Hamburger Liedermacher mit Berliner Herz - Wolf Biermann übergibt Archiv und Tagebücher an Berliner Staatsbibliothek

Symbolbild: Liedermacher Wolf Biermann gibt am 07.07.2019 beim "Tag der offenen Tür" in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ein Interview bevor er sein Konzert beginnt. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
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Archiv und Tagebücher des zu DDR-Zeiten bekannt gewordenen Liedermachers Wolf Biermann gehören künftig zum Bestand der Berliner Staatsbibliothek. Sie erwarb mit Hilfe des Bundes sowie der Kulturstiftung der Länder das private und berufliche Archiv und auch die persönlichen Tagebücher des 84-Jährigen.

Liedermacher Wolf Biermann anlässlich eines Konzertes am 03.10.1990 in Berlin. (Quelle: imago images/Werner Schulze)
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Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Staatsbibliothek gehört, kündigte am Mittwoch eine feierliche Übergabe für kommenden Dienstag an. Biermann selbst wird demnach Lieder und Gedichte auf der Veranstaltung beitragen.

Biermann spiegele mit seinem Werk wie kein anderer Zerrissenheit und Vereinigung Deutschlands wider, erklärte die Bibliothek. "Er war eine der wichtigsten politischen Stimmen des Widerstands in der DDR. Mit seinen politischen Essays regte er im wiedervereinigten Deutschland wichtige Debatten an."

Enge Bindung zu Berlin

Der in Hamburg geborene Biermann war 1953 in die DDR gezogen und lebte in Ost-Berlin. Dauerhafte Auseinandersetzungen mit Staat und Partei gipfelten 1976 in seiner Ausbürgerung, die in Ost und West einen Sturm der Entrüstung auslöste. Biermann lebt mit seiner Frau Pamela in Hamburg, ist aber weiter eng verbunden mit Berlin und denkt nach eigenen Worten immer wieder über eine Rückkehr nach.

Die Staatsbibliothek Berlin zählt zu den weltweit wichtigsten Einrichtungen ihrer Art und ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum. In ihren Regalen und Archiven finden sich rund 25 Millionen Bücher, Medien und Objekte.

Sendung: Abendschau, 07.07.2021, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Biermann sollte endlich offenlegen, das er seine Steuern nach seiner Ausbürgerung an die DDR alle bezahlt hat. Damit dies Gerücht er habe den DDR-Bürgern welche so viel für ihn getan haben nicht um ihr Geld gebracht verstummt.

  2. 4.

    Interessantes zu Biermann, der sich nach eigener Aussage nur aus „Daffke" zum Kommunismus bekannt hatte, zuletzt aber richtigerweise als „Renegat" bezeichnete, findet man in dem Buch „Sänger und Souffleur : Biermann, Havemann und die DDR". - Berlin : edition Ost, 2006 (ISBN: 978-3--360-01075-9

  3. 3.

    Ach ja, die "wichtigen Debatten" die Herr Biermann "im wiedervereinigten Deutschland angeregt hat"... seine Parteiname für den ersten deutschen Angriffskrieg seit 1945... seine große, immer wieder beschworene Liebe zur CDU/CSU... sein verharmlosen der NSA-Überwachung und seine Verunglimpfung derer Kritiker als "Propagandisten"... ich erinnere mich noch gut an diese Glanzleistungen.

  4. 2.

    Ein unbequemer Zeuge der Geschichte, der den Bequemen , die unbequeme Wahrheit zur Verfügung stellte. Danke Herr Biermann.

  5. 1.

    "Sie erwarb mit Hilfe des Bundes sowie der Kulturstiftung der Länder das private und berufliche Archiv und auch die persönlichen Tagebücher des 84-Jährigen."
    Wie ist das zu verstehen? Durch Überzeugungsarbeit oder durch Geld? Würde mich wirklich echt interessieren. Geht leider nicht aus dem Artikel hervor. Es scheint ja ein großes Interesse der Bevölkerung daran zu bestehen?

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