Format passt nicht - Helge Schneider sagt Strandkorb-Konzerte ab - auch Hoppegarten

Helge Schneider - Let s lach beim Strandkorb Open Air in der Brita Arena Wiesbaden. (Quelle: imago-images/BOBO)
Bild: imago-images/BOBO

Der Entertainer Helge Schneider hat seine weiteren Konzerte im Rahmen des Formats Strandkorb Open Air abgesagt. Damit entfällt auch der Auftritt am 17. September auf der Rennbahn Hoppegarten (Kreis Märkisch-Oderland).

Schneider erklärte am Dienstag, er habe Respekt für das Engagement des Veranstalters, der mit dem neuen Konzept überhaupt erst wieder Livekonzerte vor größerem Publikum möglich gemacht habe. Aber für ihn passe das Format nicht.

Karten können zurückgegeben werden

Schneider hatte am Freitag ein Konzert in Augsburg abgebrochen. Dabei saßen die Zuschauer in Strandkörben, um in der Corona-Pandemie Abstand zu halten. Karten für die Konzerte könnten dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.

Beide Parteien hätten sich zudem auf eine gemeinsame Spende in Höhe von 20.000 Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz geeignet, um zu zeigen, "dass der finanzielle Aspekt genauso wenig im Vordergrund der Entscheidung stand wie eine etwaige Kritik am Strandkorb Veranstaltungsformat".

14 Kommentare

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  1. 14.

    Ich finde es besser und auch konsequent und ehrlich, er sagt die Konzerte ab, als dass er zwanghaft schlechte Konzerte gibt. Vielleicht hat er es sich anders vorgestellt, jeder darf seine Meinung auch mal ändern. So bekommen die Zuschauer ihr Geld für die Karten wieder und müssen sich nicht über eine schlechte Performance ärgern.
    Ich finde auch nicht, dass Künstler die Verpflichtung haben, jetzt unbedingt alle aufmuntern und allen Mut machen zu müssen. Es sind Künstler, keine Therapeuten. Wenn sie ihre Kunst nicht so machen können, wie es ihnen zusagt, dann eben nicht.

  2. 13.

    Warum sollten sich die Besucher bescheuert vorkommen? Helge Schneider macht keine Tanzmusik und bequem sitzen ohne drängelnden oder nach Knoblauch riechenden Nachbarn ist doch auch nicht zu verachten.

  3. 12.

    Bald kommt extra für Leute wie Sie die Super-Variante. Da braucht man nur davon zu lesen oder zu hören und muss nicht mal mehr ins Freie, um sich anzustecken. Dank Aufklärung beim rbb. Oh mein Gott! Corona macht nicht krank, sondern ddumm. Dank an den "Moderator" für diesen Beitrag.

  4. 11.

    Aber Sie wissen sicherlich schon, Helge Schneider ist ein begnadeter Jazzmusiker. Nur damit läßt sich weniger Geld verdienen und Helge hat damals eine Marktlücke entdeckt. Zu recht wie ich finde. Aber wie bei allen Musiker*innen u.Sänger*innen( Nena hat’s auch gerade gezeigt) hängt viel Eitelkeit und Stolz mit drin.

  5. 10.

    Wenn Delta nun auch ansteckender im Freien ist, hat sich das mit jeglichen Veranstaltungen im Freien erledigt. Und die nachfolgenden Varianten breiten sich auch schon aus. Wir brauchen viel mehr Impfungen damit die Kultur überleben kann in den nächsten Jahren!

  6. 9.

    Es ist ja auch über alle Maßen lächerlich! Dass sich die Zuschauer in ihren Strandkörben nicht bescheuert vorkommen...

  7. 8.

    Ich kann verstehen, dass ein Künstler ungeteilte Aufmerksamkeit für seine Arbeit möchte. Ich verstehe allerdings nicht, warum er sich dann überhaupt erst auf dieses Konzept einlässt. Auch im letzten Jahr gab es schon Strandkorbkonzerte, sodass der Ablauf nicht neu war. Außerdem gibt es sicher vorher Absprachen darüber mit dem Veranstalter. Warum wurde keine Vereinbarung getroffen, dass während der Darbietung keine Bedienung stattfindet? Kenne ich jedenfalls so von anderen Veranstaltungen. Ich finde das Verhalten von Helge Schneider gegenüber dem Publikum daher nicht fair. Damit meine ich den vorzeitigen Abbruch des ersten Konzerts, nicht die Absagen der anderen.

