Museum der Moderne - Berliner Kunstmäzen Heiner Pietzsch ist gestorben

Heiner Pietzsch, Kunstsammler (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Video: Abendschau | 08.09.2021 | Christian Walther | Bild: dpa/Fabian Sommer

Gemeinsam mit seiner Frau Ulla hatte Heiner Pietzsch eine bedeutende Kunstsammlung aufgebaut, die künftig in dem Museum der Moderne am Berliner Kulturforum präsentiert werden soll. Nun ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.

Der Berliner Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot. Das bestätigte Anwalt und Kunstmäzen Peter Raue am Mittwoch dem rbb. Er starb am Dienstag im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit in einer Berliner Klinik, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Mittwoch mitteilte. Zunächst hatten "Bild" und "B.Z." berichtet.

Gemeinsam mit seiner Frau Ulla hatte Pietzsch eine bedeutende Kunstsammlung aufgebaut, die künftig in dem Museum der Moderne am Kulturforum präsentiert werden soll. Die Bauarbeiten für das Museum haben im Dezember begonnen.

Das Paar hatte seine millionenteure Sammlung vor rund fünf Jahren der Stadt unter der Bedingung geschenkt, dass dafür geeignete Räume zur Verfügung gestellt werden. Die Schenkung umfasste etwa 150 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen der Klassischen Moderne, darunter Werke von Max Ernst, Salvador Dalí und Mark Rothko. Der Schätzwert wurde damals mit 120 Millionen Euro angegeben.

"Ein über alle Maßen großzügiger Freund und Mäzen"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Pietzsch als Menschen, der die Kunst geliebt und sie mit der Gesellschaft habe teilen wollen. "Wir verneigen uns in Trauer und Dankbarkeit vor einem liebenswürdigen Menschen, vor einem leidenschaftlichen Kunstsammler und vor einem Wohltäter für unser bürgerliches Miteinander."

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, nannte Pietzsch "eine starke Persönlichkeit mit ausgeprägtem Kennerblick für die Kunst der Klassischen Moderne, verbunden mit unternehmerischem Spürsinn für Machbares".

Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, erklärte: "Die Staatlichen Museen zu Berlin sind Heiner Pietzsch zu allergrößtem Dank verpflichtet. Wir verlieren mit ihm einen kunstsinnigen und über alle Maßen großzügigen Freund und Mäzen."

Noch vor Kurzem bei Wiedereröffnung der Nationalgalerie

Der gebürtige Dresdner siedelte in den 1950er Jahren nach Westberlin über. Gemeinsam mit seiner Frau baute der Unternehmer ab Mitte der 1960er Jahre ihre umfangreiche Kunstsammlung auf.

Pietzsch gehörte zu den Gründungsmitgliedern der "Freunde der Nationalgalerie", ein gemeinnütziger Verein, der 1977 ins Leben gerufen wurde. Noch vor zweieinhalb Wochen hatten Pietzsch und seine Frau an dem Festakt zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie teilgenommen. In dem Mies-van-der-Rohe-Bau am Kulturforum stellte das Ehepaar Pietzsch 2009 erstmals große Teile der seiner Sammlung aus.

Sendung: Inforadio, 08.09.2021, 17:20 Uhr

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