"Rave the Planet" am 9. Juli - Loveparade-Gründer Dr. Motte plant neuen Rave in Berlin

Do 30.06.22 | 13:57 Uhr
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Techno-Fans bei einem Rave in Berlin (Quelle: imago/Mang)
Bild: imago stock&people/Mang

Techno-Beats zum zweiten Juli-Wochenende: Das Event "Rave the Planet" soll am Ku'damm starten, erwartet werden mindestens 25.000 Menschen. Dabei ist auch Dr. Motte, der das Event nicht nur als Musikveranstaltung versteht.

Nach fast 20 Jahren kehrt die Loveparade nach Berlin zurück - wenn auch unter neuem Namen. Unter dem Titel "Rave the Planet" planen die Organisatoren um Loveparade-Gründer Dr. Motte eine Wiederbelebung des Techno-Events am zweiten Juli-Wochenende.

"Wir erzählen die Geschichte des Spirits der Loveparade weiter", sagte der 61-Jährige am Donnerstag. "Wir demonstrieren, wie wir uns unser Leben vorstellen." Laut den Veranstaltern der Parade wird mit 25.000 Menschen auf den Straßen gerechnet, es könnten aber mehr werden. 150 Künstler und Künstlerinnen sowie 18 Musikwagen ("Floats") werden erwartet.

Es geht in Richtung Siegessäule

Dem rbb sagte Dr. Motte weiter, dass nach der letzten Loveparade in Berlin im Jahr 2003, es inzwischen wieder einen riesigen Bedarf nach elektronischer Tanzmusik gebe. Die Leute würden sich darauf freuen, wieder in Berlin zu feiern. Die Botschaft dabei sei, "jeder ist willkommen". Wenn alle Menschen erkennen würden, dass sie Teil der gleichen Familie auf diesem Planeten seien, dann werde als Vision irgendwann Weltfrieden eintreten, so Dr. Motte.

Der "Rave the Planet"-Umzug soll am Samstag, dem 9. Juli, um 14 Uhr am Kurfürstendamm in Charlottenburg mit einer Auftaktveranstaltung starten. Die geplante Route führt dabei vom Kurfürstendamm, Potsdamer Platz und Brandenburger Tor in Richtung Siegessäule. Neben Musik sind Reden geplant, außerdem soll 25 Mal ein bedingungsloses Grundeinkommen von 12.000 Euro im Jahr verlost werden.

Routenverlauf von Rave the Planet in Berlin. (Quelle:rbb)

Ende der Loveparade 2010 nach Katastrophe in Duisburg

Die Organisatoren wollen inzwischen erreichen, dass die Club-Kultur als immaterielles Kulturerbe zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wird. Ein entsprechender Antrag sei im vergangenen November gestellt worden, sagte Dr. Motte. "Rave The Planet" ist deshalb auch als politische Kundgebung gedacht. Man wolle eine Verbesserung für die Club-Kultur erreichen.

Die erste Loveparade hatte im Sommer 1989 in der damals noch geteilten Stadt auf dem Ku'damm stattgefunden, mit nicht mehr als ein paar Dutzend Menschen. Den Höhepunkt erreichte das Spektakel Ende der 1990er Jahre mit etwa 1,5 Millionen Teilnehmern im Tiergarten. Nach der Jahrtausendwende ging es mit der Loveparade in Berlin bergab - auch weil sie nicht mehr als Demonstration anerkannt wurde und die Veranstalter nun für die Müllbeseitigung aufkommen mussten. 2006 übernahm der Unternehmer Rainer Schaller die Namensrechte und zog mit der Loveparade ins Ruhrgebiet. 2010 kam es dann zur Katastrophe, als es bei der Loveparade in Duisburg zur einer Massenpanik kam - 21 Menschen starben, rund 650 wurden verletzt.

Mit der Loveparade hat die Neugründung nach den Worten von Dr. Motte nichts zu tun. "Das wird ein freudiges Event werden, in dem wir mit den Behörden abgestimmte Sicherheitskonzepte umsetzen werden", sagte er. Der DJ verwies auf die Erfahrung, die Berliner Behörden mit Großveranstaltungen haben.

Sendung: rbb24 Abendschau, 30.06.2022, 19:30 Uhr

40 Kommentare

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  1. 40.

    Treets Musik und Bewusstseins erweiternde Dinge. Das hat Berlin gebraucht und gefehlt. Gut das die Pandemie für beendet erklärt wurde. Bzgl. des herbei tanzen des Weltfriedens (so wird Hr. Motte zietiert)bitte nicht vergessen Herrn P. einzuladen...

  2. 39.

    "dank Test´s wohl wieder sinken"
    Den Ironiepunkt werden nicht alle verstehen ;)


    Die täglichen mehr als 1xx000 Infektionen sind nur die, die durch einen PCR nachgewiesen wurden.
    Selbst alle Virologen gehen mittlerweile davon aus, das die Dunkelziffer noch weit höher ist, da nach Selbst- oder Schnelltest kein PCR mehr gemacht wird.

