Fahri Celik (Hassan Akkouch, l.) und Wolf Malletzke (Christoph Grunert, r.) im Einsatz für die Serie "WaPo Berlin" (Quelle: ARD/Britta Krehl)
Bild: ARD/Britta Krehl

Interview | "WaPo Berlin"-Darsteller Hassan Akkouch - "Diese neuen Grenzen fördern die Kreativität nochmal"

Die ARD-Vorabendserie "WaPo Berlin" geht am Dienstag in die zweite Staffel. Zum Cast gehört auch der Schauspieler Hassan Akkouch. Im Interview spricht er über Lakritze, Drehen unter Corona-Bedingungen, "4Blocks" und Zukunftspläne.

Seit Januar 2020 läuft im Vorabendprogramm der ARD neben der "WaPo Bodensee" auch die "WaPo Berlin". Berlin gehört zu den wasserreichsten Metropolen Europas und es gibt jede Menge attraktive Locations und spannende Fälle für die Wasserschutzpolizei. Die erste Staffel haben zwei Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen gesehen. Am Dienstag startet mit der Episode "Goldmädchen" die zweite Staffel um 18:50 Uhr im Ersten.

Das Besondere an der vom rbb produzierten Vorabendserie: Hier ermittelt ein diverses Team mit Sesede Terziyan als Chefin und Christoph Grunert als Kriminalhauptkommissar und Kapitän des Polizeischiffs "Silbermöwe". Zum festen Team der "WaPo Berlin" gehört auch der im Libanon geborene Hassan Akkouch.

rbb: Als Kriminaloberkommissar Fahri Celik futtern Sie die ganze Zeit Lakritze. Mögen Sie die wirklich?

Hassan Akkouch: Nein, muss ich leider gestehen. Deshalb war es ein bisschen schwierig, in der Staffel immer Lakritze zu essen. Aber ich fand' es cool, dass ich das dauernd den anderen immer so anbiete, so: "Probiert mal, probiert mal!"

Sie sind als WaPo-Team jetzt in der zweiten Staffel gerade richtig zusammengewachsen – und dann kam Corona. Wie war der Dreh unter Corona-Bedingungen?

Ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dauernd diesen Abstand zu halten. Auf der anderen Seite bringt uns das an eine Grenze, wo wir neue Spielarten ausprobieren können - und auch finden müssen. Miteinander umzugehen in der Distanz, wie kann man das mit dem Humor jetzt anders machen, wenn man nicht direkt voreinander steht? Diese neuen Grenzen fördern die Kreativität nochmal. Das war ganz spannend zu beobachten.

In der Folge "Tanz in den Tod" haben Sie sich mit Ihrer eigenen Geschichte und mit Ihrem echten Bruder eingebracht. Wie ist es dazu gekommen?

Die Produktion kam zu mir und hat mich gefragt, ob ich was dagegen hätte, eine Folge zu machen, die an meine Biographie angelehnt ist. Es geht um Breakdance und die Episoden-Hauptrolle war ein junger Breakdancer, der unter Verdacht steht. Da hab ich gesagt: 'Hey, das passt super auf meinen kleinen Bruder Maradona. Könnt Ihr den mal casten?' Er hat die Rolle also nicht einfach so gekriegt, er musste schon zum Casting.

Dass er die Rolle dann bekommen hat, fand ich super. Er hatte schon im Kinofilm "Nasser Hund" mitgespielt, der leider noch nicht rausgekommen ist. Man hat gemerkt: Mein kleiner Bruder hat Spaß daran und kann sich super einbringen. Wir spielen zwei Personen, die sehr eng miteinander verbunden sind und das hat auf einmal eine ganz andere Emotionalität bekommen, das war so greifbar im Raum. Das war ganz toll, mit ihm zu spielen, und ich würde es immer wieder tun.

Das ist ja eine sehr dramatische Verhörszene: Sie sind Polizist, er Verdächtiger. War es nicht schwer für Sie, das zu spielen?

Wir müssen eher aufpassen, dass wir nicht overacten, dass wir nicht zu viel Spaß am Set haben und nicht zu klamaukig werden. Ich glaube, dass war für Maradona schwieriger als für mich, denn bei ihm war es das erste Mal, dass er so eine emotionale Rolle gespielt hat - und dann auch noch gleich mit seinem großen Bruder. Der hatte bestimmt mehr Druck als ich. (lacht)

Wie findet es Ihre Familie, dass Sie jetzt ein richtiger Serienstar sind und einen Polizisten spielen?

