Einladungsliste vorgestellt - Vier Mal Berlin in der Zehner-Auswahl für das Theatertreffen

Der Zauberberg nach Thomas Mann, Regie/Bühne: Sebastian Hartmann (Quelle: Deutsches Theater/Arno Declair)
Bild: Deutsches Theater/Arno Declair

Die Jury des Berliner Theatertreffens hat sich auf ihre diesjährige Auswahl der zehn bemerkenswerten Inszenierungen des zurückliegenden Theaterjahres verständigt. Unter den am Dienstag vorgestellten Inszenierungen sind zwei Arbeiten des Deutschen Theaters in Berlin sowie zwei weitere Produktionen, die unter Berliner Beteiligung entstanden sind und dort Premiere feierten. Eine Einladung erhielt das Ballhaus Ost für die Co-Produktion "NAME HER. Eine Suche nach den Frauen+" von Marie Schleef, eine weitere ging an das Kollektiv Gob Squad und die zunächst am Berliner HAU gezeigte Livestream-Produktion "Show Me a Good Time".

Die unabhängige Jury sichtete nach eigenen Angaben zwischen Januar 2020 und Februar 2021 insgesamt 285 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bemerkenswert dabei ist, dass nur zwei der zehn ausgewählten Inszenierungen pandemiebedingt eine rein digitale Premiere gefeiert haben. Alle anderen Stücke wurden vor und zwischen den Lockdowns analog und mit Publikum auf Bühnen aufgeführt. Bei der Auswahl wurde grundsätzlich auf eine Frauenquote von 50 bei der Regiearbeit geachtet. Sechs der eingeladenen Arbeiten wurden von Frauen oder von mehrheitlich weiblich besetzen Regie-Teams inszeniert.

Deutsches Theater und Zürcher Schauspielhaus zweimal vertreten

Letztlich nominierte die Jury folgende zehn Inszenierungen für eine Einladung zum nächsten Theatertreffen:

"Automatenbüfett" von Anna Gmeyner - Burgtheater (Wien)

"Der Zauberberg" nach Thomas Mann (Deutsches Theater Berlin)

"Einfach das Ende der Welt" nach Jean-Luc Lagarce auf Grundlage einer Übersetzung von Uli Menke (Schauspielhaus Zürich)

"Graf Öderland" Eine Moritat in zwölf Bildern von Max Frisch (Theater Basel und Bayerisches Staatsschauspiel/Residenztheater München)

"Maria Stuart" von Friedrich Schiller (Deutsches Theater Berlin)

"Medea*" nach Euripides (Schauspielhaus Zürich)

"NAME HER. Eine Suche nach den Frauen+" Idee, Konzept, Text und Regie Marie Schleef (Ballhaus Ost / Berlin, Münchner Kammerspiele und Kosmos Theater Wien)

"Reich des Todes" von Rainald Goetz (Deutsches SchauSpielHaus Hamburg)

"Scores That Shaped Our Friendship" Ein Projekt von und mit Lucy Wilke und Paweł Duduś (schwere reiter München).

"Show Me A Good Time" Konzept und Regie Gob Squad (HAU Hebbel am Ufer Berlin und La Jolla Playhouse Without Walls Series San Diego)

Theatertreffen 2021 mit vielen Fragezeichen

In vielen Produktionen der diesjährigen Auswahl werde die seit Monaten notwendige Distanz auf der Bühne “zum kreativen Verstärker inhaltlicher Fragestellungen“, begründet die Jury ihre Auswahl. Dabei kämen starke Signale nicht nur aus dem Stadttheater, sondern auch aus der Freien Szene, wie die Leiterin des Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, in ihrer Mitteilung betonte.

Wann und wie genau das Theatertreffen 2021 durchgeführt wird, ist derweil noch unklar. Neben einer digitalen Festivalausgabe im Mai 2021 seien unterschiedliche Festival-Szenarien in Planung, heißt es vom Veranstalter. Näheres dazu könne man erst im März sagen.

Sendung: rbb Kultur, 09.02.2021, 13 Uhr

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