Bühnen- und Fernsehschauspieler - Herbert Köfer im Alter von 100 Jahren gestorben

er Schauspieler Herbert Köfer, aufgenommen bei der MDR-Talkshow "Riverboat" am 19.02.2021 in Leipzig. (Quelle: dpa/Kirsten Nijhof)
Video: rbb|24 | 26.07.2021 | Material: Archiv | Bild: dpa/Kirsten Nijhof

Ob Theater, Film oder Fernsehen: Herbert Köfer war in der DDR und auch nach dem Mauerfall Schauspieler mit vollem Terminplan. In einem Alter, in dem andere sich zur Ruhe setzen, war für den gebürtigen Berliner noch lange nicht Schluss.

Der Schauspieler Herbert Köfer ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 100 Jahren, wie seine Witwe Heike Köfer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Er war einer der bekanntesten Schauspieler der DDR und auch nach dem Mauerfall erfolgreich.

Köfer, am 17. Februar 1921 in Berlin geboren, stand rund 80 Jahre auf der Bühne. Er war Theater- und Filmschauspieler, Moderator und Synchronsprecher. Vor allem in seiner Paraderolle als Opa Paul Schmidt in der DDR-Fernseh-Serie "Rentner haben niemals Zeit" spielte er sich in die Herzen der Zuschauer.

Köfer war von Anfang an ein prägendes Gesicht des DDR-Fernsehens: 1952 verlas er dort die ersten Nachrichten - in der "Aktuellen Kamera". Auch bei der letzten Sendung an Silvester 1991 war er dabei. Der Mime spielte in DEFA-Filmen wie "Nackt unter Wölfen" (1963) mit und nach der Wende in beliebten TV-Serien wie "In aller Freundschaft", "SOKO Leipzig" oder "Ein starkes Team".

In Schwänken und Komödien, aber auch Stücken über ernsthafte Themen war er auf Leinwand, Bühne oder im Fernsehen zu sehen. "Eine schöne Rolle im Film macht Spaß, auf der Bühne ist es ganz anders, die Bühne ist mein Podium", sagte er. Von Ruhestand wollte er nichts wissen. "Der Beruf ist mit Schönheit verbunden und die auch anstrengende Arbeit mit Erfüllung." Zuletzt lebte er am Seddiner See in Brandenburg.

Sendung: rbb24, 25.07.2021, 21:45 Uhr

33 Kommentare

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  1. 33.

    So viel, wie ich weiß ist Rolf Herricht während einer Aufführung von "Kiss Me, Kate" am Berliner Metropol-Theater auf der Bühne gestorben.

    Bleiben sie gesund

  2. 32.

    > "Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten."
    Immer! Ein Mensch ist vom Charakter immer ein vielschichtiges Wesen.
    Für mich bleibt bei Herbert Köfer mehr Licht als Schatten. Das wenig Schatten haben wohl nur wenige sehr persönlich enge Leute erlebt. Wir so als Mehrheit im Publikum und selten mal etwas außerhalb seiner Rollen haben das mehr Licht gesehen. Und so behalte ich ihn auch gerne in meiner Erinnerung. Mann/Frau/Es darf in Angenken auch ein wenig nachsichtig und verklärend sein. Kritik hilft den Lebenden, nicht mehr den Toten. Herbert Köfer war kein übler, er war ein Volksschauspieler! Wie sonst hätte er mit seiner Art und seiner Kunst über mehr als zwei Generationen auf der Bühne, im Film und im TV präsent sein können! Das schaffen wirklich nur sehr wenige.

  3. 31.

    Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
    Bei Herbert Köfer ebenso.
    Es wäre unanständig nicht auch das zu thematisieren.
    Das Köfer ein Choleriker war, ist allseits bekannt.
    Und, letztlich kann ich mich Trude Herr anschließen:
    Herbert, Ruhe in Frieden mit dir und der Welt

  4. 30.

