Weiße Männer dominieren - Deutsches Fernsehen ist laut Studie wenig divers

Di 05.10.21 | 15:08 Uhr
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Archivbild: Werner Höfer (3.v.li.) moderiert den Internationalen Frühschoppen. (Quelle: imago images/S. Simon)
Audio: Inforadio | 05.10.2021 | Liane Gruß | Bild: imago images/S. Simon

Weiße Männer sind im deutschen Fernsehen weiterhin deutlich sichtbarer als Frauen. Das geht aus einer Fortschrittsstudie der Universität Rostock zur audiovisuellen Diversität mit dem Titel "Sichtbarkeit und Vielfalt" hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach sind auch Menschen mit dunklerer Hautfarbe unterrepräsentiert. Personen mit einer erkennbar schweren Behinderung werden im TV ebenfalls kaum gezeigt. Und bei der sexuellen Orientierung ist Homosexualität viel weniger präsent als in der Bevölkerung Deutschlands, wie die Studie feststellte.

Schlesinger: "Wir sind nicht divers genug"

Konkret kommen der Erhebung zufolge auf eine Frau im deutschen Fernsehen etwa zwei Männer. Der Trend geht aber hin zu mehr Gleichheit: In fiktionalen Produktionen des Jahres 2020 war das Geschlechterverhältnis den Angaben nach beinahe ausgewogen. Im Kinderfernsehen wurden zuletzt ebenfalls mehr weibliche Figuren sichtbar. Und in Informationsformaten erklärten Männer nicht mehr alleine die Welt, auch wenn sie immer noch am häufigsten als Experten zu Wort kommen.

rbb-Intendantin Patricia Schlesinger räumte ein: "Wir sind nicht divers genug und daran müssen wir etwas ändern." Die Sender müssten die Gesellschaft abbilden und zugänglich sein für alle. Das betreffe Minderheiten, aber beispielsweise auch Menschen ohne Abitur: "Wenn wir nicht alle abholen, sind wir noch nicht gut genug."

Für die sogenannte MaLisa-Studie wurden im vergangenen Jahr repräsentative Stichproben von fast 3.000 TV-Einzelprogrammen auf 17 Sendern mit mehr als 25.000 Protagonisten und Hauptakteurinnen erhoben.

Sendung: Brandenburg aktuell, 05.10.2021, 19:30 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Die Serie "Warten auf'n Bus" ist auch ziemlich gut, Mo. Und ja, "Tina mobil" ist toll! :-)

  2. 14.

    Mehr Diversität in fiktionalen Programmen und im tagesaktuellen Geschehen stünde jedem Sender gut und ich begrüße diese Initiative. Nach Liebling Kreuzberg und Tina Mobil sollten sich nunmehr auch andere Serien/Filme mit Berlin-Brandenburg-Bezug (z. Bsp. Krause) etablieren, denn mir gehen diese ganzen bayrischen und österreichischen Tatorte, Eberhofer & Co. voll uffn Zünder, weil ick eh nur 30-40% der Dialoge verstehe. Ansonsten weiter so und mehr "Farben" ins Programm wie es z.Bsp. der Talk deep & deutlich vormacht!

  3. 13.

    "In fiktionalen Produktionen des Jahres 2020 war das Geschlechterverhältnis den Angaben nach beinahe ausgewogen."
    Also einfach alle Sendungen der Jahre davor aus dem TV verbannen. Hab ich recht? Oder die Männer aus alten Sendungen rausschneiden?

    "Demnach sind auch Menschen mit dunklerer Hautfarbe unterrepräsentiert."
    Also in der Werbung zur Zeit nicht^^

  4. 12.

    Haben wir denn keine anderen Probleme?
    Bei dem Schrott in der Glotze, sollte man sowieso nicht einschalten.

  5. 11.

    Also mir kommt schon die jetzige Diversität extrem aufgesetzt vor. Wie wäre es denn mit Klasse statt Masse, eine Quote hilft garantiert nicht das Programm zu verbessern.

  6. 10.

    Bin ja immer amüsiert, wer sich hier aufregt. Ein Schelm, der Arges dabei denkt ;-)

  7. 9.

    Apropos Migrationshintergrund: Zählen da auch Vertriebene?

  8. 8.

    Also, wenn ich mir so die Zusammensetzung der Deutschen Bundestages ansehe, dann erkenne ich auch keine Quote - au weia.
    Man, wo sind wir nur hingekommen in diesem Land, es ist einfach nur noch lächerlich, nein - eigentlich nur traurig...

  9. 7.

    Fehlt eigentlich noch eine gesetzliche Quote und alle sind zufrieden. Was aber machen die Fernsehmacher mit der Homosexualität?? Sollte das Problem auch mit einer Quote gelöst werden?? Schwer vorstellbar! Zumal ich noch nicht mitbekommen habe, dass sich jemand vor der Sendung zu seiner sexuellen Neigung äußert oder sich sichtbar macht.

  10. 6.

    Diversität hin, Gleichberechtigung her ... ja ist wichtig. Aber ehrlich 'n vernünftiges Programm(liegt zwar im Auge des Betrachters) wäre auch nicht schlecht. Etwas weniger Labertaschen, "Betroffenheits- oder Fremdschämsendungen" und nicht ein Thema, das eh schon in anderen Kanälen durchgekaut wird / wurde, neu aufwärmen oder mit neuen "Experten" garnieren wäre schon mal ein Anfang. Dies gilt aber weitgehend für alle Sender, egal ob ÖR oder "werbeblocklastiges" TV.

  11. 5.

    Wie hab ich mir das praktisch vorzustellen, wenn Frau Schlesinger beispielsweise Menschen ohne Abitur "abholen "will? So langsam nimmt diese Diversifizierung der Menschen skurile Züge an!

  12. 4.

    Sehr gut. Gerne mehr Diversität in der Glotze!

  13. 3.

    Als ob nicht jedes menschliche Individuum divers (also verschieden) ist. In seiner körperlichen Erscheinung, seinem Handeln, seinen Stärken, Schwächen und Neigungen. Auch jeder einzelne der hier sog. „weißen Männer“ ist divers … Es ist also alles divers genug besetzt und nur aufgabenrelevante Qualität soll sich bitte weiterhin bei der Präsenz durchsetzen.

  14. 2.

    Ich dreh bald durch. Sollen die „alten weißen Männer“ jetzt mehrheitlich in Früh-Rente gehen, oder degradiert, oder gefeuert werden, oder was ?! … Und die machen (unterm Strich) auch noch alle einen top Job. Siehe die Krisen der letzten Jahre ... Oder will da nur wieder einer das nächste und immer sehr billige Quoten-Ticket für sich erschaffen ?

  15. 1.

    Welches Fernsehen haben denn da die Autoren der Studie gesehen? Vor lauter Diversität gibt es ja kaum noch Handlung. Auf Qualität kommt es offenbar bei Schauspielern und Moderatoren kaum noch an.

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