Archivbild: Die Produzentin Anika Decker und der Schauspieler Til Schweiger erhalten für den Film "Keinohrhasen" den "Publikumspreis" bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises am 16.01.2009. (Quelle: dpa/Tobias Hase)
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Entscheidung im Berliner Landgericht - Drehbuchautorin erhält Zugang zu "Keinohrhasen"-Erträgen

Die Drehbuchautorin Anika Decker darf Einblick nehmen in die Einnahmen von Til Schweigers Kinohits "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken". Das Landgericht Berlin gab in erster Instanz ihrem Auskunftsbegehren im Hinblick auf die Verwertungserträge dieser Filme statt, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

Damit müssen die Produktionsfirma und Rechteinhaberin der Filme sowie ein Film- und Medienkonzern die Zahlen offenlegen. Zum Verkündungstermin mussten die Parteien nicht erscheinen.

Wurde der "Fairnessparagraf" verletzt?

Es geht bei der sogenannten Stufenklage zunächst um die Offenlegung der Einnahmen der Produktionsfirma Barefoot Films und des Verleihs Warner Bros. durch die verschiedenen Auswertungsbereiche - also etwa DVD, Pay-TV und Streamingdienste. Im nächsten Schritt könnte es um die Frage der angemessenen Vergütung gehen.

"Keinohrhasen" war 2008 der erfolgreichste deutsche Film im Kino. Auch "Zweiohrküken" lockte Millionen Besucher. Hintergrund der Klage ist der "Fairnessparagraf" im Urheberrecht. Er sieht eine Nachvergütung vor, wenn die ursprünglich vereinbarte Honorierung und die später erzielten Erträge in auffälligem Missverhältnis stehen.

Die Zivilkammer 15 des Landgerichts begründete die Entscheidung einer Mitteilung zufolge damit, dass wegen des überdurchschnittlichen Erfolgs der beiden Filme Anhaltspunkte für einen möglichen Anspruch der Klägerin auf weitere Beteiligung bestünden. Dabei könne es offenbleiben, ob die Klägerin Alleinautorin der Drehbücher oder lediglich Mitautorin sei.

Sendung: Fritz, 27.10.2020, 15 Uhr

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