Strenge Corona-Regeln - Kurzfilmfestival Interfilm kehrt zurück in die Kinos

Mi 17.11.21 | 08:37 Uhr | Von Lennart Garbes
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Symbolbild: Besucher sitzen im Kino International. In Berlin haben ab Montag (15.11.2021) aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen an vielen Stellen nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Audio: Inforadio | 17.11.2021 | Lennart Garbes | Bild: dpa/Fabian Sommer

Der vierten Welle der Corona-Pandemie zum Trotz und mit strenger 2G-Regel ist am Dienstag das Internationale Berliner Kurzfilmfestival Interfilm in seine 37. Ausgabe gestartet. Inhaltlich präsentiert sich das Festival wieder vielfältig. Von Lennart Garbes

Die Nachricht, dass das Berliner Interfilm-Festival gestartet ist, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Doch nach der coronabedingten Onlineausgabe im vergangenen Jahr und den aktuell hohen Infektionszahlen ist die Rückkehr des Interfilm-Festivals in die Berliner Kinos eine richtige Erfolgsmeldung. "Wir freuen uns sehr, dass wir wieder in die Kinos gehen können", sagt Interfilm-Kurator und Mitorganisator Matthias Groll. Im vergangenen Jahr war das Kurzfilmfestival zehn Tage vor seinem Beginn vom Lockdown überrascht worden.

Im Kino und per Stream

Ein etwas mulmiges Bauchgefühl hätten die Organisatoren aber auch diesmal, gibt Matthias Groll zu. Bereits im Vorfeld musste das Kurzfilmfestival für Kinder und Jugendliche nach einem Jahr Vorbereitung abgesagt werden. Das Interfilm-Festival soll mit 2G-Regel und einer Schachbrett-Platzanordnung aber sicher über die Bühne gehen.

Für die 37. Interfilm-Ausgabe setzen die Organisatoren dabei nicht nur auf die Kinovorführungen, sondern nutzen auch ihre Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr. Erneut arbeitet das Festival mit einer Berliner Streaming-Plattform zusammen, so dass es in diesem Jahr beide Möglichkeiten gibt: das gemeinsame Kinoerlebnis und das Festivalprogramm per Stream.

Inhaltlich bleibt Interfilm vielfältig

Inhaltlich bleibt Interfilm dabei so vielfältig wie immer: von einem knurrigen Mann, der in den schottischen Highlands immer wieder vom Blitz getroffen wird, über einen vertrottelten Zombie, der den letzten Menschen auf der Erde durch die australische Steppe verfolgt, bis hin zu Schnecken, die vor einem Bürogebäude namenlose Anzugträger handlungsunfähig machen. Allein der internationale Wettbewerb zeigt die gesamte Bandbreite des Kurzfilms.

Matthias Groll hat bei der Auswahl der Festivalfilme trotzdem ein paar Gemeinsamkeiten entdeckt. "Wir haben sehr viele Schnecken-Filme dieses Jahr gesehen und einige sind auch im Programm gelandet." Von der Idee einer eigenen Corona-Film-Kategorie haben die Festivalmacher dagegen am Ende abgesehen.

Dafür wird es an vielen Stellen politisch. Das zeigt sich im Programm zum Länderfokus Ungarn ebenso wie in verschiedenen deutschen Wettbewerbsbeiträgen. Etwa im Animationsfilm "Obervogelgesang", in dem sich eine Teenagerin auf der Heimfahrt plötzlich gegen die horrorfilmartig immer weiter vordringende rechte Ideologie in ihrer sächsischen Heimat wehren muss.

In der Volksbühne werden Kurzfilme live vertont

Auch in Sachen Länge findet sich unter den insgesamt 350 Kurzfilmen das gesamte Spektrum. Vom kurzen vierminütigen Tanzfilm über Restaurantgäste, die ungewollt zu tanzenden Wackelpudding-Servierern werden, bis hin zu einer halben Stunde Film über einen Roboter in einem französischen Altersheim für Demenz-Kranke.

Außerdem kehren "Eject – Die lange Nacht des abwegigen Films" und die "Sound & Vision"-Veranstaltung, bei der Kurzfilme in der Volksbühne live von Musikern und Bands vertont werden, nach einem Jahr Corona-Pause ins Programm zurück.

Das Festivalprogramm in den sieben teilnehmenden Berliner Kinos und der Volksbühne läuft bis Sonntag, den 21. November. Die bundesweit verfügbare Onlineversion des Interfilm Festivals kann sogar bis zum 14.Dezember angeschaut werden.

Sendung: Inforadio, 16.11.2021, 6:55 Uhr

Beitrag von Lennart Garbes

1 Kommentar

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  1. 1.

    Der RBB könnte auch einige Filme in sein Programm aufnehmen ?

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