Streit über geraubte Kunst aus Afrika - Was sind die Benin-Bronzen?

Do 29.04.21 | 06:21 Uhr | Von Oliver Noffke
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Drei Stücke, die zu den Benin-Bronzen gezählt werden, im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (Quelle: DPA/Daniel Bockwoldt)
Bild: DPA/Daniel Bockwoldt

Sie wurden geraubt, als die Briten ihre Kolonien mit Gewalt ausbreiteten: Die Benin-Bronzen sind Kunstwerke von unschätzbarem Wert. Allein in Berlin befinden sich Hunderte. Seit Jahrzehnten wird um ihre Rückgabe gestritten. Von Oliver Noffke

Seit Jahren gibt es Streit um Hunderte Metalltafeln und Statuen, die sich in der Sammlung des Ethnologischen Museums Berlin befinden: die Benin-Bronzen. Etwa ein halbes Dutzend weitere Museen in Deutschland verfügt über Stücke aus dem untergegangenen afrikanischen Königreich Benin. Noch am Donnerstag soll über eine mögliche Rückgabe gesprochen werden. Was diese Kunstwerke einmalig macht und wie sie nach Deutschland kamen, zeigt dieser Überblick.

Was sind die Benin-Bronzen?

Bei den sogenannten Benin-Bronzen handelt es sich um Tausende Artefakte, die bei einer Palastplünderung durch britische Soldaten im Jahr 1897 erbeutet wurden. Sie zeugen von einer hochentwickelten Kultur und bilden gemeinsam einen der bedeutendsten Kunstschätze Afrikas. Bei vielen der Objekte handelt es sich um meisterhafte Metalltafeln oder Statuetten, die hauptsächlich aus Kupfer gegossen wurden, einige bestehen aus Bronze. Es werden aber auch Figuren und Masken dazu gezählt, die aus Elfenbein, Holz, Leder oder Korallen geschnitzt wurden.

Erschaffen wurden sie hauptsächlich am Königshof von Benin, der aktiv Künste förderte. Viele der Metalltafeln schmückten Altarräume, mit denen an frühere Regenten erinnert wurde. Andere Objekte hatten zeremonielle Bedeutungen. Auch die Insignien des Königs – genannt Oba – befinden sich unter den geraubten Gegenständen. Die Motive reichen von heiligen Tieren oder Ereignissen aus dem Leben der Herrschenden bis hin zur Darstellung von Zünften, Soldaten oder Begegnungen mit Europäern.

Wie umfangreich ist dieser Kulturschatz?

Es ist nicht ganz klar, wie viel die Briten tatsächlich fortgeschafft haben, als sie am Niger die Kontrolle übernahmen. Die letzte große Gesamtübersicht zu den Benin-Bronzen wurde im Jahr 1973 angefertigt. Aus ihr zitiert unter anderem Wikipedia. Allerdings weichen die genannten Zahlen zum Teil deutlich von dem ab, was von den Verwaltungen einiger Sammlungen selbst angeben wird.

Sicher ist, dass etwa 3.000 Stücke verstreut sind auf Museen in Europa und den USA. Schätzungen gehen aber davon aus, dass bis zu 5.000 geraubt wurden. Wie viele sich in privaten Sammlungen befinden, ist unbekannt; manche sind verschollen, andere möglicherweise unwiederbringlich zerstört.

Die mit Abstand größte Sammlung befindet sich im British Museum in London. Nach eigenen Angaben verfügt es über etwa 900 Benin-Bronzen, von denen 100 in einer Rotation ständig gezeigt werden [britishmuseum.org]. Die zweitgrößte Sammlung ist in Berlin. Das Ethnologische Museum verfügt über rund 530 Stücke. Bisher befanden sich diese in Dahlem; geplant war, sie im Humboldt-Forum auszustellen. Ob es dazu wirklich kommt, ist derzeit allerdings offen. Museen in Oxford, Wien, Hamburg, Dresden und New York verfügen ebenfalls über große Sammlungen an Benin-Bronzen. Dutzende weitere befinden sich in Leipzig und Köln.

Eine Abbildung des historischen Königreichs Benin vor seiner Zerstörung im Jahr 1897 (Quelle: CPA Media/Pictures From History)
Eine Abbildung des historischen Königreichs Benin vor seiner Zerstörung im Jahr 1897 | Bild: CPA Media/Pictures From History

Was war das Königreich Benin?

