Julia von Heinz am 10. September 2020 beim 77. Filmfestival von Venedig. (Quelle: dpa)
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"Und morgen die ganze Welt" - Berliner Regisseurin geht für Deutschland ins Oscar-Rennen

Der neue Film der Berlinerin Julia von Heinz ist der deutsche Bewerber um den Auslands-Oscar. "Und morgen die ganze Welt" erzählt von einer jungen Frau, die sich der Antifa anschließt. Es sei ein hochpolitischer Film, mit "großer emotionaler Wucht", so die Jury.

Das Politdrama "Und morgen die ganze Welt" der gebürtigen Berlinerin Julia von Heinz geht für Deutschland in das Rennen um die sogenannten Auslands-Oscars. "Ein sehr persönlicher Film mit großer, emotionaler Wucht", befand die Jury am Mittwoch in München. Sie hatte das Drama unter zehn Bewerbern im Auftrag von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, ausgewählt.

"Und morgen die ganze Welt" ist der deutsche Beitrag für die Oscars in der Kategorie "International Feature Film", des besten internationalen Spielfilms. Der Film startet am 29. Oktober in den deutschen Kinos.

Hauptdarstellerin in Venedig ausgezeichnet

Mala Emde spielt in dem autobiografisch inspirierten Film die Studentin Luisa, die sich neben dem Jurastudium immer stärker in linken und antifastischen Kreisen engagiert. Sie will sich gegen rechte Populisten und Nazis zur Wehr setzen. Gleich bei ihrer ersten größeren, politischen Aktion kommt es zu Gewalt.

Der hochpolitische Film feierte seine internationale Premiere beim Internationalen Filmfestival von Venedig. Hauptdarstellerin Emde wurde dabei als beste Darstellerin geehrt.

In einer Zeit, in der die Demokratie zunehmend unter Druck komme, gehe die Regisseurin der Frage nach, ob Gewalt gerechtfertigt oder überhaupt notwendig sei, begründete die Jury ihre Entscheidung. "Und morgen die ganze Welt" konfrontiere das Publikum mit Konflikten und Entscheidungsprozessen, denen sich niemand entziehen könne.

Auch zwei Berlin-Filme hatten sich beworben

Die Oscar-Verleihung soll am 25. April stattfinden. Vor diesem Termin verkündet die Oscar Academy, welche fünf internationalen Produktionen sie ins Rennen schickt. Ob der deutsche Beitrag dabei sein wird, ist damit offen.

Neben Julia von Heinz hatten sich noch die Macher von neun weiteren Filmen um die Einreichung als deutscher Oscarbeitrag beworben, darunter "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani sowie Christian Petzolds märchenhaftes Berlin-Drama "Undine", die beide auf der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb liefen.

Sendung: Inforadio, 28.10.2020, 20:00 Uhr

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