    Werte Trude Herr (diesen Namen einer geachteten Künstlerin für ihren diesen Kommentar zu missbrauchen, ist an sich schon ungehörig)
    Zwischen einem Choleriker und einem Pedanten, der Herbert Köfer in seiner künstlerischen Arbeit auch war, ist ein weiter Unterschied. Dass Pedanten ungeduldig sind und auch mal ernste Worte finden, wenn andere ihrer Meinung nach schlampig Arbeiten, ist hinlänglich bekannt.
    Als Beispiel: Klaus Kinski war ein typischer Choleriker.
    Ich habe Herbert Köfer zu tiefsten DDR Zeiten mal bei einer öffentlichen Generalprobe erlebt. Ja es vielen auch ernste Worte, wenn ein anderer Kollege oder die Beleuchtung mal den richtigen Einsatz verpassten. Aber nie ausfallend, sondern mehr in der Art Lehrer. Das war sicher nicht für jeden kuschel-sympathisch. Aber er wollte für sein Publikum immer die perfekte Vortellung - nicht nur für seine Rolle, sondern für das gesamte Ensemble und das genze Stück.

  5. 28.

    Wenn jemand verstorben ist, sollte man öffentlich nicht böse Dinge sagen, denn der Verstorbene kann dazu keine Stellung mehr nehmen und der Wahrheitsgehalt ist fraglich.

  6. 27.

    es sind zu schöne Kindheitserinnerungen...

    bis zum heutigen Tag ....

  7. 26.

    Als Schauspieler top, rein menschlich eher ein Flop.
    Mitarbeiter werden sich an seine cholerischen Ausbrüche gerne erinnern.
    Nun aber, Herbert, Ruhe im Frieden mit dir und der Welt.

  8. 25.

    Ach Herbert. Es gibt zum Glück so viele Momente die in Zelluloid gebannt wurden mit dir! Am schönsten sind für mich die Nummern mit Helga! Da muss ich schon wenn ich dran denke einfach wieder schmunzeln! RIP Herbert!

  9. 24.

    Vielen vielen Dank für sehr viele unvergessene Unterhaltungsmomente, egal ob Filme, Schwänke, ob Theater oder Kessel Buntes. So hat Deutschland wieder einen Volksschauspieler verloren.
    Mein tiefes Beileid an die Familie.

  10. 22.

    Herbert Köfer--immer ein Höhepunkt in meinem Leben ( bin 84 )
    Aber einmal werden wir die Erde verlassen müssen,
    sei es noch so traurig für die Angehörigen, die man nur trösten kann
    welch Zufall :
    Heute im MDR : "Geschichten übern Gartenzaun" in Gedenken

  11. 20.

    Sehr geehrte Frau Ellen,
    ihr letzter Satz erinnert mich an folgende Situation. 29.8.1981, Stadthalle Cottbus, Ein Kessel Buntes. Moderation: Helga Hahnemann. Auf dem Programm stand ein Sketch, den sie mit dem unvergessenen Magdeburger Rolf Herricht spielen sollte. Rolf starb aber 2 Tage vorher während der Aufführung von "My Fair Lady", sodaß Herbert, der sich zu der Zeit im Urlaub an der Ostsee befand, angerufen wurde, er ruckzuck mit dem Auto erst nach Adlershof und dann mit dem Manuskript weiter nach Cottbus. Er konnte sich nicht vorbereiten, sodaß der Sketch improvisiert wurde. So in Rolf seinem Sinne.
    Mit freundl. Grüßen

  12. 19.

    Und vor ein paar Tagen habe ich noch zu einem Bekannten gesagt, wenn der so weitermacht überholt der lässig vom Alter her Jopi Heesters.

  13. 18.

    Herbert Köfer wurde nicht am 27.2.1921 geboren, sondern am 17.2.1921. So viel Sorgsamkeit bei einem Nachruf sollte wohl sein.

  14. 17.

    Danke, lieber Herbert. Du hast mich mein ganzes Leben begleitet. Ob "Nackt unter Wölfen" oder "Rentner haben niemals Zeit". Du warst immer großartig. Ruhe in Frieden. Viel Kraft wünsche ich deiner Familie.

  15. 16.

    Deine Art zu spielen werde ich nicht vergessen. Ruhe in Frieden. Der Familie Köfer alles Gute.

  16. 15.

    Mensch und Schauspieler!!!DANKE!!!

  17. 14.

    Danke für viele schöne Filme. Es war immer ein Genuss.

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