Bild: © Avante Filmes

Schwul-lesbischer Filmpreis - Filme aus und über Südamerika räumen beim Teddy Award ab

Gleich drei Filme zu queeren und Transgender-Themen in Brasilien als Setting haben beim Teddy Award Preise gewonnen. Südamerika ist auch sonst stark vertreten. Der schwul-lesbische Filmpreis wurde zum 32. Mal im Rahmen der Berlinale vergeben.

Mit dem schwul-lesbischen Filmpreis Teddy Award ist am Freitagabend die brasilianische Produktion "Tinta Bruta" als bester Spielfilm ausgezeichnet worden. Die Regisseure Filipe Matzembacher und Marcio Reolon porträtieren darin den jungen Mann Pedro, der sich im Internet für Geld auszieht. Als Pedros Schwester Luiza aus der gemeinsamen Wohnung auszieht und er bemerkt, dass jemand seine Shows imitiert, beginnen die Dinge sich zu verändern.

Der Film spielt in Porto Alegre, im Süden Brasiliens. Er beobachtet junge, queere Menschen auf der Suche nach Nähe, Gemeinschaft und Geborgenheit.

Gala im Haus der Berliner Festspiele

Mit den Teddy Awards werden seit 32 Jahren Berlinale-Filme mit schwul-lesbischem beziehungsweise Transgender-Hintergrund ausgezeichnet. Eine sieben-köpfige Jury hat über die Preisträger entschieden. Die Gala fand im Haus der Berliner Festspiele statt.

Bester Doku-Film über das Leben einer Transfrau

Der Spezialpreis der Jury ging an den ebenfalls in Brasilien spielenden Essayfilm "Obscuro Barocco". Darin vermischen sich Bilder aus der Transgenderszene von Rio de Janeiro mit dem bunten Treiben der Stadt. Die griechische Regisseurin Evangelia Kranioti folgt den Worten ihrer transidenten Erzähler*in Luana Muniz, Ikone der queeren Subkultur Brasiliens. Der Film spielt zwar in Brasilien ist aber eine französisch-griechische Produktion.

Der in den Augen der Teddy-Jury beste Dokumentarfilm "Bixa Travesty" zeigt das Leben der Transfrau Linn da Quebrada. Die brasilianische Sängerin engagiert sich in São Paulo für sexuelle Minderheiten. Der Film von Claudia Priscilla und Kiko Goifman ist eine brasilianische Produktion.

Leserpreis an einen Wettbewerbsfilm

Der Teddy Leserpreis geht an "Las Herederas (Die Erbinnen)", ein Film der auch im Berlinale-Wettbewerb läuft. Der Film aus Paraguay von Marcelo Martinessi zeigt eine Frau, deren Leben sich sehr langsam ändert, als ihre Lebensgefährtin ins Gefängnis muss. Es ist der erste Wettbewerbsfilm der Berlinale aus Paraguay.

Außerdem ausgezeichnet: "Three Centimetres" von Lara Zeidan als bester Kurzfilm und "Retablo" von Alvaro Delgado Aparacio mit dem Newcomer Award.

Sendung: Inforadio, 23.02.2018, 23.00 Uhr

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