Großer Straßenumzug - Karneval der Kulturen tanzt durch Berlin-Friedrichshain

So. 08.06.25 | 21:35 Uhr
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Verkleidete Menschen unterschiedlicher Kulturen tanzen zur Musik beim Straßenumzug zum 27. Karneval der Kulturen in Berlin. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
dpa/Annette Riedl
Video: rbb|24 | 08.06.2025 | Material: rbb | Bild: dpa/Annette Riedl

Der Karneval der Kulturen ist am Sonntag noch ein bisschen bunter geworden: Fast 70 Gruppen haben am großen Straßenumzug teilgenommen - in diesem Jahr auf einer anderen Strecke.

  • Knapp 70 Gruppen mit rund 4.000 Teilnehmern beim großen Straßenumzug
  • Polizei spricht von Besucherzahl im "sechstelligen Bereich", Veranstalter von 750.000 Gästen
  • Friedliche und ausgelassene Stimmung
  • Verkehrseinschränkungen rund um Frankfurter Allee/Karl-Marx-Allee: Strecke weiträumig abgesperrt

Mit dem traditionellen Straßenumzug hat am Sonntag in Berlin der Höhepunkt des viertägigen Karnevals der Kulturen stattgefunden – erstmals nicht in Kreuzberg und Neukölln, sondern in Friedrichshain.

Seit dem frühen Nachmittag zogen die Teilnehmer über die Frankfurter und die Karl-Marx-Allee.

Hunderttausende Besucher an der Strecke - Ausgelassene Stimmung

68 Gruppen mit rund 4.000 Akteurinnen und Akteuren waren laut Veranstalter in diesem Jahr dabei, 13 Gruppen davon zum ersten Mal. "Andere sind bereits 20 Jahre und länger dabei", berichtete Anna-Maria Seifert, Co-Leiterin des Karnevals der Kulturen. 22 Gruppen bestanden ausschließlich aus Berlinerinnen und Berlinern, andere bekamen aus anderen Bundesländern Verstärkung.

An der neuen Strecke versammelten sich hunderttausende Besucher. Um sich einen guten Platz an der Umzugsstrecke zu sichern, waren etliche Gäste schon am Vormittag gekommen. Polizei und Veranstalter sprachen von einer friedlichen und ausgelassenen Stimmung. Laut Veranstalter verfolgten rund 750.000 Menschen das Spektakel. Die Polizei machte zunächst keine konkreten Angaben, sondern nannte Besucherzahlen im "sechsstelligen Bereich".

Nach einem Regenguss vor dem Start des Umzugs blieb es meist trocken. Teils gab es aber kräftige Windböen.

So bunt ist der Berliner Karneval der Kulturen

Mehr als 100 Autos abgeschleppt

Autofahrer müssen noch bis Montagmorgen, 8 Uhr mit Einschränkungen rund um die Frankfurter Allee und Karl-Marx-Allee rechnen. Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) Berlin hat alle Sperrungen hier zusammengefasst [viz.berlin.de].

Im Vorfeld des Umzugs hat die Polizei rund 125 falsch geparkte Fahrzeuge abgeschleppt. Seit dem frühen Morgen wurde die Strecke kontrolliert und Autos umgesetzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Wegen Parkverstoßes müssen die Halter mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen, zudem gebe es eine Rechnung für die Abschleppkosten.

Ganz freiwillig war der Umzug in den Osten Berlins nicht: Durch eine Großbaustelle in der Gneisenaustraße – der ursprünglichen Strecke - war der Karneval gezwungen, eine andere Strecke zu finden. Die Co-Leiterin des Karnevals der Kulturen, Anna-Maria Seifert, schwärmte: "Ich habe das Gefühl, dass sich das Publikum wunderbar mischt: Kreuzberg, Osten, Brandenburg." Es gebe viele positive Rückmeldungen über die neue Strecke.

Route Karneval der Kulturen 2025 (Quelle: berlin.de/rbb)
| Bild: berlin.de/rbb

Großaufgebot der Polizei - Appell wegen Umweltbelastung

Die Berliner Polizei begleitete das multikulturelle Spektakel an alle Tagen nach eigenen Angaben mit "umfangreichen polizeilichen Maßnahmen". Unter anderem sollten verschiedene Sperrelemente an Zufahrtsstraßen und Seitenstraßen Besucher vor möglichen Amokfahrten oder Terroranschlägen schützen. Am Umzugstag waren rund 1.500 Beamtinnen und Beamte vor Ort, wie ein Polizeisprecher sagte. Zur Unterstützung kämen Polizisten aus Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Auch der Sanitätsdienst der Johanniter war entlang der Umzugsstrecke dabei.

"Nicht betreten!" steht auf einem Plakat, das eine Frau auf dem Mittelstreifen der Frankfurter Allee vor dem Straßenumzug zum 27. Karneval der Kulturen hält. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Eine Ordnerin steht vor dem Mittelstreifen mit einem Schild, auf dem "Nicht betreten" steht. | Bild: dpa/Annette Riedl

Um die Belastung für Umwelt und für Anwohner möglichst gering zu halten, appellierte der Veranstalter, Müll möglichst zu vermeiden beziehungsweise anständig zu entsorgen. Auf Glasflaschen sollte verzichtet werden, Zigarettenkippen sollten nicht auf dem Boden landen. Nach dem Umzug ist am Pfingstmontag ein "Clean-up" von Teilnehmern und Besuchern geplant.

