Schottin Christine MacLean - Mitbegründerin der Berliner East Side Gallery gestorben

Ein Teil der "East Side Gallery" in Berlin (Bild: imago images/Alexander Püschel)
Bild: imago images/Alexander Püschel

Christine MacLean bezeichnete sich als "Mädchen für alles" bei der Entstehung der East Side Gallery. Sie koordinierte das Projekt, teilte Mauersegmete zu, organisierte Farben - und stellte sogar die eigene Wohnung zur Verfügung. Nun ist sie gestorben.

Die Mitbegründerin der Berliner East Side Gallery, Christine MacLean, ist tot. Wie am Mittwoch bekannt wurde, starb sie bereits am 1. Oktober.

Gemeinsam mit dem Kunstmanager Dave Monty rettete sie 1990 die inzwischen längste Freiluftgalerie der Welt vor dem Abriss. Nach Montys Rückzug übernahm sie die Gesamtkoordination der East Side Gallery. Die Schottin betreute 1990 die mehr als hundert Künstlerinnen und Künstler, die den 1,3 Kilometer langen Abschnitt der ehemaligen Berliner Mauer an der Spree bemalten.

East Side Gallery als "Ort der Freude"

Dabei war ihre Betreuung teilweise ganz praktischer Natur. Laut der Stiftung Berliner Mauer teilte MacLean nicht nur die Mauersegmente zu, sie organisierte auch Farben, Eimer und Leitern, stellte ihr Auto als Depot und ihre Wohnung als Übernachtungsmöglichkeit für die Künstler zur Verfügung. Sie selbst bezeichnete sich als in dieser Phase als "Mädchen für alles"

Stiftungsdirektor Axel Klausmeister hat MacLean als wichtige Zeitzeugin und Gesprächspartnerin zur Entstehungsgeschichte der East Side Gallery gewürdigt. "Ihr Wunsch war es, mit der East Side Gallery einen Ort der Freude über die friedliche Überwindung der SED-Diktatur zu entwickeln", so Klausmeister in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Die East Side Gallery wurde am 28. September 1990 eröffnet und zieht heute laut der Stiftung jährlich mehr als vier Millionen Besucher an.

Sendung: Abendschau, 13.10.2021, 19:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Jedes Leben auf der Erde ist endlich. Manches schafft es in die Geschichte und etliches nicht.

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