Deutschland und Nigeria - Absichtserklärung für Rückgabe der Benin-Bronzen unterzeichnet

Rundgang der nigerianischen Kulturdelegation bei den Benin-Bronzen in Dahlem in Berlin. (Quelle: dpa/Florian Gaertner)
Bild: dpa/Florian Gaertner

Deutschland will offenbar einen Großteil der umstrittenen Benin-Bronzen an Nigeria übereignen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Delegationen beider Länder in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, wie das Auswärtige Amt am Donnerstag mitteilte.

In dem Eckpunktepapier ist laut der Nachrichtenagentur dpa die Rede von rund 1.100 Bronzen, die heute in zahlreichen deutschen Museen zu finden sind. Auch im Berliner Humboldt Forum soll ein Teil gezeigt werden.

Nächstes Treffen im Dezember

Eine Rahmenvereinbarung für die Eigentumsübertragungen soll laut Auswärtigem Amt im Dezember dieses Jahres geschlossen werden. Treffen sollen sich die Delegationen beider Länder dann in Deutschland. Die Eigentumsübertragungen sollen laut Auswärtigem Amt dann ab dem kommenden Frühjahr beginnen.

Bei den Benin-Bronzen handelt es sich um Metalltafeln und Skulpturen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, die einst den Königspalast im Königreich Benin im heutigen Nigeria schmückten. Nach dem Einmarsch der Briten Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie entwendet und landeten als Raubkunst in europäischen Museen. Die nigerianische Regierung fordert seit Jahren die Rückgabe der Kunstschätze.

Sendung: Inforadio, 14.10.2021, 18:20 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Rückgabe ist moralisch richtig! Man jedoch nur hoffen, dass die Kulturgüter später nicht in kriminelle Hände fallen. Für den Bildungsauftrag der Museen reichen auch gute Kopien, die doch heutztage in hoher Qualität möglich sind. Finde ich. Kopien werden hoffentlich angefertigt!?

  2. 3.

    Als es um die Ausstattung des neu gebauten Stadtschlosses ging, blieben nur noch die ethnologischen Sammlungen aus Zehlendorf übrig. Sie fristeten ohnehin ein Nischendasein; die eigentlichen Magneten waren und sind auf der Museumsinsel. Man kann davon auch weiterhin davon ausgehen, daß die Besucherströme am Stadtschloß vorbeigehen werden. Insoweit ist die Rückgabe der in der Vergangenheit ordnungsgemäß aufgekauften Sachen aus Afrika zu verschmerzen, da sie ohnehin das breite Publikum nicht interessieren. Die wenigsten werden ihnen nach Afrika nachweisen.

  3. 2.

    Die Gräueltaten der Kolonialzeit sollten nicht vergessen und nicht beschönigt werden.
    Fakt ist aber auch, das viele Kunstschätze und historische Stücke am Heimatort verloren gegangen oder zerstört worden wären, wegen den historischen Ereignissen oder Entwicklungen dort.

  4. 1.

    Gebt ruhig alles zurück, dann steht das Schloß leer.

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