Kulturforum Berlin - Nationalgalerie zeigt dauerhaft 100 Werke von Gerhard Richter

Mo 08.11.21 | 14:07 Uhr
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Reflexionen über Malerei. Gerhard Richters „Birkenau“-Zyklus (2014) in der Alten Nationalgalerie (SPK / photothek.net / Xander Heinl/ © Gerhard Richter 2021)
Bild: SPK / photothek.net / Xander Heinl/ Gerhard Richter 2021

Eine "beglückende Auszeichnung" nennt der Maler und Bildhauer Gerhard Richter eine Vereinbarung, die es der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ermöglicht, rund 100 Werke des Künstlers dauerhaft in Berlin zu zeigen - und auf Reisen zu schicken.

Der Künstler Gerhard Richter stellt der Berliner Nationalgalerie ein umfangreiches Konvolut von 100 Arbeiten für das Museum des 20. Jahrhunderts zur Verfügung. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Montag mit.

Ab 2023 sind demnach Werke des Künstlers zunächst in der Neuen Nationalgalerie zu sehen, später dann im neuen Haus am Kulturforum. Der Vertrag sei eine Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wo demnach Teile der Werke ebenfalls zu sehen sein werden. Beide Seiten hatten die Vereinbarung bereits im Frühjahr angekündigt.

Dauerhafte Präsentation mehrerer Werke

Dieser langfristige Leihvertrag ermöglicht es den Häusern der Stiftung 40 Werke und 60 übermalte Fotos durch die Nationalgalerie kuratorisch zu betreuen. Unter diesen Werken sind das Bild "Besetztes Haus" (1989), aber auch bedeutende Glas- und Spiegelarbeiten wie "Spiegel grau" (1991) und auch seriell angelegte Gemäldereihen aus dem Spätwerk wie "4.900 Farben" (2007), "Strip" (2013) oder auch abstrakte Arbeiten aus den vergangenen Jahren.

Der vierteilige Zyklus "Birkenau" (2014) ist zentrales Werk der langfristigen Kooperation und war bis Anfang Oktober bereits in einer Sonderausstellung in der Alten Nationalgalerie zu sehen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz teilte mit, dass dieser Zyklus dauerhaft ab 2023 am Kulturforum in den Häusern der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zu sehen sein werde. Begründet wurde dies mit "seiner für die Geschichte Deutschlands so eminenten Bedeutung".

Kooperation mit Dresdner Museen

Die Werke sollen zunächst im Grafischen Kabinett der Neuen Nationalgalerie zu sehen sein und würden dann in einen eigenen, Gerhard Richter gewidmeten Raum im Obergeschoss des gerade im Bau befindlichen Museums des 20. Jahrhunderts der Architekten Herzog & de Meuron wechseln, wie es hieß.

Teil des Vertrags sei auch eine Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wo das Werkarchiv von Gerhard Richter beheimatet ist. Laut Vertrag sollen weitere Werke als Leihgaben dauerhaft präsentiert werden können und es werde eine "regelmäßige Ausleihe von Werken Richters" angestrebt.

"Ein Ort, der auch Debatten auslösen soll"

Gerhard Richter nannte die Vereinbarung "eine beglückende Auszeichnung", durch die es möglich werde, "dass diese Werke in Berlin ihre Heimat finden". Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erklärte, die Leihgabe sei Ehre und Ansporn, "das Berliner Kulturforum zu einem Ort zu machen, wo die Kunst des 20. Jahrhunderts nicht nur betrachtet werden kann, sondern wo sie anregt, auch irritieren kann und Debatten auslösen soll".

Der 1932 in Dresden geborene Richter gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler. Er ist zudem einer der höchstdotierten Maler, seine Werke werden mittlerweile für mehrere Millionen Euro gehandelt. So erzielte das Werk "Abstraktes Bild Nummer 599" vor rund sechs Jahren beim britischen Auktionshaus Sotheby's die Rekordsumme von 41 Millionen Euro - mehr als jedes andere Werk von Richter. Im vergangenen Jahr kündigte Richter an, seine Arbeit als Maler zu beenden.

Sendung: rbb Kultur, 08.11.2021, 14 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Der neue Museumsbau wird sich am Ort sehr gut einfügen und das bestehende Ensemble nicht dominierten. Es wird ein guter Ort mit Aufenthaltsqualität werden. :-)

  2. 1.

    Die Werke von Richter sind sicherlich eine Bereicherung. Aber das man neben der Neuen Nationalgalerie eine Absolute hässliche Kunsthalle bauen will. Kann ich nicht nachvollziehen.

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