Abriss des Stadtschlosses in 2050 - Verein fordert Wiederaufbau des Palasts der Republik

Der Palast der Republik wurde im Jahr 2006 abgerissen (Quelle: FLAC/Helga Lade)
Bild: FLAC/Helga Lade

Wenn am Dienstag im Stadtschloss der Festakt zur Eröffnung des Humboldt-Forums beginnt, soll parallel ein weiterer Startschuss fallen: Der Förderverein Palast der Republik beginnt dann Spenden für den Wiederaufbau des DDR-Baus anzunehmen. Das wurde am Montag auf der Website palast.jetzt angekündigt.

"Wir fordern und fördern den Wiederaufbau des Palasts der Republik in seinem Zustand von 2005", heißt es dort. Das neuerbaute Stadtschloss müsse dafür natürlich weichen. Was bleiben soll, sei hingegen die Jahrzehnte andauernde Debatte um die Bedeutung des Ortes. "Wir wollen dazu beitragen, dass die konfliktive Geschichte in der Berliner Mitte präsent bleibt."

Zeitplan orientiert sich geradezu satirisch am Stadtschloss-Aufbau

Der rekonstruierte Berliner Barock soll auf 30 Jahre begrenzt an diesem Ort bleiben dürfen. Exakt die Zeit, die der Palast überdauert hatte. 2050 muss das Stadtschloss dann weichen, finden die Initiatoren.

Dabei liefern sie eine Begründung für ihre Forderung, die sich exakt an den Beweggründen des Fördervereins Berliner Schloss orientiert. "Der Palast (statt Schloss) wird das vertraute Bild Berlins wiederherstellen, die historische Mitte Berlins komplexer, aber auch lebenswerter machen (statt vervollständigen), das Stadtbild heilen." Kritik wird außerdem daran geübt, dass Gebäude nach historischen Vorbildern rekonstruiert werden, statt tatsächlich neue Architektur in der Stadt zu schaffen.

Geradezu satirsch wirkt der selbstgesteckte Zeitplan, der sich ebenfalls bei den Ideen der Stadtschloss-Unterstützer bedient: Zuerst wolle man ein Bronzemodell des historischen Palasts vor dem Stadtschloss positionieren, ab 2025 solle dann mit Gerüsten und Planen vor Ort seine Ausmaße simuliert werden, später werde ein Teilfassade aufgebaut, nach dem Abriss des Schlosses werde man sich Gedanken über die Finanzierung des Palasts machen. Den Anfang macht aber am Dienstag ab 14 Uhr der Beginn des Spendenaufrufs.

Die Kommentarfunktion wurde am 20.07.2021 um 18:24 Uhr geschlossen

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68 Kommentare

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  1. 66.

    Sie haben leider ein Problem einen sachbezogenen Kommentar abzugeben und sich den geschichtlichen Fakten zu stellen.

  2. 65.

    Wilhelm II ist nun mal nicht der Erbauer des Stadtschlosses. Bitte besser zielen, bevor Sie meinen, einen Blattschuss abgeben zu können.
    Oder: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Schnauze halten.

  3. 64.

    Das Stadtschloss wurde 1442 erbaut - soviel zu Ihren Geschichtskenntnissen. Wilhelm II, auf den sie abzielen, war in einer langen Reihe unverdächtiger Vorfahren der letzte. Er hat es allenfalls bewohnt.

  4. 63.

    Jedwedes Schloss hätte/sollte uns erspart bleiben. Dann aber bitte auch damit aufhören, dass kleinen Mädchen Prinzessin spielen wollen und überhaupt dieser ganze Märchenkram – ABSCHAFFEN!

  5. 62.

    Auch ich kann nur auf Thomas Pigor und sein Lied „Baut den Palast der Republik wieder auf“ verweisen. Er begründet ohne jede DDR-Nostalgie, warum das die bessere Wahl für diesen Ort wäre:
    "Ein Schloss-Neubau, das ist disney-like –
    Wer so was sehn will, der soll nach Braunschweig!"
    Aber natürlich predigte er damit bei den Fans der Beton-Attrappe zu tauben Ohren.

