Gericht bestätigt Ablehnung - Abschließendes Urteil: Mädchen darf nicht im Knabenchor singen

Symbolbild: Sänger eines Knabenchors singen bei einer Aufführung. (Quelle: dpa/Matthias Merz)
Bild: dpa/Matthias Merz

Die Mutter eines Mädchens ist vor Gericht endgültig damit gescheitert, dass ihre Tochter in den nur von Jungen besetzten Staats- und Domchor Berlin aufgenommen wird.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies mit dem Urteil vom Freitag eine Berufung zurück. Die Mutter hatte sich für die Neunjährige um Aufnahme in den Chor bemüht. Der Chorleiter aber lehnte sie ab. Die Begründung: Das Mädchen erreiche nicht das vorausgesetzte Niveau, und ihre Stimme füge sich nicht in das Klangbild eines Knabenchors.

Verwaltungsgericht ließ Klage als "Pilotfall" zu

Vor Gericht gezogen war die Mutter des Mädchens, weil sie das Recht ihrer Tochter auf Gleichberechtigung verletzt sah. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte die Klage 2019 zurückgewiesen, sah aber in dem Streit einen "Pilotfall" und hatte deswegen eine Berufung zugelassen.

Das Oberverwaltungsgericht erklärte nun, die Auswahlentscheidung des Chorleiters lasse Beurteilungsfehler nicht erkennen. Insbesondere die "Orientierung daran, ob die Bewerberinnen und Bewerber zusätzlich zu hohen Ausbildungsstand stimmlich zum Klang eines Knabenchores passen", sei nicht zu beanstanden.

Gericht: Chor darf Tradition eines Knabenchors pflegen

Dem Land Berlin sei es es durch die Landesverfassung erlaubt, zum Schutz des kulturellen Lebens die aus der christlichen Sakralmusik entstandene Tradition der Knabenchöre zu pflegen. "Das berechtigt den Chorleiter dazu, Mädchen auszuschließen, wenn sie bei allem Talent mit ihrer Stimme nicht dem Klangbild eines solchen Chores entsprechen."

Diese politische Entscheidung sei von den Gerichten nicht zu beanstanden. Dies allerdings nur dann, wenn es im Land Berlin auch Mädchen möglich sei, eine hochwertige musische Bildung zu erhalten. Und dies sei möglich, so das Gericht.

Die Revision wurde nicht zugelassen (Aktenzeichen OVG 5 B 32.19).

Sendung: rbbKultur, 21.05.2021, 20 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Soweit ich konnte Klaus-Maria nicht lesen. Da regte es schon das Urteil auf.

  2. 35.

    Ja, ein Chor nur das Mädchen und kein anderes Kind darf dazukommen. Sozusagen ein Solochor. Die Mama wäre so stolz auff ihr bedauernswertes Projektkind.

  3. 34.

    Sehe ich auch so. Aber wieso es für ein Mädchen unbedingt ein Knabenchor sein muss, wird das Geheimnis dieser Mutter:in bleiben.

  4. 33.

    Ob das Mädchen ein Junge wird oder ist oder umgekehrt oder doch einfach nur ein Mächen, spielte für die Gerichtsentscheidung keine Rolle. Einzig die von der Chorleitung geforderte stimmliche Qualifikation für den Klangraum eines Chores aus Jungen bestehend war eintscheidend für die Urteilsbegründung.

  5. 32.

    Wie sagte mir eine Schulpsychologin mal in der Pausenecke im Amt:
    Die schlimmsten Kinder sind die Eltern!
    Mit etwas Mühe würde die Mutter sicher auch einen respektablen gemischten Chor in Berlin finden, in dem ihre Tochter aktiv ihre Freude an diesem Musikgenre frönen kann.

  6. 31.

    Was haben Sie gegen die Geschlechtskonstrukte....Mann und Frau oder Männchen und Weibchen. Es gibt zwei Geschlechtsorgane oder?? Daran erkenne ich erst einmal Männlein oder Weiblein. Der Rest ist Kopfsache. Das Mädchenist neun Jahre alt und es wird noch eine Weile dauern, bis sie sich vielleicht entscheidet ein Junge zu sein. Dann kann ja wieder geklagt werden.

  7. 30.

    Genau das empfinde ich auch
    Hier will sich eine Mutter auf Kosten ihres Kindes in irgendeiner Form profilieren

  8. 29.

    Es geht hie nicht ums Kind, sondern um das Selbstdarstellungsbedürfnis der Mutter. Ich hätte im Übrigen auch gern den Vater dazu gehört. Kann der RBB hier recherchieren? Ist bestimmt spannend, um nicht zu sagen aufschlussreich. Zwinker.

  9. 28.

    Sehr beruhigend, zumal das Urteil dieses "Pilotfalls" ja Orientierung für zukünftige ähnlich gelagerte Streitigkeiten bietet. Zu befürchten wäre durchaus, dass so einige Männer darauf kommen würden, sich in Frauenensembles reinzuklagen...

  10. 27.

    Na gut, als Tiger gesprungen u d als Bettvorleger gelandet. Müssen denn unsere Gerichte ihre Zeit mit jedem Kleinkram verschwenden, es gibt doch bestimmt Wichtigeres,als das Ego einer Helikoptermutter. Ich wünsche der Kleinen, dass sie einen Chor findet, der ihr Talent weiter fördert

  11. 26.

    Es ist schon schlimm mit welchem Blödsinn sich Gerichte abgeben müssen. Hoffentlich muss die Mutter die Kosten selber tragen. Bleibt noch die Zeitverschwendung.
    Ein Knabenchor ist nun mal kein gemischter Chor. Sagt schon der Name.
    Langsam aber sicher geht einem dieser Genderwahn auf die Nerven.
    Irgendwann verlangt noch einer gemischte Umkleidekabinen.

  12. 25.

    Was ist, wenn sich das Kind aber nicht wie ein Mädchen fühlt. Wenn es in ein paar Jahren sein Geschlecht ins männliche anpasst und non-binär wird. Diese alten starren Geschlechtskonstrukte sind furchtbar. Die einzig gültige Entscheidung gegen dieses Kind im Chor wäre gewesen: deine Stimme passt nicht rein. Alles andere ist krass diskriminierend.
    Und nun kommt hier nicht mit biologisches Geschlecht. In vielen Ländern gibt es seit Jahrhunderten „Zwischen“Geschlechter, in der Tierwelt gibts das..nur wir deutschen behaarten auf Frau und Mann.

  13. 24.

    Knabenchor ist Knabenchor. Fertig. Die Dame ist scheinbar nicht ausgelastet. Und hat ihrer Tochter keinen Gefallen getan. Hoffentlich muss sie die Gerichtskosten tragen.

  14. 23.

    Ein Knabenchor ist nun mal ein Knabenchor, genau wie ein Mädchenchor eben ein Mädchenchor ist. Was gibt es nur für Eltern, die ihre Kinder für ihre abtrusen Ideen missbrauchen.
    Damit müssen sich nun Gerichte beschäftigen. Grausam.

  15. 22.

    Was gibts da zu gerichteln: Es ist ein Knabenchor ,basta !

  16. 20.

    Wie wär's mit der Gründung eines Mädchen Chor s? Dann darf da kein Junge rein. Und die Mutter hört betört zu.

  17. 18.

    Zitat: "Wahrscheinlich werden die Grünen nach der Wahl eingeschlechtl. Chöre wegen der Gleichberechtigung verbieten."

    Puh, ich hatte schon Angst, dass DIE GRÜNEN bei diesem Thema keine Erwähnung finden. Noch mal Glück gehabt . . .

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