Die Kunst-Installation "Broken" des Künstlers Dennis Josef Meseg steht als ein Stilles Mahnmal zum "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" am Potsdamer Platz. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Bild: dpa/Fabian Sommer

Installation auf dem Potsdamer Platz - 222 Schaufensterpuppen symbolisieren Gewalt an Frauen

222 orangefarbene, mit Klebeband umwickelte Schaufensterpuppen haben am Donnerstag mitten in Berlin Blicke vieler Passanten auf sich gezogen. Die Installation des Kölner Künstlers Dennis Josef Meseg (41) soll als Aufruf gegen Gewalt an Frauen verstanden werden.

Das optisch aufsehenerregende Werk mit dem Titel "Broken" war zum Abschluss einer "Deutschlandtournee" am Tag der Menschenrechte am Potsdamer Platz zu sehen. Zuvor standen die 222 Schaufensterpuppen an 17 Tagen an anderen Orten in Deutschland, darunter Bonn, Dresden, Bamberg und Hamburg.

Nur einen Tag zu sehen

Auf den mit Klebeband umwickelten Puppen standen Worte wie "verschleppt", "eingesperrt", "geschlagen" und "MeToo". "Männer des 21. Jahrhunderts können sehr wohl zu der Einsicht gelangen, dass ihre Mütter, Frauen und Töchter genauso wertvoll sind wie sie selber, und die gleiche Achtung verdienen", so Meseg.

Die Installation war in Berlin wie in allen anderen Städten nur einen Tag zu sehen. Am Abend sollten die Schaufensterpuppen auf vier Transporter verladen und wieder ins Atelier des Künstlers gebracht werden.

Sendung: Abendschau, 10.12.2020, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Ach hauptsache Abstand und Masken auf, alles andere ist doch egal, Kollateralschäden werden miteinbezogen.

  2. 6.

    Aufmerksamkeit zu diesem Thema ist genauso dringend wie zu Kindesmissbrauch.
    Beides findet im Verborgenen statt.
    Aber Gewalt gegen Frauen ist noch vielschichtiger.
    Beschneidung und Verstümmelung, töten weiblicher Neugebohrener und systematische Unterdrückung in den Familien des Mannes, Prostitution, sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse als Dienstmädchen, Gewalt in der Partnerschaft und Zwangsehen und die Aufzählung ist nicht fertig.
    Ob da diese Schaufensterpuppen das ausdrücken können.? Aber Kunst ist immer im Auge des Betrachters.
    Aufklärung wäre dringender.

  3. 5.

    Uff. Paul hat Recht. Gewalt ist auch das immer wiederkehrende Bild "perfekter" Frauenkörper, die 222 mal gleich aussehen. Gewalt ist auch, dass einem Mann die knappe Ressource Kunst im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt wird, um über Frauen* zu sprechen. Es ist wie bei Joko und Klaas: Millionen Frauen* werden nicht gehört, erst wenn ein Mann den Rahmen zur Verfügung stellt, wird es glaubwürdig. Sicher gut gemeinte Aktion, nur sie vermittelt leider auch das, was das Patriarchat ausmacht.

  4. 4.

    Sollte es an diesem Tag nicht um die Kritik und das Gedenken daran gehen, wieviele Frauen immer noch unter unserer patriarchalen Gesellschaftsordung leiden?
    Und dann wird ein Mann mit der künstlerischen Umsetzung beauftragt?
    Klassischer Fall von 'über die Betroffenen reden, statt mit ihnen'.
    Was ein Witz.
    Meiner Meinung nach Ziel verfehlt.

  5. 3.

    Ein Glück, daß es Gewalt gegen Männer nicht gibt!?

  6. 1.

    Schade, habe ich verpasst. Tolle Aktion, bitte mehr davon.

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