  8. 7.

    Natürlich paßt das Konzept nicht. Sieht man eigentlich sofort. Nett im Strandkorb mit Bedienung am Platz berieseln lassen kann man sich von anderen Leuten als dem recht anspruchsvollen (doch, doch) Helge Schneider.

    Auch generall: lieber soll es Künstlern finanziell gut genug gehen, daß sie sich frei ihrer Kunst widmen können, als daß sie sich zum Überleben jedem noch so unpassenden Format andienen müssen. Ist natürlich ein utopisches Konzept. Ein Publikum mit der Einstellung "wir zahlen, jetzt liefer uns mal Unterhaltung" hat aber keine Kunst im Sinn.

  9. 6.

    Danke, JustABerliner, ich bin ganz Ihrer Meinung.
    Andererseits gibt auch noch Künstler, die, obwohl es ihnen gut geht, trotz der ungewohnten Formate auftreten. Sie wollen den Menschen weiter Mut machen, entgegen der eigenen Befindlichkeiten. Was wären sie ohne Publikum?

  10. 5.

    Ich kann die Künstler aber auch verstehen denn es wird wie so oft mit zweierlei Maas gemessen .
    Wenn man den CSD mit 60 000 Menschen verfolgt hat und kein Abstand gehalten wurde und nicht jeder eine Maske trug muss der Unmut schon sehr groß sein wenn man sein Publikum dann sehr begrenzt in Strandkörben vor sich hat .
    Das ist einfach nur meine Meinung .

  11. 4.

    Wenn Sie künstlerische Performance in immer gleich hoher Qualität verlangen, sollten Sie z.B. immer wieder eine Spieluhr aufziehen oder alte Lieblings-Livemitschnitte ansehen.

    Helge Schneider lebt von der Improvisation. Wenn diese Format für H.S. nicht passt, dann wird's nichts mit den Auftritten.
    Bei Dosenmusik mag das anders sein.

  12. 3.

    Dem stimme ich soweit zu. Um bei Helge Schneider zu bleiben. Ihm störte beim letzten Strandkorbkonzert das hin und her wuseln vor der Bühne durch die Gastronomie Angestellten, die ihre Gäste bedient haben. Das hat er auch deutlich zu verstehen gegeben. Dies würde dem Konzert nicht dienlich sein.

  13. 2.

    Sie machen sich es da (viel) zu einfach. Schneider stört sich wohl an der Distanz zwischen ihm und seinem Publikum bei diesem Format. Und das im wortwörtlichen Sinne (Abstände, Strandkörbe), als auch im anderen / übertragenden Sinne: beim ersten Konzert war wohl ein Teil des Publikoms mehr damit beschäftigt, sich vom Servicepersonal ein frisches Bierchen oder Aperol Spritz bringen zu lassen und einen lauschigen Sommerabend "am Strand" zu verbringen als ENDLICH wieder ein Konzert zu besuchen. So zumindest die Berichte.

    Für mich nachvollziehbare Entscheidung. Wobei man nachfragen kann, was er bei dem Konzept erwartet hat.

  14. 1.

    Schade, wenn besonders Künstler - die ja im Regelfall als besonders kreativ gelten - sich nicht an neue, ungewohnte Formate, die der aktuellen Pandemiesituation geschuldet sind, anpassen können - oder wollen!

    Dem Publikum wären Veranstaltungen in den altbekannten Formaten auch lieber!

    Die einen Künstler vermitteln das Gefühl, das sie ENDLICH wieder auftreten wollen, auch weil sie die Einnahmen aus ihrem Beruf zum Überleben benötigen, anderen hingegen scheint es finanziell so gut zu gehen, das sie nur noch aus Lust auf die Bühne wollen.
    Und wenn sie keinen "Spaß" bei ihrem Auftritt haben, sagen sie halt lieber Auftritte ab, als ihr Publikum auch in schwierigen Zeiten mit ihrer Darbietung zu unterhalten (wenn's auch schwerfällt)...

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