Theater und Museen - Kulturangebote für Kinder starten in Berlin

Zwei Kinder im Kindermuseum Berlin Wedding (Quelle: dpa/Doris Spiekermann-Klass)
Audio: Inforadio | 01.06.2021 | Ann Kristin Schenten | Bild: dpa/Doris Spiekermann-Klass

Die Corona-Pandemie aus Sicht von Kindern - mit diesem Thema startet das Grips Theater aus der Corona-Pause. Auch andere Häuser öffnen ihre Türen für das kleine Publikum. Für manche kommen die Öffnungen allerdings zu kurzfristig. Von Ann Kristin Schenten

Ein dreijähriges Kind hat nun schon sein halbes Leben in der Pandemie verbracht. Erwachsene mit Masken, ständige Tests und geschlossene Schulen oder Kitas, viele Kinder beschäftigt das. Das Grips Theater in Berlin-Mitte bringt ihre Perspektive auf die Corona-Pandemie daher diese Woche auf die Bühne. Möglich macht es das Pilotprojekt des Berliner Senats "Perspektive Kultur". Das Stück "Vier bei dir" ist für Kinder ab drei Jahren geeignet und wird zunächst am 2. Juni und 3. Juni aufgeführt.

Neue Lockerungen ab dem 4. Juni

Ab dem 4. Juni gelten in Berlin neue Lockerungen. Dann dürfen auch Veranstaltungen drinnen mit bis zu 100 Leuten und draußen mit bis zu 1.000 stattfinden. Für die Kindertheater in Berlin bedeutet das, dass die Spielzeit im Juni eröffnet ist. So fährt beispielsweise das Atze Musiktheater im Wedding mit zahlreichen Inszenierungen auf. Am Samstag starten sie mit dem Stück "Blödes Bild" für Kinder ab drei Jahren, die Vorstellung ist allerdings ausverkauft. Den ganzen Juni über gibt es aber zahlreiche weitere Aufführungen.

Komische Oper kann im Sommer nicht für Kinder spielen

Schwieriger hat es da die Komische Oper Berlin. Denn die kindgerechten Inszenierungen dieser Spielzeit wurden bereits abgesagt und die Darstellerinnen und Darsteller nun anders verplant. Die Lockerungen des Senats kommen für die Komische Oper zu kurzfristig. Daher bereitet sich das Haus auf den Herbst vor, dann soll eine neue Kinderoper uraufgeführt werden.

Die Verantwortliche für Fundraising und Sponsoring, Verena Thole-Kamps weist zudem auf eine Kultur-Spendenaktion für Kinder hin. Viele Kinder konnten, während der Corona-Pandemie Kulturangebote kaum oder nur eingeschränkt nutzen, daher werden nun Spenden für Operntickets gesammelt. Die Aktion richtet sich an Klassen, Gruppen oder Individuen, die sich sonst kein Opernticket leisten könnten.

Neues Kindermuseum "Unterm Dach"

Auch abseits von Musik und Theater können Kinder mehr kulturelles in Berlin erleben. Am 4. Juni eröffnet in Tempelhof-Schöneberg das Kindermuseum "Unterm Dach". In der neuen Ausstellung "Iss dich schlau – von Apfel bis Zimt", dreht sich alles um das Thema Ernährung. Die Kinder können in einem Labor oder einem Gemüsegarten spielerisch die Welt der Ernährung kennenlernen.

Das Labyrinth Kindermuseum in Mitte eröffnet noch nicht am 4. Juni. Die Geschäftsführung muss weitere Schritte des Berliner Bildungssenats abwarten, bis sie öffnen dürfen. So lange finden aber ab dem 10.Juni draußen Schnitzeljagden statt, unter dem Motto "Stadt, Land, Fluss" wird unter anderem die nahgelegene Panke erkundet.

Die nächsten Wochen werden für Berliner Kinder also noch nicht ganz vollgepackt mit Premieren und Ausstellungsbesuchen sein, aber auch die Kinder-Kulturszene kann so langsam wieder zur Normalität zurückkehren.

Sendung: Inforadio, 01.06.21, 07:55 Uhr

Beitrag von Ann-Kristin Schenten

2 Kommentare

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  1. 2.

    "Wieso werden Tickets durch unsere Steuergelder finanziert? ..."

    Wo steht dies im dem Artikel? Habe ich nicht richtig gelesen?
    Dort steht etwas von einer Spenden-Aktion, um auch der "alleinerziehenden Mutter mit Putzjob" und ihrem Kind einen Opernbesuch zu ermöglichen.

  2. 1.

    Wieso werden Tickets durch unsere Steuergelder finanziert? Es tut mir ja leid für die Theater aber das sind WIRTSCHAFTSUNTERNEHMEN. Dann gehen die halt pleite wie jeder "normale Mensch" mit seiner kl. Bäckerei oder der Änderungsschneiderei auch! Da kommt auch nicht Herr Müller und sagt: Für jede gekürzte Hose zahlt Berlin noch ein mal 100%!

    Und ich frage jeden: Was benötigt ihr eher: Etwas zu Essen (den Bäcker..), eine genähte/gekürzte Hose... oder die 200. Interpretation von Faust? Der Bäcker und co wartet immer noch auf die Novemberhilfe sofern er nicht (wie hier Köpenick zu sehen z.B.) PLEITE GEHT und da kommt kein Herr Müller..

    Da Herr Müller aber gerne Freizeit haben will fördert er und der Bund nur Dinge von denen auch sie selber profitieren.
    Wer geht zur Gala in die Oper? Sicher nicht die alleinerziehende Mutter die nebenbei noch einen Putzjob machen muss.

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