Das historische Benin befand sich im heutigen Nigeria. Sein Zentrum, die Stadt Edo, lag etwa 300 Kilometer östlich von Lagos - dort, wo sich jetzt Benin City befindet. Abgesehen vom Namen zeugt dort kaum noch etwas von den historischen Anlagen oder der langen Geschichte des Volkes der Edo. Um die erste Jahrtausendwende herum entwickelte sich aus einer Siedlung das frühe Reich. Die Lage nahe eines Flussdeltas war günstig, der dichte Regenwald lieferte viele Rohstoffe. Etwa ab dem 12. Jahrhundert setzte eine erste Hochphase ein. Benin baute Handelsrouten bis nach Ghana auf, der Hof begann die Künste zu fördern. Aus dieser Zeit stammen die frühesten Metallgüsse.

Dazu wurden Kunstwerke aus Wachs modelliert und anschließend mit Lehm verkleidet. Durch erhitzen wurde das Wachs aus den Formen geholt, die schließlich mit geschmolzenem Metall gefüllt wurden. Über die Jahrhunderte verfeinerten die Künstler von Benin ihre Techniken derart, dass sie in der Lage waren Relieftafeln zu gießen, die nur wenige Millimeter dick waren. Damit übertrafen sie selbst die Meister der Renaissance, bemerkte das US-amerikanische Magazin "Time" schon im Jahre 1965 [time.com].

Im späten 15. Jahrhundert kam es zu ersten Kontakten mit den Portugiesen. Diese waren zunächst an Palmöl, Pfeffer und Elfenbein interessiert, später auch an Menschen, die sie versklaven konnten. Im Gegenzug wurden Waffen geliefert und mit der Manille eine erste Währung etabliert. Die Handelsbeziehungen wurden so wichtig, dass Benin einen Botschafter nach Lissabon schickte. Die Folgen des Sklavenhandels und die Aggressivität, mit der die Europäer in Westafrika auftraten, führten in der Region allerdings zusehends zu Spannungen.

Groß-Benin, wo der König lebt, ist größer als Lissabon; alle Straßen verlaufen schnurgerade und so weit man blicken kann. Die Häuser sind großzügig, insbesondere das des Königs, das reich verziert und von herrlichen Säulen umgeben ist. Die Menschen sind wohlhabend und fleißig. Benin wird so gut regiert, dass Diebstahl unbekannt ist und die Menschen in solcher Sicherheit leben, dass ihre Häuser keine Türen haben.

Lourenco Pinto, portugiesischer Seefahrer, 1691

Wie kam es zur Plünderung?

1886 erklärten die Briten Lagos zur Kronkolonie. Ein Jahr zuvor hatten Vertreter von zwölf europäischen Staaten, den USA und dem Osmanischen Reich in Berlin verabredet, nach welchen Regeln sie sich gegenseitig Besitztümer in Afrika anerkennen würden. In vielen afrikanischen Staaten spricht man noch heute von der "Berlinisation". In der Folge wurde nahezu der gesamte Kontinent unter den Europäern aufgeteilt und von ihnen geplündert. Zwischen den Briten und dem Königreich von Benin kam es immer wieder zu Scharmützeln.

Zehn Jahre später bat der Generalkonsul von Lagos, James Robert Phillips, seine Vorgesetzten in London, den Oba von Benin, Ovonramwen, vom Thron stoßen und durch eine Marionette zu ersetzen. Ohne auf Antwort zu warten, startete er eine Expedition und lief in einen Hinterhalt, der als "Massaker von Benin" bekannt wurde und mehr als 200 Menschen das Leben kostete. Den Briten diente dies als willkommener Anlass, um das Königreich zu überfallen.

Im Februar 1897 wurden dampfbetriebene Kriegsschiffe und gepanzerte Kanonenboote die Flüsse hinaufgeschickt. Etwa 1.200 Marinesoldaten und wohl bis zu 5.000 Mann der kolonialen Truppen aus Lagos fielen in Benin ein. Bomben wurden gezündet, Zivilisten massakriert, Häuser niedergebrannt, die Hauptstadt ausgelöscht. Bis heute ist unklar, wie viele Afrikaner bei dem zehn Tage andauernden Überfall genau getötet wurden. Von den hochtechnisierten britischen Soldaten starben während der Kämpfe acht. Schließlich wurde Ovonramwen ins Exil geschickt und der Palast geplündert. Sein Ur-Ur-Enkel, Ewuare II., ist heute das Oberhaupt der royalen Familie.

