Archivbild - Der Rote Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz. (Quelle: imago/Seeliger)
Bild: imago/Seeliger

#MeToo-Debatte - Schauspielerin fordert schwarzen Berlinale-Teppich

Angesichts der #MeToo-Debatte hat die Berliner Schauspielerin Claudia Eisinger Berlinale-Direktor Dieter Kosslick aufgefordert, den Festivalteppich schwarz einfärben zu lassen und so ein Zeichen gegen sexistische Übergriffe, Diskriminierung und Missbrauch in der Filmbranche zu setzen. Dafür hat Eisinger eine Petition auf der Internetplattform change.org gestartet. Bis zum frühen Montagabend kamen dort rund 6.200 Unterschriften zusammen.

Schauspielerin Claudia Eisinger bei einem Pressetermin zur ZDF-Serie "Zarah - Wilde Jahre". (Quelle: imago/APress)
Claudia Eisinger | Bild: imago/APress

#MeToo-Debatte sichtbar machen

Eisinger, Gewinnerin des Deutschen Schauspielerpreises 2016, will, dass die Filmbranche die Aufmerksamkeit für die Berlinale nutzt, um weiter für die Sichtbarkeit der #MeToo-Debatte zu sorgen. Sie verwies auf Hollywood, wo bei der Verleihung der Golden Globes im Januar zahlreiche Schauspielerinnen ganz in Schwarz gekleidet waren. "Es ist unsere Verantwortung, der Welt zu signalisieren, dass sexueller Missbrauch, Übergriffe und Diskriminierung von Frauen nicht länger ungesehen bleiben - und das nicht nur in unserer Branche", so die Schauspielerin.

Koreanischer Regisseur trotz Gewaltvorwürfen bei Berlinale

Auch von anderer Seite her hat die #MeToo-Debatte die Berlinale erreicht. So ist mit dem Südkoreaner Kim Ki-duk ein Regisseur zur Berlinale eingeladen worden, dem eine Schauspielerin sexuelle Nötigung vorgeworfen hatte. Der Regisseur habe sie bei den Dreharbeiten zu seinem Film "Moebius" 2013 mit Gewalt zu nicht im Drehbuch enthaltenen Sex- und Nacktszenen gezwungen, sagte die Schauspielerin.

Festivaldirektor Kosslick betonte, ein koreanisches Gericht habe den Vorwurf im vergangenen Jahr mangels Beweisen zurückgewiesen. Deshalb habe die Sektion Panorama sich entschieden, nicht in eine Vorverurteilung zu gehen, sondern Kim Ki-duks aktuellen Film "Human, Space, Time and Human" zu zeigen. Andere Filme hat Kosslick nach eigenen Angaben wegen laufender Missbrauchsvorwürfe zurückgewiesen. Titel und Namen nannte er nicht.

Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin beginnen am Donnerstag. Zu allen großen Premieren ist vor dem Berlinale Palast der rote Teppich ausgerollt. Am Montag hat der Kartenvorverkauf begonnen.

Sendung: Abendschau, 12.02.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

17 Kommentare

  1. 17.

    Super, wenn Männer Frauen sagen, was sie über Themen wie sexuelle Nötigung, Erniedrigung und Gewalt gegen Frauen zu denken haben. Frauen mit haltlosen Anschuldigungen runterzumachen, die sich für die Opfer solcher Verbrechen einsetzen, ist widerlich.

  2. 15.

    Eine Schauspielerin der zweiten Reihe meldet sich zu Wort. Davon mag jeder halten was er/sie will.

    Prinzipiell erweist sie der Sache aber einen Bärendienst. So wie viele andere. Eine völlig richtige Kampagne, aus den richtigen Gründen gestartet, verkommt mittlerweile zur Profilierungsplattform für Menschen, deren Karriere ins Stocken geraten ist.
    Das furchtbare an dieser Sache ist, dass im vorauseilenden Gehorsam die juristische Unschuldsvermutung über Bord geworfen wurde. Statt dessen werden aufgrund von Behauptungen einfach laufende Verträge gekündigt, ohne Beweise abzuwarten. Kritiker werden medial mundtot gemacht. #metoo hat recht, wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es wird alles übernommen, ohne zu hinterfragen. Das ist schon bei Kachelmann und Türck in die Hose gegangen.

