Schauspieler, Sänger und Regisseur - Volker Lechtenbrink mit 77 Jahren gestorben

Di 23.11.21 | 09:09 Uhr
  5
Der Schauspieler Volker Lechtenbrink (Quelle: dpa/Daniel Reinhardt)
Bild: dpa/Daniel Reinhardt

Der Schauspieler, Sänger und Regisseur Volker Lechtenbrink ist tot. Er starb am Montag im Kreise seiner Familie an den Folgen einer schweren Erkrankung, wie seine Agentur und das Hamburger Ernst-Deutsch-Theater mitteilten. Lechtenbrink wurde 77 Jahre alt. Er wohnte in Berlin und Hamburg.

Seinen großen Durchbruch feierte er bereits mit 14 Jahren, als er in Bernhard Wickis Antikriegsfilm "Die Brücke" (1959) einen der sieben Jungen spielte, die kurz vor Kriegsende sinnlos eine Brücke verteidigen müssen. Nach Stationen an Theatern in Hannover, Köln, Berlin, München und Hamburg folgten zahlreiche Fernsehauftritte - darunter unter anderem "Tatort", "Derrick" und "Ein Fall für zwei". In den 70er Jahren startete Lechtenbrink seine Karriere als Musiker und Moderator.

Lechtenbrink mit unverwechselbarer Stimme

Lechtenbrink wurde am 18. August 1944 als Sohn eines Angestellten in Cranz/Ostpreußen geboren, wuchs aber in Bremen und Hamburg auf, wohin es ihn als Flüchtlingskind verschlagen hatte. Bereits mit acht Jahren übernahm er Sprechrollen im NDR-Kinderfunk. Nach seinem Auftritt in "Die Brücke" absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Hamburger Staatlichen Hochschule für Bildende Künste sowie beim privaten Hamburger Schauspielstudio Freese. Bereits mit 26 Jahren hatte er rund 60 Bühnen- und 50 Fernsehrollen gespielt.

Bekannt wurde Lechtenbrink auch durch seine unverwechselbare sonore Stimme: Als Synchronsprecher setzte er sein rauchiges Timbre unter anderem als deutsche Stimme von Kris Kristofferson und Burt Reynolds ein. 1995 kam noch der Job des Intendanten bei den Bad Hersfelder Festspielen hinzu, 2004 übernahm er für drei Jahre die Leitung des Hamburger Ernst-Deutsch-Theaters.

Sendung: Inforadio, 23.11.2021, 9 Uhr

5 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 5.

    Unvergessen für mich ist u.war der Film“Die Brücke“. Da kamen mir sogar die Tränen. Und ja, alleine schon diese wunderbare Stimme. Für mich bleibt er unvergessen. R.i.P. Den Angehörigen möchte ich hier mein tiefes Beileid aussprechen.

  2. 4.

    Ich bin unendlich traurig. Leider wieder ein ganz großer Norddeutscher, der für immer Tschüss sagt. Mach mit Jan Fedder richtig fette Mucke da oben! Wat 'ne geile Vorstellung.

  3. 3.

    Ich kann Ihnen nur voll zustimmen. Gerade im NDR ist er ja Sprecher bei vielen Dokumentationen über Norddeutschland gewesen. Ich sage nur "Land im Gezeitenstrom".

  4. 2.

    Schade um diesen Künstler. Ich habe seine Stimme geliebt. Nachdem ich von seinem Tod gehört habe, war ich doch sehr erschrocken. Nachdem ich es begriffen habe, mußte ich mir sein Lied *ich mag* anhören, da kamen mir Tränen. Wünsche seiner Familie mein herzliches Beileid und viel Kraft!

    Ich staune, daß nur einer vor mir ein paar Worte zum Tode von ihm ein paar Worte geschrieben hat. R.I.P. Volker Lechtenbrink

  5. 1.

    Ein wunderbarer Künstler und ein echter Hamburger Jung, egal wo er geboren wurde.
    Nett, dass auch der rbb seiner gedenkt. Lechtenbrink hat übrigens auch etliche Dokumentationen als Erzähler bereichert.

Nächster Artikel