Berlinale-Festivaldirektor Dieter Kosslick (Quelle: Imago)
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Sitzung des Berlinale-Aufsichtsrats - Jetzt steht es fest: Kosslick nimmt 2019 seinen Hut

2019 läuft Dieter Kosslicks Vertrag als Chef der Berlinale aus. Doch wird er danach eine neue Führungsposition beim Festival übernehmen? Darüber wurde bis zuletzt gemutmaßt. Jetzt hat Kosslick selbst für Klarheit gesorgt.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick steht nach dem Ende seines Vertrags im Mai 2019 nicht mehr für eine Leitungsfunktion bei den Internationalen Fimfestspielen Berlin zur Verfügung. Das habe Kosslick am Dienstag gegenüber dem Aufsichtsrat bekräftigt, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Dienstagnachmittag mit.

Trennung von Geschäftsführung und künstlerischer Leitung

Zuletzt war spekuliert worden, ob der in die Kritik geratene 69-Jährige in einem neu aufgestellten Berlinale-Führungsgremium künftig wieder eine Position beziehen könnte. Wie von Grütters angekündigt, wird die aus Mitgliedern des Aufsichtsrats bestehende Findungskommission zur fachlichen Beratung Sachverständige aus der Film- und Kulturbranche hinzuziehen. In der Debatte ist unter anderem eine Trennung von Geschäftsführung und künstlerischer Leitung.

Grütters will Experten aus Filmbranche befragen

Bei einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Berlinale hatte Grütters am Montagabend die Verdienste von Kosslick gewürdigt, zugleich aber Gerüchte zurückgewiesen, wonach der langjährige Berlinale-Chef auch nach 2019 noch eine Schlüsselposition beim Berliner Filmfest besetzen soll. "Richtig ist", sagte die Kulturstaatsministerin, "es gibt keinerlei Vorfestlegung auf bestimmte Personen, in welcher künftigen Führungsstruktur auch immer."

Dem Berlinale-Aufsichtsrat werde sie vorschlagen, Experten aus der Filmbranche beratend hinzuzuziehen, erklärte die Kulturstaatsministerin. Sie sollen den Aufsichtsratsmitgliedern
Vorschläge für eine künftige Struktur und die damit verbundenen Personalentscheidungen unterbreiten. Eine Entscheidung über die Nachfolge werde dann im kommenden Jahr getroffen.

Deutsche Filmemacher fordern Neuanfang für Berlinale

Ende November hatten fast 80 deutsche Filmemacher eine Neuausrichtung der Berlinale gefordert und somit indirekt Kritik auch an Kosslick geübt. Es gelte, "das Festival programmatisch zu erneuern und zu entschlacken", heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Regisseurinnen und Regisseure. Zu den Unterzeichnern gehören Fatih Akin, Dominik Graf, Maren Ade, Volker Schlöndorff, Andreas Dresen, Caroline Link, Simon Verhoeven und Rosa von Praunheim.

Grütters hatte am Montag betont, dass der Brief sie in einer unveröffentlichten Variante schon im Mai erreicht habe und sie eine Abordnung der Unterzeichner im September persönlich gesprochen habe. Ihr sei es wichtig, in der Diskussion um die Berlinale "nicht nur die Soll-, sondern auch die Haben-Seite zu betrachten." Das Filmfestival stehe für eine "Weltoffenheit, die gut tut". Dieter Kosslick wurde von Grütters für seine "im besten Sinne des Wortes prägenden Jahre" als Festivaldirektor gelobt: Er habe mit der Einführung des Filmbranchentreffs "European Film Market" und der Nachwuchsförderung "Berlinale Talents" für die Zukunftsfähigkeit des Festivals gesorgt.

Sendung: Abendschau, 05.12.2017, 19.30

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Die Berlinale interessiert International, bis auf Ethno-Kino und Verfolgt-Kino, gar keinen.
    Der Golden Globe, evtl. auch der Oscar ist (sind) das Maß aller Dinge.
    Die Berlinale und der Echo sind nur Versuche internationales Parkett nach Berlin zu bekommen, am Ende scheitern diese Versuche.
    Abgehalfterte Promis oder Problemdarsteller bekommen hier im multikulturellen Berlin eine Medien-Chance.
    Den Berlinern wird das alles aufgezwungen. Der Vorposter hat schon Recht, eine Lobby bezahlt durch Steuergelder!

  2. 2.

    Manchmal sollte man erst nachdenken und dann kommentieren. Das erspart evtl. eine Blamage. Seit Jahrzehnten werden internationale Filme in Berlin gedreht. Seit fast 70 Jahren steht unsere Stadt auch dank der Berlinale weltweit im Focus und hat Prestige und Geld gebracht. Und natürlich gehört die Oberaufsicht über Posten wie "Leitung der Berlinale" in die ministerielle Hand, die auch Filmförderung und allgemein die Förderung der Künste verantwortet. Da erübrigt sich eigentlich die Frage, was das "dem" Steuerzahler kostet...

  3. 1.

    was mich dabei wirklich interessieren würde
    was kostet dem Steuerzahler diese Veranstaltung?
    die Filme haben ja fast alle Steuerzahler durch Subventionen bezahlt, selbst im Ausland.
    Und was genau hat Berlin mit der Entscheidung zu schaffen? Hier werden doch keine Filme gemacht außer der Tatort?

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