  3. 38.

    Na ja, mit den Kontaktreduzierungen würde ich mitgehen. Wo kein Kontakt, da keine Ansteckung. Das Impfen schützt nur eingeschränkt gegen eine Ansteckung, wie wir mittlerweile wissen. Und die Maske schützt nicht vor eine Ansteckung. Sie kann, wenn sie richtig getragen wird, andere vor eine Ansteckung schützen, wenn man selbst infiziert ist.

  4. 36.

    "Die Inzidenzen werden ja nun dank Tests wohl wieder sinken." Falsch! Sie werden nur nicht erfasst. Aber mein Kommentar war nicht gemeint, andere von ihrem Spaß abzuhalten. Da aber in den letzen 2-3 Wochen sehr viele Menschen in meinem Dunstkreis erkrankt sind, habe ich für ich beschlossen, den Groß- oder Massenveranstaltungen fern zu bleiben. Aber das muss jede/r für sich entscheiden. In diesem Sinne: Party on, dudes!

  5. 35.

    Ja, inzwischen schon. Hatte ich bis vor 2-3 Wochen nicht. Aber in den letzten beiden Wochen sind sehr sehr viele meiner Bekannten, Freunde, Familie erkrankt und da habe ich für mich entschieden, Veranstaltungen mit vielen Besuchern vielleicht eher doch fern zu bleiben. Wollte aber jetzt nicht anderen Menschen auf den Schlips treten - das muss jede/r für sich entscheiden. Also, viel Spaß!

  6. 34.

    Liebe Heike,
    ja, nach über 30 Jahren Berlin bin ich "rüber" nach Brandenburg. Und das ist tatsächlich gut so;-) Ich habe hier auch Spaß, nur eben in etwas anderer Form als sich "für die Umwelt" auf der Autobahn festzukleben und sich hinterher im Tiergarten zu erleichtern;-) LG

  7. 33.

    Wer in Sorge vor Corona ist, kann nicht nur sondern sollte auch die für sich persönlichen Schutzmaßnahmen treffen - um sich nicht zu infizieren.
    Diese individuelle Verantwortung kann nicht für Jahre an die Gemeinschaft abgeschoben werden.
    Jeder konnte sich 3 x impfen lassen und kann Maske tragen und seine Kontakte reduzieren. Die Chance, Corona zu bekommen, ist dann fast Null.

  8. 31.

    Die Love Parade Berlin war gelebte Völkerverständigung.
    Und sie wird Berlin gut tun in einer Zeit, wo man uns mit Ideologie zuschüttet.

  9. 30.

    Schön das Sie mein Lebensinhalt erstaunt...ich bin zwar auch nicht mehr die Jüngste, aber für solch einen Spaß immer noch zu haben.
    Wie sieht den Ihr Lebensinhalt aus??

  10. 29.

    Sie wohnen in Hennigsdorf ? Das ist auch gut so. Ich in Berlin und ich und viele andere brauchen den Spaß......:-)

  11. 28.

    Die zunehmend mehr werdenden Patienten auf den Intensivstationen werden diesen Sarkasmus nicht teilen.

  12. 26.

    Ach wär McCarthy doch im Dorf geblieben....
    so ein Motzer
    wird nie ein Spaßbär sein...

    Irgendwie so ging dieser Oldie .... ;-)

  13. 25.

    "Giorgio Moroder hat schon "Techno" gemacht, als es das Genre unter diesem Namen noch gar nicht gab."
    Mein persönlicher Pionier: Jean-Michel Jarre

    Die Marke Loveparade ist durch das Unvermögen Einzelner verbrannt. Schade drum.

    Aber der Rave gehört nach Berlin.
    Die Stadt hat an den Wochenenden soviel Gutes erfahren. Sowohl Einnahmen in Millionenhöhe und einen Bekanntheitsgrad für seine tolerante und gewaltfreie Gesellschaft.
    Und weil das sexy Berlin pleite war, hat man gedacht noch mehr rausschlagen zu können...

    Ich traue Motte zu, in den nächsten Jahren noch einmal die Million voll zu machen.
    Die Clubcommission wird hoffentlich mitziehen....
    Mal sehen, dank 9euroticket werd ichs wohl auch schaffen dabei zu sein...

  14. 24.

    "Die Loveparade war eine der besten Veranstaltungen die es gab". Nee, oder? Diesen Urin verteilenden Zug braucht doch kein Mensch, erst recht nicht die Fauna im Tiergarten. Ab aufs Fusion-Gelände damit!

  15. 23.

    Dr. Motte, der ewig Jugendliche:(

  16. 21.

    Na, das wurde auch Zeit.
    Genießen wir also den Sound of Berlin© an der Siegessäule.

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