    Der lustigste Kommentar hier war jener, der den PdR als "Potjomkinschen Palast" bezeichnete. Dabei ist es das "Humboldt-Forum", das die täuschende Fassade hat ...

  6. 61.

    Ihr Gedankengang will verstanden wissen als auch meiner.
    Weder Palast, Schloss, Wippe noch Spaßbad werden diesen Ort aufwerten. Diese Bauten und Konstruktionen dienen Menschen, denen daran gelegen ist durch ihr Sein zu glänzen bzw. es unhinterfragt zu feiern – denk mal.
    Der Ort hätte an Bedeutung gewonnen, würde er menschenfrei gehalten werden – mitten in der Stadt, wie in Tokio der Tenno (Leere Mitte, Roland Barthes) – umsungen von Vögeln und anderem Getier. Dazu bedarf es Perspektive jenseits von Profilierungsnöten.

  7. 60.

    Gottchen ja, die " Hohenzollern-Diktatur". In jener Zeit gab es in ganz Europa nur "Diktaturen", was nun?

  8. 59.

    In diesem Sinne war ja auch die "DDR" schön antisemitisch.
    Siehe unkritische K. Marx Verehrung oder die Kooperation mit der PLO.
    Und schön im Stechschritt...

  9. 58.

    Thomas Pigor hat in seinem Song "Baut den Palast der Republik wieder auf!" schon damals alles gesagt was gesagt werden muss/te.

  10. 57.

    Klar, jeder eingesperrte Ossi war dann auch mal gerne im Disney-Land des SED-Staats, um diese Errungenschaften, die ja sonst in der "Republik" Mangelware waren, zu nutzen.Da müssen Sie niemanden überzeugen. Für den potjomkinschen Bau war dem SED-Staat nichts zu teuer.

  11. 56.

    Das Kitsch schloss hätte uns erspart bleiben können. Rein architektonisch fand ich den Palast der Republik „ ehrlicher“ in der Bauweise. Das nachgestellte Schloss ist reiner Neokitsch. Der Palast war „ vergiftet“ also auch nicht haltbar. Baugeschichtlich beides hinfällig. Auch mit dem polit. Hintergrund nicht akzeptabel.

  12. 55.

    Na dann können wir, wenn es nach Ihnen und Ihren Ansichten geht, die Museumsinsel einebnen, Schloss Charlottenburg, Sanssouci, den Dom und viele andere Gebäude platt machen. Sind ja von den Hohenzollern gebaut. Und "Kirchen Juste" hat einige der Berliner Kirchen gestiftet, bzw. den Bau derselben gefördert. Auch sprengen, wie die Versöhnungskirche auf dem Todesstreifen? Liebe Adriana, falls mein Kommentar durchgeht, Ihr Hass auf alles, was nicht aus der ach so schönen und tollen DDR kommt, ist schon bemerkenswert. Reißen Sie die Mauer in ihrem Kopf ab, das macht das Leben viel angenehmer.

  13. 54.

    Der Abriss des wunderbaren Plastes ist Schandtat und Verschwendung von Steuergeldern für ein blödsinnige Schloss-Attrappe obendrein.

  14. 53.

    Machen wir doch einen Kompromiß: Die falsche Barockfassade kommt wieder weg und dafür Marmor und Wärmeschutzverglasung ran.

  15. 51.

    Warum sagen Sie nichts zu den Verbrechen der Hohenzollern-Diktatur? Ist Voelkermord für Sie also irrelevant?

  16. 50.

    Was hätte man mit der Rund 1 Milliarde für eine unnütze und wertlose Fassade nicht machen können: Klimaschutz, alle Schulen in Brandenburg und Berlin sanieren, Bahnhöfe und Strecken erhalten, das Wohnungsproblem lösen und richtige Denkmäler erhalten.

  17. 49.

    Ihre Geschichtskenntnisse? Sonst wäre ihnen bekannt, dass es um Wilhelm II geht. Finden Sie es nicht als schlechten Witz das Gebäude mit seiner Geschichte von Unterdrückung und Antisemitismus jetzt als Hort der Kultur gefeiert wird, seine Geschichte dabei verschweigen wird? Der Antisemitismus hat in Preußen ein lange Tradition.

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