Einigung von Bund und Immobiliengesellschaft - Hamburger Bahnhof bleibt Teil der Berliner Nationalgalerie

Mo 27.06.22 | 15:53 Uhr
Der Hamburger Bahnhof in der Invalidenstraße Berlin (Quelle: imago-images/Joko)
Audio: radioeins | 27.06.2022 | Christian Find | Bild: imago-images/Joko

Der Hamburger Bahnhof in Berlin gehört zu den wichtigsten Museen für zeitgenössische Kunst. Seine Zukunft war aber lange unsicher. Nun aber hat sich der Bund mit dem Besitzer des Gebäudes auf eine Vertragsverlängerung geeinigt.

Der Hamburger Bahnhof ist als Standort der Nationalgalerie Berlin gesichert. Der Bund und die Immobiliengesellschaft CA Immo Deutschland haben sich auf einen 25 Jahre umfassenden Mietvertrag mit einer Option auf Verlängerung geeinigt, wie das Haus von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) am Montag mitteilte.

Die Vertragsunterzeichnung soll demnach in den kommenden Tagen erfolgen. Zuvor muss die Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Dachorganisation von Berlins staatlichen Museen noch zustimmen.

Kauf angestrebt

In einem zweiten Schritt werde weiterhin ein Ankauf des Hamburger Bahnhofs durch den Bund angestrebt, hieß es weiter. "Der Hamburger Bahnhof gehört zu den größten und wichtigsten öffentlichen Sammlungen für zeitgenössische Kunst weltweit", so Roth.

Auch Stiftungspräsident Hermann Parzinger zeigte sich zufrieden. "Der Hamburger Bahnhof hat wieder eine klare Zukunftsperspektive - er wird als Ort für die zeitgenössische Kunst erhalten bleiben", sagte er. Dieses Ziel sei "nach Jahren der Unsicherheit" erreicht worden. Die Gespräche liefen seit Mitte 2021, zuvor war die Zukunft lange ungewiss.

Bund will auch Rieckhallen von CA Immo kaufen

Unabhängig davon verhandelt das Land Berlin weiterhin mit der CA Immo über den Erwerb der Rieckhallen durch einen Grundstückstausch. Auch die Zukunft der neben dem Hamburger Bahnhof gelegenen Ausstellungsbereiche war lange Zeit unklar. Ursprünglich sollten die Hallen, bisher Raum für Ausstellung aus Beständen der Flick Collection, abgerissen werden.

"Der Hamburger Bahnhof und die Rieckhallen bedingen einander und sind beide für den Kulturstandort Berlin eminent wichtig", sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Berlin verfolge weiterhin das Ziel, die Rieckhallen für das Land zu sichern. "Die Verhandlungen sind auf einem guten Weg und wir sind zuversichtlich, dass wir zu einem für das Land Berlin positiven Abschluss kommen."

Nach Verhandlungen zwischen Berlin und CA Immo wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach Berlin die Rieckhallen durch einen Grundstückstausch in gleichem Wert erwerben will. Der bestehende Mietvertrag wurde zunächst um ein Jahr verlängert.

Auch wegen der Unsicherheiten war die renommierte Sammlung des Unternehmers Friedrich Christian Flick abgezogen worden. Sie war seit 2004 künstlerische Basis für fast zwei Dutzend Ausstellungen. Umstritten war die Leihgabe wegen der NS-Vergangenheit von Friedrich Flick, der als Rüstungsunternehmer während des Nationalsozialismus von Zwangsarbeitern profitierte.

Sendung: radioeins, 27.06.2022, 16 Uhr

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