Bild: Bazelevs

Undercover-Recherche über den IS - "Profile" gewinnt Panorama Publikums-Preis

Der Spielfilm "Profile" hat auf der Berlinale den Panorama Publikums-Preis gewonnen. Regisseur Bekmambetov hat die Erlebnisse einer Journalistin verfilmt, die undercover Kontakt zum IS aufnimmt. Abgestimmt haben rund 26.000 Berlinale-Besucher.

Die Journalistin Anna Erelles gibt sich im Internet unter falschem Namen als Konvertitin aus. Über ihr neues, gefaktes Facebook-Profil versucht sie, Kontakt zu einem IS-Kämpfer in Syrien aufzunehmen. Über Tage spricht sie online mit dem Mann und erforscht so, wie junge europäische Frauen durch den sogenannten "Islamischen Staat" (IS) rekrutiert werden.

"Profile"-Regisseur Timur BekmambetovBild: Timur Bekmambetov / Bazelevs

Erelles' Tatsachenbericht als Undercover-Journalistin hat der kasachische Regisseur Timur Bekmambetov zu einem Spielfilm verdichtet, den die Mehrheit der Berlinale-Zuschauer offenbar überzeugt hat. Sie ehrten die Gemeinschafts-Produktion der USA, Großbritanniens, Zyperns und der Russischen Föderation mit dem 20. Panorama Publikums-Preis.

Knapp 26.000 Kinobesucher beteiligten sich an der Wahl des Panorama Publikums-Preises, der von Radioeins und dem rbb Fernsehen in Zusammenarbeit mit der Berlinale verliehen wird. Die Preise werden von rbb Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus am Sonntag übergeben.

Flüchtlingsfilm bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet

Platz 2 geht an den Flüchtlingsfilm "Styx" des österreichischen Regisseurs Wolfgang Fischer, der auf der Berlinale bereits mit dem Heiner-Carow-Preis der DEFA-Stiftung ausgezeichnet wurde. In dem Film wird eine selbstbewusste Ärztin (Susanne Wolff) bei einem Segeltörn plötzlich mit dem Schicksal kenternder Flüchtlinge konfrontiert. Sie funkt vergeblich um Hilfe und steht bald vor der Entscheidung, selbst etwas zu tun.

Auf Rang 3 hat es der österreichische Film "L’ Animale" von Katharina Mueckstein geschafft. In ihrem zweiten Spielfilm erzählt Mueckstein von einer nicht leicht erklärbaren jungen Frau vor ihrem "Davongehen". Mati plant nach dem Schulabschluss wie ihre Mutter Tierärztin zu werden und dazu ihren überschaubaren kleinstädtischen Kosmos Richtung Wien zu verlassen. Doch vorerst stellt sich die Frage, ob sie reif ist für diese Zukunft.

Dokumentarfilm über die Folgen der Franco-Diktatur

Der Publikumsliebling unter den Dokumentarfilmen ist "The Silence of Others". Für diese US-spanische Koproduktion sprachen die Filmemacher über einen Zeitraum von sechs Jahren mit Opfern, Angehörigen und Menschenrechtsanwälten über die Gräueltaten der Franco-Diktatur in Spanien und die Folgen des 1977 eingeführte Amnestiegesetzes.

Auf Platz 2 folgt der Dokumentarfilm "Partisan" über die Berliner Volksbühne. Der Film von Lutz Pehnert, Matthias Ehlert, Adama Ulrich ist eine rbb-Koproduktion und erzählt die Geschichte der Castorf-Ära zwischen 1992 und 2017 in Ausschnitten aus den Inszenierungen und Gesprächen auf dem langen Sofa im Foyer. Den dritten Platz macht "O processo" von Maria Augusta Ramos über die Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff im Jahr 2016.

Sendung: Radioeins, 24.02.2018, 13 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

1 Kommentar

  1. 1.

    Jeder Film-, Kinematographie- und Kunstenthusiast hat sicherlich von dem wichtigsten und talentiertesten polnischen Regisseur - Andrzej Wajda gehört. Wir möchten dem Meister, seinem Werk und seinen Inspirationen gedenken, indem wir ein Album, bestehend aus zwei Büchern, und einen Film veröffentlichen. Wir brauchen Unterstützung, um es in einigen verschiedenen Sprachen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Deshalb haben wir unser Projekt auf Crowdfunding Seiten gestellt. Wir hoffen, dass jeder Liebhaber der Kinematografie gerne ein so wunderbares Projekt unterstützt und Teil des Gedenkens an einen der prominenten Regisseure sein möchte.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Regisseur des Films "Gabi" Michael Fetter Nathansky bei der Berlinale-Premiere (Quelle: rbb/Jule Kaden)
rbb/Jule Kaden

Perspektive Deutsches Kino - Mit dem Jungregisseur zur Weltpremiere

Er ist Regie-Student, gerade mal 23 Jahre alt – und: Sein Kurzfilm "Gabi" hat auf der diesjährigen Berlinale die Sektion Perspektive Deutsches Kino eröffnet. Jule Kaden hat den Berlinale-Debütanten Michael Fetter Nathansky am Tag der Weltpremiere seines Films begleitet.