Kulturforum in Berlin - Wie das Museum des 20. Jahrhunderts aussehen soll

Stand der Planungen für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum, März 2021. (Quelle: Herzog & de Meuron)
Bild: Herzog & de Meuron

2026 soll das Museum des 20. Jahrhunderts auf dem Berliner Kulturforum eröffnen - mit hochkarätigen Kunstwerken. Die Pläne für den hunderte Millionen teuren Neubau wurden aktualisiert. Maria Ossowski hat sich angeschaut, wie das Museum genau aussehen soll.

 

Die Baugrube immerhin ist ausgehoben auf dem Kulturforum in Berlin. Aber es wird noch fünf Jahre dauern, bis das Museum des 20. Jahrhunderts seine Tore öffnet. Am Montag haben die Bauherren und die Architekten ihre konkreten Pläne für das Gebäude veröffentlicht. Auch ein neuer Name steht fest: Das ursprünglich so genannte Museum der Moderne heißt so nicht mehr. Am Kulturforum entsteht das "Museum des 20. Jahrhunderts".

"Die Moderne, die westliche Moderne, mit ihrem Kanon, mit ihrer Fortschrittsgläubigkeit ist eben ein rein westliches Konstrukt", erklärt Joachim Jäger, der Leiter der Nationalgalerie, zur Umbenennung. "Die Werke aus der DDR erzählen aus einer anderen Perspektive - von der Kunst anderer Kontinente einmal ganz abgesehen." Das bilde der Name "Museum des 20. Jahrhunderts" besser ab.

 

Zehntausend Werke aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie aus den Privatsammlungen von Ulla & Heiner Pietzsch, Erich Marx und Egidio Marzona wird dieses Museum beherbergen.

 

Zehntausend Werke aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie aus den Privatsammlungen von Ulla & Heiner Pietzsch, Erich Marx und Egidio Marzona wird dieses Museum beherbergen.

 

Zehntausend Werke aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie aus den Privatsammlungen von Ulla & Heiner Pietzsch, Erich Marx und Egidio Marzona wird dieses Museum beherbergen.

 

Zehntausend Werke aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie aus den Privatsammlungen von Ulla & Heiner Pietzsch, Erich Marx und Egidio Marzona wird dieses Museum beherbergen.

 

Zehntausend Werke aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie aus den Privatsammlungen von Ulla & Heiner Pietzsch, Erich Marx und Egidio Marzona wird dieses Museum beherbergen.

 

Zehntausend Werke aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie aus den Privatsammlungen von Ulla & Heiner Pietzsch, Erich Marx und Egidio Marzona wird dieses Museum beherbergen.

 

Zehntausend Werke aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie aus den Privatsammlungen von Ulla & Heiner Pietzsch, Erich Marx und Egidio Marzona wird dieses Museum beherbergen.

Stand der Planungen für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum, März 2021. (Quelle: Herzog & de Meuron)
So soll der Haupteingang des Museums entlang der Potsdamer Straße einmal aussehen.Bild: Herzog & de Meuron

Themenschwerpunkte gliedern die Ausstellung

Zehntausend Werke wird dieses Museum beherbergen. Einerseits kommen sie aus dem Bestand der Nationalgalerie, andererseits aus den hochkarätigen Privatsammlungen von Erich Marx, Ulla und Heiner Pietzsch sowie Egidio Marzona. Nach vier Schwerpunkten werde das Museum die Kunstwerke präsentieren, hieß es von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz:

Stand der Planungen für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum, März 2021. (Quelle: Herzog & de Meuron)
Die Verwendung von Klinkersteinen soll einen Bezug zur Backsteinfassade der St. Matthäus-Kirche schaffen.Bild: Herzog & de Meuron

Ein Gebäude, das sich zurücknimmt

Für die Architektur des Museums hat der Volksmund schon vor Baubeginn einen einprägsamen Begriff gefunden: Scheune oder Aldi Supermarkt. Die Entwürfe des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron orientieren sich daran, weder die Ikone der Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe noch Scharouns Philharmonie zu übertrumpfen. Backsteine und riesige Lichtöffnungen, die die Umgebung spiegeln, prägen das Außenbild.

Architekt Jacques Herzog erklärte am Montag, vor allem die großen Tore seien ihm wichtig - "nicht nur, weil sie tatsächlich wie riesige Scheunentore sich zur Straße öffnen". Sie seien auch "eine Geste des Öffnens", ebenso wie tatsächliche Tore, "die das Innenleben nach Außen tragen".

Stand der Planungen für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum, März 2021. (Quelle: Herzog & de Meuron)
Zwei sich kreuzende Boulevards bilden das Herzstück des Museums im Inneren. Bild: Herzog & de Meuron

"Wir werden die Kosten einhalten"

Innen verbinden Treppen und Sichtachsen mit den Materialien Beton, Holz und Ziegelstein die verschiedenen Räume, in denen die Sammlungen ausgestellt werden. Boulevards, die sich kreuzen, bilden das Herzstück des Inneren. Die Schlüsselwerke wie Gerhard Richters Zyklus "Birkenau" im ersten Obergeschoss sind dauerhaft ausgestellt, sonst nehmen die Präsentationen Bezug auf aktuelle Themen. Aus dem Kupferstichkabinett und aus der Kunstbibliothek werden tausende von Exponaten ebenfalls umziehen.

