Visualisierung des Entwurfs für einen Umbau und eine Erweiterung für die Komische Oper Berlin vom Architekturbüro kadawittfeldarchitektur aus Aachen. Blick Glinka-/Behrenstraße. (Quelle: Komische Oper Berlin/kadawittfeldarchitektur)
Komische Oper Berlin/kadawittfeldarchitektur
Inforadio | 27.10.2020 | Kirsten Buchmann | Bild: Komische Oper Berlin/kadawittfeldarchitektur

Architekturwettbewerb in Berlin entschieden - Komische Oper soll große Glasfassade bekommen

Der Architekturwettbewerb für einen Umbau und eine Erweiterung der Komischen Oper in Berlin ist entschieden. Das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur aus Aachen habe sich in einem Wettbewerb um den Bau von Probebühnen, Büros und Technikräumen unter 63 Entwürfen durchgesetzt, teilte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Dienstag mit.

Die Aufgabe, einen funktionalen und zugleich repräsentativen Ort am Boulevard Unter den Linden zu schaffen, habe der Entwurf für das mehrgeschossige Gebäude mit einer großen Glasfassade hervorragend gelöst, sagte Lüscher. Die Jury unter Vorsitz des Stuttgarter Architekten Stefan Benisch lobte den Entwurf als "funktional überzeugend", anregend und von hoher Sinnlichkeit.

Café und Tageskasse im Neubau

Das Projekt verbinde den Zuschauerraum des einstigen Metropol-Theaters und die Nachkriegsarchitektur der Komischen Oper und mache es zu einem Ort für die Oper des 21. Jahrhunderts, sagte Intendant Barrie Kosky. Sehr gelungen finde er Funktionalität und die vorgesehenen Terrassen an der Ecke Unter den Linden/Glinkastraße. Der Australier ist bis zum Sommer 2021 noch Intendant und bleibt danach dem Opernhaus als Hausregisseur und Berater verbunden.

Im Neubau werden auch ein Café, Gastronomie, die Tageskasse sowie der Eingang zur Bühne untergebracht.

Visualisierung des Entwurfs für einen Umbau und eine Erweiterung für die Komische Oper Berlin vom Architekturbüro kadawittfeldarchitektur aus Aachen. Blick von Unter den Linden. (Quelle: Komische Oper Berlin/kadawittfeldarchitektur)Visualisierung des Entwurfs für einen Umbau und eine Erweiterung der Komischen Oper Berlin. Blick von Unter den Linden.
Die Komische Oper Berlin am 23.05.2019. (Quelle: imago images/Schoening)
Blick auf die Komische Oper von der Behrenstraße in Richtung Glinkastraße. | Bild: imago images/Schoening

Ohne Bauplan kein Eröffnungstermin

Das auf 227 Millionen Euro veranschlagte Projekt soll 2023 mit ersten Bestandsuntersuchungen beginnen. Erst wenn die Bauplanung vorliege, könne auch ein Termin für die Neueröffnung festgelegt werden, sagte Lüscher. Während der Bauzeit soll das Ensemble der Komischen Oper in das Schiller-Theater ziehen und auch an anderen Orten der Stadt spielen.

Der denkmalgeschützte Saal der Komischen Oper muss dringend saniert werden. Der bauliche und technische Zustand entspreche nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemäßen Kulturbetrieb, hieß es in der Ausschreibung. Neben der Erneuerung der Bühnentechnik ist dort unter anderem auch eine Klimaanlage notwendig.

Die Pläne zur Sanierung hatten sich verschoben, da es einen Rechtstreit um die Besitzverhältnisse eines bislang unbebauten Platzes an der Ecke Unter den Linden und Glinkastraße gab.

Sendung: Inforadio, 27.10.2020, 15 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Der Bau sieht aus wie übereinandergestaptelte Kästen. Schade, dass der Prachtboulevard Unter den Linden derartig abgewertet wird. Derartige Architekten sollten nicht in einer verantwortlichen Jury sitzen - vielmehr sollten die Bürger bei solchen Vorhaben entscheiden.

  2. 6.

    Die nächste Shoppingmall für Berlin und das auch noch Unter den Linden. Ach so... eine Oper soll das sein? -Ironie aus

  3. 5.

    Senatsbaudirektoren Lüscher zeichnet verantwortlich?

  4. 4.

    Der schlechte Geschmack des Senats ist (zu) teuer, wie immer. Ich denke es gibt im Moment wichtigere Probleme, für die Geld benötigt wird. Aber Berlin hat sich selten an der Realität orientiert, die anderen Bundesländer zahlen ja (noch).

  5. 3.

    Glaskugelbefragung beginnt in... 3,2,1... Der Umbau wird teurer als erwartet. Mangelnde Planung, höhere Baukosten, steigende Materialkosten usw. waren nicht kalkulierbar so das dieses Bauprojekt teurer wird.
    Auch der ursprünglich geplante Eröffnungstermin am XYZ verschiebt sich um mindestens zwei Jahre auf XYZ.

  6. 2.

    Toll das hier wieder Milliarden aus den Fenster geschmissen werden, Corona kostet schon genug, es ist kein Geld für solche Projekte, daß sollte jedem klar sein.

  7. 1.

    Solange die Schulen in einem solch makabren Zustand sind, sollte man über Opern-Schickimicki nicht nachdenken.

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