjährige Vorsitzende des Stiftungsrat hatte sie alle Möglichkeiten diesen Mangel abstellen zu lassen.

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