Wie kamen die Benin-Bronzen nach Berlin?

Nach der Plünderung wurden Tausende Kunstwerke nach London verbracht. Ein Großteil sollte versteigert werden, um die Kosten der Militäraktion zu begleichen. Für das Königliche Museum für Völkerkunde in Berlin, den Vorläufer des Ethnologischen Museums, ließ Felix von Luschan die Stücke erwerben. Er war ab 1904 der Leiter der Abteilung Afrika und Ozeanien.

Aus heutiger Sicht erscheinen die Methoden, mit denen von Luschan eine Sammlung aufbaute, wissenschaftlich fragwürdig und geradezu gewissenlos. Um seine Sammelwut zu befriedigen wurden unter anderem Grabfelder in Ostafrika geplündert. Dass die Benin-Bronzen bei einem Raubzug erbeutet wurden, war von Luschan bewusst.

Gibt es Restitutionsforderungen?

Ganz klar: ja. Bereits im Jahr 1972 wurde die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gebeten, einige wenige Benin-Bronzen als Dauerleihgabe an Nigeria zu geben. Das geht aus Akten hervor, die die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy im Archiv der Stiftung gefunden hat. Im März hat Savoy ein Buch über die vergeblichen Rückforderungen afrikanischer Länder seit den 1960er Jahren veröffentlicht. Von der deutschen Botschaft in Lagos wurde der Rückgabewunsch damals ausdrücklich unterstützt. Beim damaligen Präsident der Stiftung, Hans-Georg Wormit, löste die Forderung allerdings Entsetzen aus.

Beim Lesen von Savoys Buch entsteht der Eindruck, dass Wormit die Ansprüche Nigerias für legitim hielt, sie aber abschmettern wollte, um weitere Rückforderungen zu vermeiden. Die Benin-Bronzen seien "korrekt durch Kauf erworben", schrieb der Stiftungspräsident damals an einen Bundestagsabgeordneten. Und schob sofort nach: "Unsere Situation ist mit der britischen in keiner Weise zu vergleichen. Britische Truppen eroberten 1897/99 das Königreich Benin und führten seine berühmten Bronzearbeiten und Elfenbeinschnitzereien fort." Mit anderen Worten: Ja, die Kunstwerke wurden gestohlen, aber nicht von uns; wir haben sie nur gekauft. Es dauerte noch Jahre, bis die Stiftung überhaupt eine Inventarliste ihrer Benin-Bronzen anfertigte. Das Gros der Objekte wurde bis heute nie ausgestellt.

Heute spricht die Stiftung von einem "Unrechtskontext". Dennoch hatte sie zur Eröffnung des Humboldt-Forums eine große Benin-Schau geplant. Knapp 50 Jahre nach der ersten Rückforderung sorgte das im vergangenen Dezember für einen Eklat. Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung des Forums schrieb der nigerianische Botschafter in Deutschland auf Twitter, dass er einen Antrag auf Rückerstattung an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU) geschickt habe und auf Antwort warte.

Wie weiter mit den Stücken verfahren wird, könnte sich am Donnerstag entscheiden. Grütters hat zu einem Treffen eingeladen, bei dem Vertreter aller deutscher Museen, die Benin-Bronzen in ihren Archiven haben, erwartet werden sowie Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen und dem Auswärtigen Amt. Dass sie Rückgaben für unumgänglich hält, hatte Grütters bereits angedeutet.

Bisher wurde Nigeria nur einmal eine Rückgabe zugesagt. Im März kündigte die Universität der schottischen Stadt Aberdeen an, eine Statue zurückzugeben, die einen der Könige von Benin zeigt. In den 1950er Jahren hatte die Hochschule sie ersteigert. "Bei der andauernden Überprüfung unser Sammlung wurde der Kopf des Oba als ein Objekt identifiziert, das auf eine Weise aquiriert wurde, die wir heute als unmoralisch bewerten", sagte der Leiter des Museum dazu der BBC [bbc.com].

Britische Kolonialisten mit Gegenständen, die sie 1897 beim Überfall auf die Stadt Benin erbeutet haben (Quelle: CPA Media/Pictures From History)Britische Kolonialisten mit Gegenständen, die sie 1897 beim Überfall auf die Stadt Benin erbeutet haben.