Ein kompaktes Gebäude entsteht am Kulturforum, schlanker und nachhaltiger als im ersten Entwurf geplant - das Ergebnis der Optimierungsphase. Ursprünglich für 200 Millionen Euro geplant, haben sich die Kosten in der Planung von 2019 nahezu verdoppelt. Die Bauverwaltung Baden-Württemberg betont als Bauherrin des Projekts, dass die Kosten jetzt stabil blieben. Ende 2019 seien 353 Millionen Euro genehmigt worden, erklärt Baudirektor Emil Einig: "Es gibt gerade eine aktuelle Kostenberechnung, die liegt auf dem gleichen Niveau. Das heißt, wir werden die Kosten einhalten."

Wer sich selbst ein Bild vom Ort machen möchte, an dem das Museum des 20. Jahrhunderts entsteht, kann das über eine Webcam tun, die regelmäßig die Baustelle fotografiert [nationalgalerie20.de]. Zudem lädt die Stiftung preußischer Kulturbesitz demnächst zu einem virtuellem Rundgang ein. Schon jetzt sind erste Kunstwerke, die in fünf Jahren im Museum ausgestellt werden, online zu sehen [nationalgalerie20.de].

Sendung: rbbKultur, 29.03.2021, 16 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Das Gebäude, zumindest die Grundstruktur, ist dieselbe wie schon seit Jahren. Vor zwei oder drei Jahren wurde das Gebäude in Verbindung zur B 1 abgebildet, die auf den Entwürfen geradezu Stadtautobahncharakter bekam. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich gruseln lassen.

    Aus der Piazza, die das Kulturforum ursprünglich mal sein sollte, wurde so eine wahllose Ansammlung von Gebäuden, durchschnitten von einer nahezu hermetischen Autoverkehrsschneise, die ja nicht gerade zum Verweilen einlädt.

    Nun also ist nimmt das ABGEBILDETE Umfeld näher auf das Gebäude Bezug. Kündet das von Wahllosigkeit (der Bilder und der Texte) oder von etwas gewandelter innerer Überzeugung?

  2. 7.

    Und Sie armer User dürfen diese Bilder sogar anschauen obwohl Sie bei den Reichen ganz sicher nie eingeladen werden werden. Neid du klingst immer gleich und meldest dich zur Stelle

  3. 6.

    Genau in diesem Jahr 25+ erwarten wir einen Bomm bei den Erstklässlern. Dann werden wir das Ding in einer Zwischennutzung als Grundschule nutzen. Natürlich mit Equipment aus den 40er 60er und 80er Jahren. Damit diese Schule sich nicht von den anderen (Museums)Schulen unterscheidet.
    Lieber RBB das ist ein Thema das Interessiert.

  4. 5.

    Sieht aus, wie ein besseres Vereinshaus. Passt also zu Berlin, wie die Faust aufs Auge. Nur, was soll daran hunderte Millionen Euro kosten?

  5. 4.

    Gerhard Richter hat ja schon mal zwei Säle zur Huldigung reserviert. Der japanische Entwurf hätte wenigsten die Eliten-Promi-Kunst im Tiefgeschoß gebunkert. Dann hätte der Bürger, der diese Beweihräucherung bezahlt, und zwar doppelt, wenn er rein will, wenigstens oben Luft und Raum gehabt. So ist alles protzig und irgendwie 'neu'. So Architekt de Meuron: Wir bauen ein Museum der Zukunft, das sich öffnet und mehr will als Kontemplation (also auch bei der Kunstbetrachtung Stress und Ablenkung). Ich sagt dazu: Eventschuppen für Superreiche und Selbstdarsteller.

  6. 3.

    Mir gefällt der Entwurf für das neue Museum. Das Gebäude will nicht schöner sein als sein Inhalt und umhüllt mit seinem unspektakulär aussehenden Mantel großartige Kunstwerke.

  7. 2.

    Ganz ehrlich?

    Es ist sehr hässlich. Das hat seine Gründe...

    Es darf nicht brennen. Die optoelektronisch-akustischen Sicherungsmaßnahmen müssen funktionieren können.

    Wenn Millionäre, Milliardäre und andere Kunstsammler ihre Werke "zur Schau" stellen, darf nichts wegkommen.
    Es ist ein riesiger Bunker-Tresor für die Kunstschätze der Reichen, die wir hin und wieder bewundern dürfen.

    Die Reichen kassieren Geld für den Verleih und sparen Geld für die adäquate Sicherung und Lagerung ihrer Wertanlagen in Kunst...

  8. 1.

    ..es fehlt noch der Name. Wie wärs mit "Zum Ochsenwirt". Davon bauen die beim Oktoberfest jedes Jahr 10 Stück auf aber bestimmt nicht für 100 Mio.

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