Serienstar ... ich weiß nicht – vielen Dank. Meine Mutter hat mir vorgeschlagen, Schauspieler zu werden. Sie hatte mal irgendwann aufgeschnappt, dass ich mich dafür interessiere und hat das jahrelang im Kopf behalten. Sie findet das ganz toll, es hat sie nur gestört, dass ich immer die Kriminellen gespielt habe: die, die wegrennen. Und irgendwann habe ich zu ihr gesagt: 'So Mama, Du hast es geschafft mit Deiner Energie, die Du ins Universum rausgesendet hast: Jetzt werde ich Polizist und darf hinterherrennen.' Sie findet das schön. Aber sie genießt es auch, wenn sie Rollen von mir sieht wie bei "4Blocks", wo ich nicht gerade den nettesten Typen spiele. Sie ist stolz auf mich, wenn sie mich irgendwo sieht und mir die Rolle abkauft.

Hat Ihnen "4Blocks" die Türen geöffnet? Kommen seitdem mehr Rollenangebote?

"4Blocks" hat insofern was bewegt, als ich da zum ersten Mal richtig Platz zum Spielen hatte. Ich hatte eine Rolle, die sich entwickelt hat und ich war nicht nur ein Krimineller in einem "Tatort", der ein Verhör hat und zeigen muss, dass er ein guter Schauspieler ist. Da war "4Blocks" ein Gamechanger für mich, weil ich mich da als Schauspieler etablieren konnte, in einer Rolle auch ambivalent sein konnte. Das hat vieles geändert.

Haben Sie Ambitionen, auch hinter die Kamera zu gehen, wie zum Beispiel Kida Ramadan, einen eigenen Film oder eine eigene Serie mit Ihren eigenen Geschichten zu starten?

Ja, tatsächlich ist das ein Ziel, das jetzt in Angriff genommen wird. Wir arbeiten schon mit bestimmten Autoren. Ich sehe mich nicht direkt als Regisseur hinter der Kamera, aber ich möchte meine Geschichte erzählen. Das ist mir ganz wichtig. Ich möchte das Neue, das es jetzt gibt, dieses Diverse, nutzen. Ich sehe da auch großes internationales Interesse. Da möchte ich jetzt hin, eine Produktionsfirma gründen und mit Leuten zusammenarbeiten, die ich toll finde, die irgendwie an mich binden. Ich möchte auch die Verantwortung dafür, welche Rollen ich spiele, selbst in die Hand nehmen.

Denn wir Schauspieler können ja eigentlich wenig dafür tun, welche Rollenangebote wir bekommen. Wir müssen zu Castings, und dann entscheiden wir uns: Mach ich das jetzt oder mach ich das nicht? Ich muss ja auch irgendwie die Miete zahlen. Als jemand, der Sachen produziert oder in Gang bringt, kann ich sagen: 'Ich möchte jetzt mal einen Arzt spielen. Lass uns doch mal über eine Serie oder einen Film nachdenken, wo ich einen Arzt spiele – wie Clooney.' (lacht)

Haben Sie mit "WaPo Berlin" Orte in der Stadt entdeckt, wo Sie denken: Da muss ich unbedingt wieder hin?

Auf jeden Fall - ich weiß nicht mehr genau, wo das war. Da gab es so eine riesige Blockhütte auf dem Wasser. Das ist glaub ich ein Restaurant, wo man anlegen und essen gehen kann. Da will ich unbedingt nochmal hin.

Das Gute an WaPo ist, dass sie uns gezwungen haben, den Bootsführerschein zu machen - und wir jetzt im Sommer immer mit der Familie Boot fahren können. Das ist ganz toll. Ein Boot mieten, mal rausfahren, das ist einfach eine ganz andere Perspektive und ein ganz anderer Blick auf die Stadt. Ich freu mich drauf, bald mit meiner Mutter einfach so irgendwo auf dem Wasser rumzutreiben - und sie kann mal das Leben genießen und abschalten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview mit Hassan Akkouch führte Frauke Gust, rbb 88,8.

Sendung: rbb 88,8, 26.01.2021, 07:10 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Habe die erste Staffel gesehen und freue mich jetzt auf die 2. von WAPO Berlin. Gefällt mir sehr gut bis auf Hassan, der überzeugt mich als Schauspieler leider nicht. Da fehlt wohl die berliner Schnauze.

  2. 5.

    Hab beides je 1x gesehen und muss ehrlich sagen, es ist wirklich öde. Kann nicht mal sagen, woran das liegt. Null Witz, kaum echte Typen. Einfach nichtssagend.

  3. 4.

    Ob Wapo Berlin kultig wird wie frühere Berliner Vorabendserien wage ich zu bezweifeln. Aber wer weiß. Auf jeden Fall coole Aufnahmen von der Wasserfront aus und für jeden Einheimischen mal die Gelegenheit Berlin aus dieser Perspektive kennenzulernen.

  4. 3.

    Finde beide öde und langweilig. Typisch deutscher Vorabend Schrott für eine ganz bestimmte Zielgruppe zurechtgeschnitten.

  5. 2.

    Im Vergleich zu Wapo Bodensee ist Wapo Berlin der reinste Schrott. Aus Frust kann man sich alle Staffeln der "Schwarzwaldklinik" in der zwei Augen -Mediathek anschauen.

  6. 1.

    Diese neuen Genzen..........?

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