Sendung: Abendschau, 29.04.2021, 19.30 Uhr

Beitrag von Oliver Noffke

16 Kommentare

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  1. 16.

    Warum noch Geld. Sie sollten vorher noch restauriert werden und dann weg damit. Für den Rest ist das Land selbst verantwortlich.

  2. 15.

    ...und so etwas wäre dann eben völlig zu Recht die Sache Nigerias.
    Auch deutsche Museen lagen schon in Schutt und Asche und wurden geplündert...

  3. 14.

    IS und Taliban... in Benin? Würde mich sehr wundern, wenn die sich dahin verirren. Außerdem ist das ein ziemlich flaches Argument. Ich nehme ihnen ja auch nicht Ihr Auto weg, weil ich es vor Ihren Nachbarn schützen will .
    Die Kunstgüter wurden geraubt! Also gehören sie denen zurückgegeben, denen sie gehören- und das ist nun mal der Staat Benin ( übrigens toll dort- war letztes Jahr da)

  4. 13.

    @RBB: Gibt es solche Rückforderungen auch an Frankreich, Großbritannien und die USA? Wenn ja, wie gehen diese Länder damit um?

  5. 12.

    Macht 3D Abdrücke oder Kopien und dann schickt das ganze Kolonialzeug zurück. Sollen die westlichen Advokaten sehen was passiert und wem sie in die Karten spielen. Es war nicht ohne Grund das u.a. ein Herr Zuma, als seine Korruption aufflog und nicht mehr auszuhalten war, auf einmal mit Identitätspolitik und Kolonialdebatten anfingt. Folgend in Namibia es ja auch nicht um den Wert für die Nation zu gehen scheint, sondern darum das einzelne Gruppen, sogar Privatpersonen Anspruch erheben. Die Aktivisten in DE sollten sich dann auch mal klar zur Zurückgabe von deutschen Schlössern und Gegenständen an Ex-Monarchen in DE positionieren. Es offenbart schon eine gewisse kurzsichtige Doppelmoral.

  6. 11.

    Sie positionieren sich hier gleich mit dem ersten Kommentar in schönster Manier des Kolonialisten. Wahrscheinlich im Brustton und vollster Überzeugung mit solcherart Chauvinsmus rein gar nichts zu tun zu haben. Man kennt das ja aus dem Diskurs über Rassismus. Der eben nicht nur unappetitliche Dorfdeppen-Befindlichkeit ist, sondern seit langem eingeübte Haltung die schliesslich manifest Struktur wird. Was übrigens eine andere Beschreibung dessen ist, was gerne für "Normal" gehalten wird. Sie glauben also Sie vertreten, Deutschland vertritt, die europäischen Kolonialisten vertreten den Schutz des Weltkulturgutes. Falls diese beschlossen haben, das etwas Weltkulturerbe ist.
    Und wo ist dann das Bernsteinzimmer? Was ist in den Weltkriegen an Gebäuden, Kunstwerken gestohlen, zerstört, unrettbar beschädigt worden? Wer hat es aus welchem (jüdischen) Besitz in Privateigentum und Börsenspekulations-Objekt verwandelt?
    Wollte Benin die Bronzen zurück, um sie einzuschmelzen, ist das ihre Sache.

  7. 10.

    Sie "übersehen", dass Sie mit Doppelstandards argumentieren. Wenn Ihnen Kulturerbe so wichtig ist, wie kann es dann verharmlost werden, dass die Benin-Bronzen etc. Raubgut sind? Da ist das Kulturgut dann nur sekundär und konnte geplündert werden? Eine rassistische Argumentationsweise in Kolonialherrenart: Die "Anderen" seien zu unprofessionell, primitiv, um die Kunst zu schützen.

    Auch die Zuschreibung von Zerstörungswut ist blanke Pauschalisierung. Es waren stets wirtschaftliche Interessen, die auch die von Ihnen als achso zivilisert dargestellten Unternehmen und Staaten dazu brachten, Zerstörung von Kulturgütern voranzutreiben. Was Sie für Kunst halten, biegen Sie sich schonmal zurecht, was kümmert's?

    Museen haben Orte der Bildung zu sein, keine Wohlfühlparadiese mit Disneyland-Charme. Kunft und Kultur sind keine Unterhaltung allein und können nie dekontextualisiert und entpolitisiert werden - das, was Sie hier versuchen. Wer Unrecht legitmiert, setzt es fort.

