Berlin - rbb-Serie "Charité intensiv" erhält Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

ARCHIV - Intensivmediziner der Station 43 bei der Arbeitin der Charité. (Quelle: dpa/rbb/Carl Gierstorfer)
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Audio: Radio Fritz | 14.04.21 | Bild: dpa/rbb/Carl Gierstorfer Download (mp3, 7 MB)

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus geht in diesem Jahr an den Berliner Dokumentarfilmer Carl Gierstorfer für seine Pandemie-Doku-Serie "Charité intensiv - Station 43". Der Regisseur sei für die "konsequent zurückhaltende, beobachtende" Produktion an der Berliner Universitätsklinik "drei Monate lang rund um die Uhr verfügbar" gewesen und "an seine physischen und psychischen Grenzen" gegangen, begründete die Jury.

Gierstorfer drehte zwischen Weihnachten 2020 und März 2021 auf der Corona-Intensivstation der Berliner Charité. Im Auftrag des rbb entstanden parallel eine Dokumentation für "Die Story im Ersten" und eine vierteilige Miniserie für die ARD Mediathek. Der konsequent zurückhaltende, beobachtende, "dranbleibende" Stil des Dokumentarfilmers entfalte seine volle, überzeugende Wirkung. Für Zuschauer entstehe "ein bis an die Grenzen des Auszuhaltenden authentisches Bild der Pandemie und ihrer Folgen". Gierstorfer, Jahrgang 1975, ist seit 2006 freier Journalist und
Dokumentarfilmer in Berlin.

Die Doku-Serie gehört laut Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zu den erfolgreichsten Formaten des Jahres und wurde in der ARD-Mediathek millionenfach abgerufen.

Auszeichnung auch für ZDF-Journalistin Eigendorf und Böhmermann

Neben Gierstorfer wird auch die ZDF-Auslandskorrespondentin Katrin Eigendorf ausgezeichnet. Sie sei "eine tragende Säule öffentlich-rechtlicher Krisenberichterstattung", hieß es zur Begründung. So beweise sie "an der Front des Desasters in Afghanistan erneut ihren Mut, ihr Können und ihre authentische Empathie für die Opfer eines historischen Versagens".

Ein Sonderpreis gehe an das Team vom "ZDF Magazin Royale" mit Moderator Jan Böhmermann. Die Redaktion schaffe es, genaue Recherche mit ungewöhnlichen, oft satirischen Darstellungsformen zu verbinden und habe so "ein in der deutschen Medienszene einzigartiges Format geschaffen".

Der Preis wird seit 1995 jährlich in Erinnerung an den "Tagesthemen"-Moderator Hanns Joachim Friedrichs (1927-1995) verliehen und ist mit 7.500 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr voraussichtlich am 4. November beim WDR in Köln statt.

Sendung: Inforadio, 15.09.21, 11:45 Uhr

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