Schutz weiterer Kulturtraditionen - Der Spreewaldkahn und Veltens Kachelofen sollen Kulturerbeschutz genießen

Fr 15.04.22 | 14:29 Uhr
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Yvonne Huber (r), Kahnfährfrau, trägt eine sorbisch-wendische Arbeitstracht und fährt Senioren in einem Kahn über ein Fließ, so werden die Wasserwege im Spreewald genannt. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 15.04.2022 | Matthias Gindorf | Bild: dpa/Patrick Pleul

Nicht nur Gebäude, Denkmäler und Flächen repräsentieren das Kulturerbe, sondern auch Traditionen und Fertigkeiten. Brandenburg will nun vier solcher Traditionen als Kulturerbe schützen lassen.

Brandenburg will das bundesweite immaterielle Kulturerbe um vier regionale Traditionen erweitern. Das teilte das Kulturministerium am Freitag in Potsdam mit. So habe man nun dafür den Spreewaldkahn, das Finsterwalder Sängerlied, das "Klemmkuchenbacken" mit handgeschmiedeten Eisen im Fläming und den handwerklichen Kachelofenbau in Velten als Bewerbungen vorgeschlagen. Das vielfältige immaterielle Kulturerbe sei Ausdruck von Kreativität und Traditionen, betonte Kulturministerin Manja Schüle (SPD): "Es bringt Menschen zusammen und schafft Gemeinschaft."

Seit 2003 fördert die Unesco "immaterielle Traditionen"

Die Unesco fördert seit 2003 den Erhalt von Traditionen und Alltagskulturen. Weltweit seien inzwischen rund 180 Staaten dem Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beigetreten, darunter 2013 auch Deutschland.

In Deutschland, im bundesweiten Verzeichnis, sind derzeit 126 Kulturformen verzeichnet, darunter aus Brandenburg unter anderem die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben, die manuelle Glas-Fertigung der Baruther Glashütte (Teltow-Fläming), die traditionelle Kalkmörtel-Zubereitung in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) und das Kaspertheater aus Bad Liebenwerda (Elbe-Elster).

Breites Gremium entscheidet im Auswahlverfahren

An dem Auswahlverfahren für das immaterielle Kulturerbe sind den Angaben zufolge die Bundesländer, die Kulturministerkonferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Deutsche Unesco-Kommission beteiligt. Das immaterielle Kulturerbe repräsentiert lebendige Alltagskultur, die über Generationen weitergegeben wird. Dazu zählen unter anderem Theater, Musik, Bräuche und Feste, die im Lebensalltag verwurzelt sind und das Zusammenleben prägen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.04.2022, 13 Uhr

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4 Kommentare

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  1. 4.

    Wenn der Kahnführer mehr für seine Lebenshaltungskosten ausgeben muss, Versicherungen teurer werden und vielleicht auch der Liegeplatz, kann man wohl davon ausgehen, dass die Fahrten teurer werden. Außerdem werden auch Materialien für die Wartung und Reparatur der Kähne benötigt, Wenn das alles teurer wird, schlägt sich das auf den Preis nieder. Eine Teuerung zieht eben automatisch weitere nach sich.

  2. 3.

    Die Klemmeisen und das Rezept für die Klemmkuchen, eine Art Waffeln, haben meines Wissens nach flämische Einwanderer bereits aus Belgien mitgebracht, übrigens nicht nur in den erst später so genannten Fläming, sondern auch in die Uckermark, wo die Klemmkuchen allerdings Wofeln heißen. Kann man die Klemmkuchen dann überhaupt als flämisches Kulturerbe bezeichnen?

  3. 2.

    Wird dir Kahnfahrt eigentlich auch teurer?
    Eigentlich dürft sie es nicht werden da die Kähne ja weder mit Öl, Diesel, Benzin o. Strom betrieben werden. Die müssten eigentlich vom Bund/Land gefördert werden da sie ja zu 100% umweltverträglich sind.
    Und ja, auch ich bin für das Kulturerbeschutz.

  4. 1.

    Unbedingt!

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