  8. 9.

    Während der islamistischen Unruhen in Kairo wurde das Ägyptische Museum am Al-Tahir-Platz geplündert. Später war man nicht einmal in der Lage, sagen zu können, was alles fehlt, weil die Inventarlisten so desolat waren. Während des Irak-Kriegs wurden die dortigen Museen beraubt, um über illegalen Kunsthandel den Krieg zu finanzieren. Die Taliban gefielen sich darin, zum Wohle Allahs unersetzliche Buddha-Figuren zu sprengen. Viel Glück den Kunstwerken bei ihren neuen Besitzern - sie werden es brauchen.
    Der Einbruch in Dresden ist in erster Linie der Dussligkeit der dortigen Behörden zu verdanken; die im Bode-Museum gestohlebe Riesenmünze war zum Glück kein Kunstwerk, sondern nur ein hässlicher Batzen Gold.

  9. 8.

    Letztlich frage ich mich, was man im Millionengrab "Humboldt-Forum" ausstellen will/kann?
    Nun gut, leere Hallen, wenn man das gut verkauft, sind auch sehenswert.
    Das hätte man sich alles ersparen können, wenn man sich früher die deutsche Geschichte vor Augen geführt hat, bevor man eine solche Diskussion los tritt.
    Dann sollte man den Bau auch wieder abreißen, steht er nicht auch als Symbol preußischem Koloniealbestrebens.
    Wie einst der Palast der Republik, den man als Pseudonym für die DDR ansah und gar nicht schnell genug abreißen wollte.

  10. 7.

    ...weil ja deutsche Museen sooo sicher sind. Ich sage nur Goldmünze und Grünes Gewölbe.

  11. 6.

    Es gibt auch eine sehr gute Podcast-Folge zu den Benin-Bronzen, wo nochmal darauf hingewiesen wird, dass der Staat Nigeria ein andere Interesse an den Bronzen hat, als die eigentlichen Nachfahren des Königreiches:
    https://www.abc.net.au/radionational/programs/stuff-the-british-stole/blood-art/12867832

  12. 5.

    Wenn das Meiste sowieso in den Archiven liegt, kann es auch zurück.

  13. 4.

    Ich kann nach wie vor nicht verstehen, warum man solche Gegenstände nicht einfach zurückgibt. Wozu macht man sich über Jahrzehnte diesen Stress, immer wieder zu begründen, warum man sie behalten will, und immer wieder die Rückgabeforderungen abzulehnen oder ins Leere laufen zu lassen?

    Wenn es irgendjemandem (wohl kaum den meisten Museumsbesuchern) so wichtig ist, dass diese Stücke unbedingt in Berlin liegen müssen, dann soll man doch bitte Kopien machen, und alle Beteiligten würden sich viel Ärger ersparen.

    Es kann doch wohl auch niemandem ernsthaft eine Freude machen, dass man den Besitz dieser Werke immer wieder verteidigen muss, offensichtlich gegen berechtigte Forderungen und somit gegen besseres Wissen. Sturheit nennt man so etwas, glaube ich...

  14. 3.

    Ich bin für die Rückgabe der geraubten Kunstwerke. Nur bei Nigeria habe ich große Bauchschmerzen, weil gerade Nigeria inzwischen starke MAFIA-Strukturen hat vergleichbar mit Süditalien der N'Drangheta etc. die bis zu uns nach D reichen, auch bei Nigeria.

  15. 2.

    Um Gotteswillen, gebt ihnen die Kulturgüter zurück. Und obendrein noch eine Milliarde €. Der deutsche Steuerzahler versteht es. Aber kommt nicht mehr mit solchen Artikeln.

  16. 1.

    Es gibt das sog. „Weltkulturerbe“ - Artefakte der Menschheit von unermesslichem Wert. Und im Grunde gibt es „Weltmuseen“ (Louvre, British Museum, SPK usw.), in welchen Kunstwerke professionell restauriert, klimatisiert aufbewahrt und „kultiviert“ werden.
    Eine Rückgabe macht doch nur Sinn, wenn gewährleistet wird, dass sie nach ihrer Rückgabe nicht Schaden nehmen. Wer schützt sie künftig vor IS, Taliban usw.?
    In den „Weltmuseen“ sind sie sicher.

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