Den Mittelstreifen entlang der neuen Umzugsstrecke baten die Veranstalter nicht zu betreten. Denn er ist wichtiger Lebensraum für Pflanzen- und Insektenarten, wie es hieß.

Straßenfest bis Montag rund um Kreuzberger Blücherplatz

Das Straßenfest zum Karneval der Kulturen begann bereits am Freitag. Am Samstag zog der Straßenumzug der Kinder vom Mariannenplatz in Kreuzberg zum Görlitzer Park. Das Fest unter freiem Himmel rund um den Kreuzberger Blücherplatz dauert bis Pfingstmontag und wird in diesem Jahr von rund 700 Künstlern und Musikern bespielt.

Der Karneval der Kulturen hat seine Ursprünge 1996. Als Folge von Rassismus und zahlreichen Übergriffen sollte er ein Zeichen für Diversität und friedliches Miteinander sein.

Sendung: rbb Fernsehen, 08.06.2025, 14:10 Uhr

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90 Kommentare

  1. 90.

    Feier hin oder her - der Rasen an der Weberwiese ist am Arsch und sieht aus wie eine Müllhalde. Darüberhinaus kennt der Egoismus der Zuschauer keine Grenzen. Nur asoziales Verhalten am Start. Ekelhaft.

  2. 88.

    Du hast wahrscheinlich nicht alle Artikel gelesen, nicht soo schlimm-aber es waren auch Gruppen aus dem Ausland dabei, nur war das in diesem Artikel nicht so ganz klar geschrieben und alle haben tolle Kostüme gehabt+super Choreografie gezeigt-egal von wo :-)

  3. 87.

    Es ist ein klares Bekenntnis zum Feiern, nicht mehr und nicht weniger...
    Die anderen "Botschaften" sind doch eher das Alibi für die "Geldspritze" vom Steuerzahler...

    Party, Feiern, Spaß haben (ohne Gewalt, ohne Straftaten...) ist völlig o.k.
    ABER: mit Rücksichtnahme.
    Den Rasen bitte nicht zertreten / Wildpinkeln bitte unterlassen / den eigenen Müll in Mülltonnen entsorgen oder wieder mit nach Hause nehmen...
    Das ist nicht so schwer und fördert das Miteinander und gesellschaftlichen Frieden (der teilnehmenden Kulturen).
    Kann Berlin das ??? Will Berlin das ???

  4. 86.

    „ Wo kommen wir denn hin, wenn fröhliche Menschen aus der gesammten Welt ….“
    Die sind nicht aus der gesamten Welt, sondern „nur“ aus Berlin und Brandenburg, wie im Artikel zu lesen! (22 Gruppen bestanden ausschließlich aus Berlinerinnen und Berlinern, andere bekamen aus anderen Bundesländern Verstärkung.)
    Lerne lesen, Gretchen!

  5. 85.

    Ich finde diese Strecke weitaus geeigneter als die Stammstrecke, weil sie breiter und gerader ist. Durch die Breite zieht es sich nicht so sehr in die Länge. Es war früher oft so, dass die ersten am Zielpunkt eingetroffen waren und die letzten gerade erst starten konnten.
    Allen, die hier gegen diese Veranstaltung wettern, kann ich nur empfehlen: macht einfach einmal selber mit. Schließt euch einer der Gruppen an, macht diese einjährige Vorbereitungs- und Probenzeit mit und erfahrt den Spaß und Zusammenhalt in der Gruppe. Es wird euch keiner aus der Gruppe mit Rassismus begegnen. Etwas Begeisterung für Musik und vor allem Rhythmus solltet ihr haben und unbedingt etwas weltoffener sein.
    Schönen Pfingstmontag wünsche ich allen

  6. 84.

    Meine Güte, meckern nur über den Rasen und sehen nicht das GANZE! Die fröhlichen hunderttausende Berliner, die nach FH kamen! Das ist ein schöner Erfolg! Und ein klares Bekenntnis zu Freiheit, gegen kleingeistige Bevormundung, Rassismus und Diskriminierungen!

  7. 82.

    Please stay in Friedrichshain in the future, really nice.

  8. 81.

    Und scheinbar ist das ja so unglaublich toll, dass ihr lieber die Nachrichten auf dem Handy verfolgt und auch noch kommentiert. Also wenn ich bei einer Party bin, die echt super ist, ist mein Handy kein Thema, geschweige denn, noch Meldungen lesen...

  9. 79.

    Dafür und nur dafür liebe ich Berlin!!!

  10. 78.

    Also der hype hier am Straußberger Platz blieb aus. Olles Wetter halt. Manche Wagen kamen erst mit teils 20min Abstand. Da kam wenig partystimmung auf

  11. 77.

    Das ist toll und wichtig für ganz Deutschland, ein Vorbild! Es geht immerhin um Freiheit, gegen Rassismus und letztlich auch gegen den verdammten Rechtsextremismus hier in unserem Vaterland!

  12. 74.

    Grüße aus BB!
    Prost! war auch schon mal dabei! Frohe Pfingsten - genießt es und laßt die frustrierten Quasselköppe meckern!

  13. 73.

    Liebe Grüße aus Brandenburg! Wir haben live zugeguckt! hr müßt den Karneval nächstes Jahr unbedingt in Brandenburg machen - wir habens sehr nötig hier und auch viele Alleen dafür! Freedom!

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