Frontmann von "Ton Steine Scherben" - Rio Reiser bekommt Ehrengrab in Berlin

Grastätte von Rio Reiser auf dem Alten St Matthäus Kirchhof in Berlin-Schöneberg (Foto: imago images / Schöning)
Bild: imago images / Schöning

Rio Reiser bekommt ein Ehrengrab in Berlin. Das teilte der Berliner Senat nach seiner Sitzung am Dienstag mit.

Reiser sollte in diesem Jahr bereits mit der Umbenennung des Heinrichplatzes in Berlin-Kreuzberg geehrt werden. Die Umbenennung in Rio-Reiser-Platz wurde nach Einsprüchen von Anwohnern jedoch vorerst abgesagt.

Frontmann von "Ton Steine Scherben"

Reiser wurde am 9. Januar 1950 als Ralph Christian Möbius in West-Berlin geboren und nur 46 Jahre alt. Der Sänger wurde als Frontmann der Band "Ton Steine Scherben" bekannt. Die Band war vor allem aufgrund ihrer sozialkritischen Texte in Songs wie "Keine Macht für Niemand", "Macht kaputt, was euch kaputt macht" oder der Hausbesetzerhymne "Rauch-Haus-Song" bekannt. Von der anschließenden Solokarriere in den 1980er Jahren ist vor allem Reisers Song "König von Deutschland" einem Millionenpublikum vertraut.

Von 1971 bis 1975 wohnten die Mitglieder von "Ton Steine Scherben" in einer Wohngemeinschaft in Berlin-Kreuzberg, eine Gedenktafel am Tempelhofer Ufer 32 erinnert daran.

Rio Reiser-Gedenktafel am Tempelhofer Ufer (Foto: imago images / Klaus Martin Höfer)

Grabstätte in Berlin-Schöneberg

Nach seinem Tod am 20. August 1996 wurde Rio Reiser zunächst auf seinem privaten Grundstück in Nordfriesland begraben. Nach dem Verkauf des Grundstücks 2011 wurde der Leichnam Reisers auf den Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg umgebettet.

Mit der Auszeichnung eines Ehrengrabes ist auch verbunden, dass das zuständige Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg die Kosten für die Grabpflege, die Instandhaltung der Ehrengrabstätte und des Grabmals sowie für die Verlängerung des Nutzungsrechts trägt, sofern diese Kosten nicht von Angehörigen oder Dritten getragen werden.

Sendung: Abendschau, 06.07.2021, 19:30 Uhr

16 Kommentare

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  1. 16.

    Die Band fand ich schrecklich aber als Solokünstler fand ich ihn viel besser. Gute Entscheidung. PS,, war da nicht Frau Claudia Roth als Managerin tätig?

  2. 15.

    Beim MDR wurde es geschrieben, dass Laky ein Ehrengrab in Berlin bekommt.

  3. 14.

    Vielen, vielen Dank an @ A22 und natürlich auch an Dich Liebe Alt-Westberlinerin. Denke ich an Rio Reiser, denke ich zurück an eine Zeit wo viele Häuser in Westberlin bis Anfang der 80er Jahre dem Verfall ausgesetzt waren. Und das nicht nur in Kreuzberg. Auch ich war kurz davor, mit meinem damaligen Freund eine leerstehende Wohnung in der Danckelmann Straße in Charlottenburg zu besetzen. Wir konnten es nicht verstehen wie solch schöne alte Bausubstanz Jahrelang vor sich verrotteten.

  4. 13.

    Dann erhellen Sie mich bitte, indem Sie zumindest EINE entsprechende Tat dieses Barden aufführen.

    @ Wolf_50: Danke.

  5. 12.

    Liebe User, einfach mal ein bisschen mehr Berlin-Geschichte inhalieren... sollte helfen, sich in der Umgebung zurecht zu finden....und fundierter mitzureden

  6. 11.

    Da ist sie wieder, die Sehnsucht nach dem alten, offenen Westberlin, wo jeder so sein durfte, wie er eben war. Schlecht singen mit guten Texten? Kein Problem. Nicht hübsch sein, aber "Sympath"? Kein Ding. Feiern durfte man, bis man auch auf allen vieren nicht mehr vorwärts kam, und das ohne Pöbeleien und Polizeieinsatz! Und RIO, mein König, immer dabei.

    Danke, und Ehre, wem Ehre gebührt!

  7. 10.

    Dem kann man nur voll zustimmen!
    (Wird wahrscheinlich sofort wieder gelöscht)

  8. 9.

    Wenn ich darf:

    Neuhinzugezogene haben also weniger Rechte als Alteingesessene?
    Und nochmal: Was hat Reiser denn Besonderes geleistet, außer ein mittelmäßig erfolgreicher (aber grauenhafter) Sänger gewesen zu sein?
    Was hat er getan, um eine solche Ehrung zu verdienen?

  9. 8.

    Wenn sich neu hinzugezogene Berliner in der Nachbarschaft schon darüber beschweren und gar gestört fühlen, einen kleinen Platz in Kreuzberg nach Rio Reiser zu benennen, sagt das schon viel über das neue Berlin aus. Und sich dann auch noch darüber auszulassen, wenigsten sein Grab mehr Würde zu geben ist in Erinnerung an das alte Westberlin sehr angemessen.

  10. 7.

    Wenn man in dieser Stadt irgendwie mit Hausbesetzern zu tun hat oder Radfahrer ist dann ist halt alles möglich .Ansonsten ist mir auch unklar welche besonderen Verdienste er hat . Die Musik konnte man sich anhören, die war ganz OK , aber dafür ein Ehrengrab ???

  11. 6.

    Eine wie ich finde, sehr richtige Entscheidung. Wenn Sie darüber einen dicken Hals bekommen, zeigt es doch nur welch hohe Wirkung die Band und vor allem Rio immernoch hat.

  12. 5.

    Wie man an der Entscheidung am Heinrichplatz sieht, teilt nicht jeder Berliner den Hype um Reiser.

  13. 4.

    Und WESHALB bitteschön soll er diese Ehrung verdient haben?
    In welcher Weise hat err sich um diese Stadt besonders verdient gemacht?
    (Außer damit, dass er in Berlin geboren wurde und ziemlich bekannt war.)

  14. 3.

    Endlich hat man Rio Reiser in Berlin völlig verdient ein Ehrengrab zuerkannt. Gegenüber dem rbb finde ich es merkwürdig, dass man Reinhard Lakomy noch nicht einmal erwähnt, dass ihm völlig zurecht die gleiche Ehre zukommt. Nicht zum ersten Mal diese Einseitigkeit!

  15. 2.

    Als wenn wir keine anderen Sorgen in dieser Stadt haben. Ich fasse es nicht wofür noch allescGeld verpulvert wird.

  16. 1.

    Eine großartige Geste. Rio war ein großartiger Künstler. Und wenn Mann dann zu früh verstirbt….

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