30 Jahre nach Kunstaktion - Reichstagsgebäude wird per Lichtprojektion erneut "verhüllt"

Mo. 09.06.25 | 11:01 Uhr
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Bei der Generalprobe für die Projektion anlässlich des 30. Jahrestags der Reichstag-Verhüllung wird das Gebäude angestrahlt. (Quelle: dpa/Kalaene)
dpa/Kalaene
Audio: radioeins | 09.06.2025 | Peter Schwenkow | Bild: dpa/Kalaene

Die Bilder des verhüllten Reichstags in Berlin vor 30 Jahren gingen um die Welt. Eine Lichtprojektion will ab Montagabend an die spektakuläre Kunstaktion erinnern.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Verhüllung des Reichstags durch das Künstler-Ehepaar Christo und Jeanne-Claude wird das Reichstagsgebäude in Berlin ab Montagabend illuminiert.

Die riesige Lichtprojektion des verhüllten Reichstags soll bis zum 20. Juni täglich an der Westfassade des Gebäudes zu sehen sein. Projiziert wird jeweils nach Einbruch der Dunkelheit ab etwa 21:30 Uhr bis 1 Uhr in der Nacht. Zum Start am Pfingstmontag wird auch der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erwartet.

Auf einer Pressekonferenz wird am 20.05.2025 eine neue Kunstinstallation zur Erinnerung an die Reichstagsverhüllung vorgestellt. Das illuminierte Lichtspektakel soll vom 9. bis 20. Juni 2025 den verhüllten Reichstag in neuer Form wieder auferstehen lassen. (Quelle: Picture Alliance/Jens Kalaene)
So soll die Reichstagsverhüllung am Gebäude leuchten | Bild: Picture Alliance/Jens Kalaene

Kosten von rund einer halben Million Euro

Die Vorbereitungen für das Kunstprojekt laufen bereits seit einigen Tagen. 24 Hochleistungsprojektoren sollen die Projektion auf die Fassade bringen. Diese stünden auf insgesamt drei Gerüsttürmen in 3 bis 3,5 Meter Höhe und 80 Meter weit vom Reichstagsgebäude entfernt, sagte der technische Leiter, Andreas Boehlke, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Projekt koste etwa eine halbe Million Euro, sagte kürzlich Kulturmanager Peter Schwenkow, der – wie auch vor 30 Jahren schon – gemeinsam mit dem Unternehmer Roland Specker maßgeblich beteiligt ist. Die Kosten würden von der Stiftung von Christo und Jeanne-Claude, welche Christos Neffe Vladimir Yavachev leitet, von Specker und ihm selbst getragen, sagte Schwenkow. Mit der Inszenierung sollten Berlin, die Wiedervereinigung, die Demokratie und die Kunst gefeiert werden, hieß es.

Verhüllter Reichstag: Alles begann mit einer Postkarte

Christo (1935-2020) und Jeanne-Claude (1935-2009) hatten vor 30 Jahren nach viel Überzeugungsarbeit die Genehmigung bekommen, das Reichstagsgebäude 1995 zu verhüllen - kurz vor dem Umbau zum Sitz des Bundestags und noch ohne die charakteristische Glaskuppel. Sie verpackten das Gebäude mit 100.000 Quadratmeter silbrig-glänzender Folie. Die 14-tägige Aktion hatte hunderttausende Besucher angelockt. Die Bilder vom "Wrapped Reichstag" gingen um die Welt.

Am 13. Juni wäre auch der 90. Geburtstag des Künstler-Ehepaares gewesen, beide waren am 13. Juni 1935 geboren worden.

Sendung: rbb24 Abendschau, 09.06.2025, 19:30 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    „ Reine Geldverschwendung.“
    Wenn Sie sich ein neues Möbel kaufen, finde ich das auch reine Geldverschwendung. Was sagen Sie nun?
    Diese Aktion hier ist rein privat finanziert. Wenn Ihnen diese Kunstaktion nicht gefällt, schauen Sie einfach nicht hin.

  2. 14.

    Ich war vor 30 Jahren im Vorfeld der Verhüllung extrem skeptisch, war dann aber von ihrer Wirkung vollkommen überwältigt. Diese Kunst wirkt im besten Sinne. Man und Frau muss sich einfach darauf einlassen.

  3. 13.

    Reine Geldverschwendung.

  4. 12.

    Na endlich, das wurde auch langsam mal wieder Zeit!

  5. 11.

    Gerade in Zeiten, die von Schwierigkeiten geprägt sind, sind schöne Dinge wichtig.
    Alle, die ich kenne erinnern sich gerne an die damalige Aktion, weil die Stimmung dabei eine sehr schöne war.

    Zu den Kosten: „ Die Kosten würden von der Stiftung von Christo und Jeanne-Claude, welche Christos Neffe Vladimir Yavachev leitet, von Specker und ihm selbst getragen, sagte Schwenkow.“. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

  6. 10.

    Oh wie schön ist Nostalgie. Wir leben doch in hier und jetzt mit sehr vielen Problemen.
    Gleichgültigkeit ist nicht angesagt!

  7. 9.

    „ Super. Geld zum Fenster rausschmeißen kann die "Obrigkeit".“
    Es ist privates Geld! Aus den Budgets des Landes Berlin kommt da nix für. Steht auch im Artikel.

  8. 8.

    Es steht doch im Text: es zahlt die Stiftung und ein Sponsor. Soziale Dinge zahlt der Staat! Das war damals ein Superevent, ich hoffe auch diesmal, bin dabei!

  9. 7.

    Super. Geld zum Fenster rausschmeißen kann die "Obrigkeit".

  10. 6.

    Bin damals mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten um den Reichstag gegangen um Photos zu machen. Eines davon hängt heute gerahmt bei mir zuhause.

  11. 5.

    Der Kunst einen Zeitgeist verorden zu wollen?
    Wer bestimmt was Zeitgeist ist und was nicht, die jeweilige Regierung, so wie in Diktaturen?
    Und was macht man mit Kunst, die diesem Zeitgeist nicht enspricht?

    Fazit: Die Kunst ist frei und vielfälltig wenn sie entsteht, aber ebenso ist sie als Erbe für die Nachkommen zu achten.

  12. 4.

    Für so was wird Geld ausgegeben und wichtige soziale Projekte werden eingestellt.
    Mir völlig unverständlich wie da entschieden wird.

  13. 3.

    Habe heute noch 1 Schnipsel des damals verteilten Einpack-Stoffs in der Schublade. War eine tolle Aktion, die auch etwas den Spirit der Stadt zum Positiven veränderte. Danke an Christo und Jeanne-Claude.

  14. 2.

    Cool, und wann machen wir noch einmal 1 h das Licht aus, um auf den Umgang mit Ressourcen der Erde aufmerksam zu machen??
    Und befinden wir uns nicht gerade in einer Art Krieg, bei dem auch Energieverschwendung ein Thema ist. Aber wir können gern im Winter wieder bei 19 Grad im Büro sitzen....

    Kunst kann man ja machen, aber auch hier sollte Zeitgeist und Maßhaltigkeit im Auge behalten werden.
    Die Aktion damals war bereits voll daneben, da es auch damals schon Ressourcenverschwendung war.

  15. 1.

    Für diese Aktion werde ich extra in die deutsche Hauptstadt kommen. Vor 30 Jahren bin ich auch schon wegen der damaligen Verhüllung am Reichstag gewesen.

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