Freiluftkonzerte - Deutsches Symphonie-Orchester tourt zwei Tage öffentlich durch Berlin

Ein Ensemble des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) fährt auf einem Floß an der East Side Gallery über die Spree. Die Orchestermusiker wollen unter dem Motto "Berlin braucht Musik!" darauf hinweisen, dass das Erlebnis von Live-Musik kein Luxus, sondern ein existenzielles menschliches Bedürfnis sei. (Quelle: dpa/B. Jutrczenka)
Bild: dpa/B. Jutrczenka

Unter dem Motto "Berlin braucht Musik!" zog das Deutsche Symphonie-Orchester am Wochenende mit kostenlosen Freiluftkonzerten an öffentlichen Plätzen durch Berlin.

Am Samstag traten die Musikerinnen und Musiker vor jeweils mehreren hundert Menschen unter anderem vor dem Humboldt-Forum, auf dem Mariannenplatz, dem Gendarmenmarkt oder vor dem Roten Rathaus auf. Insgesamt zehn Plätze in Mitte, Kreuzberg und Schöneberg suchten die Musikerinnen und Musiker auf. Die Pop-Up-Konzerte waren auf jeweils eine halbe Stunde angelegt.

Werke von Beethoven, Bach, Mozart und Händel wurden gespielt, aber auch Stücke von den Beatles. Wer wollte, konnte dem Orchester als Zuschauer mit dem Fahrrad folgen. Ebenfalls am Samstag besuchte ein Doppeldeckerbus mit Kammermusikensembles des Orchesters soziale Einrichtungen in Spandau, Charlottenburg, Reinickendorf und Pankow.

Floßfahrt am Sonntag

Am Sonntag gingen die klassischen Konzerte dann auf dem Wasser weiter. Mehrere Ensembles des Orchesters gingen in der Rummelsburger Bucht an Bord eines Floßes. Bis in den Nachmittag hinein bespielten sie die Uferwege entlang der Spree und des Landwehrkanals mit klassischer Musik. Am frühen Nachmittag erreichte das Floß den Urbahnhafen.

"Es ist genau das eingetreten, was wir uns mit erhofft haben", sagte DSO-Sprecher Benjamin Dries am Sonntag. "Viele Menschen sind auf den Brücken und am Ufer stehen geblieben und haben der Musik gelauscht."

Viele Kulturschaffende in finanziellen Nöten

Mit der musikalischen Tour durch Berlin will das Ensemble auch auf die schwierige Lage freier Kulturschaffender hinweisen. Viele von ihnen seien in finanzielle Nöte geraten, erklärte Eva Kroll am Samstag im Inforadio vom rbb. Sie ist Musikvermittlerin beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und hat die Aktion mitgeplant.

Eine ähnliche Aktion des Symphonie-Orchesters gab es bereits im vergangenen Jahr zu Pfingsten.

Sendung: Inforadio, 04.09.2021, 07:25 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Ich habe die Sendung darüber gehört. Und ich ziehe den Hut vor dieser Überzeugung, nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für andere zu tun, doch eben schlechter dran sind. Die Symphonie-Orchester sind nach eigener Darstellung gut abgesichert. Darum sind sie es, die mit Überzeugung und Gewicht auf die schlechtere Lage der anderen, die auch musikalisch unterwegs sind, verweisen können.

    Danke.

  2. 1.

    Nicht nur Orchester auch alle chöre sind verboten. Viele gute Chorleiter sind ohne Arbeit.

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