  3. 14.

    Scheint, jetzt drehen Alle frei.

  4. 13.

    Klar Gerd, aber sehen Sie sich vielleicht doch mal die Definition von "Denunziant" an. Da steht was von niederen Beweggründen... oder Sie erkären bitte noch, wo diese hier zu finden sind.

  5. 12.

    Das halte ich für übertrieben. Ist aber ein Denkanstoß wert.Im übrigen sollten die Stars und Sternchen selbst entscheiden ob sie in schwarz z.B. erscheinen oder ein anderes Zeichen setzen. Mann/ Frau könnte ja auch dem Ganzem einfach mal Fernbleiben. Das wäre auch ein Zeichen.

  6. 11.

    Auch Ihnen sei angeraten, sich einfach mal herauszuhalten.Besonders wenn man rein gar nichts zum Thema beizutragen hat. Oder finden Sie es toll,wenn Frauen belästig, gedemütigt und gar vergewaltigt werden? Oder gehören Sie auch dieser Männerriege an,denen es egal ist was mit Frauen passiert?

  7. 10.

    Knappe und sehr präzise Geantwortet.Wenn ich hier die übrigen Kommentare dazu anschaue, stimme ich Ihnen voll zu.
    Besonders unser Kasperle @ Frank meint sich wieder wichtig machen zu müssen mit hohlem Geschwafel. Ich halte diese Debatte für noch lange nicht beendet und das ist auch gut so.

  8. 9.

    Wo kann man denn die Petition finden? Können Sie den Link angeben, bitte? Freundliche Grüße und viel Spaß auf der Berlinale.

  9. 8.

    wer ist denn Claudia Eisinger bitte ? möchte dich diese Dame jetzt bekannt machen ? zu wenig Aufmerksamkeit ? diese Aktionen werden langsam so beliebig und austauschbar ...

    der schlimmste Lump im Land, ist der Denunziant

  10. 6.

    Albern und sehr offensichtlich, wenn man werbeträchtigt auf sich selbst ausgerechnet mit Forderungen an andere aufmerksam machen will. Den Kosslik geht das gar nichts an, was sie will oder was sie tragen will. Sie darf auch gern schwarze Tasche mit einer schwarzen Katze drinn herumtragen. Das Niveau dafür hat sie jetzt erreicht.

  11. 5.

    Das wirksamste Zeichen gegen sexistische Übergriffe, Diskriminierung und Missbrauch in der Filmbranche wäre die Absage der Berlinale.

  12. 4.

    Der Beruf von Schauspielern ist es zu schau spielen. Die Schauspielerinnen wollen mit ihren Vorwürfen nur Kasse machen. Entweder weil ihre Karrieren vorbei sind oder sie bestimmte Regisseure hassen.

  13. 2.

    Wann hört dieser Quatsch und das denunzieren endlich auf? Langsam wird es Langweilig.

  14. 1.

    Eine Betroffenheitsgeste, die gut zum gegenwärtigen #MeToo - Hype passt!! Was kommt als Nächstes? Forderungen nach schwarzen Bikinis und Badeanzügen in Schwimmbäder? Änderung von Facebookprofilbildern?
    Es ist ja so billig, das und Ähnliches zu fordern!! Schade, dass die berechtigte Debatte über ein wichtiges Thema zur Beliebigkeit verkommt!! In zwei Jahren wird man sich müde daran erinnern, genauso wie an die Krankheit, für die erwachsene Menschen sich kübelweise Eiswürfel über die selbstverliebte Birne gekippt haben!
    Wie heißt noch einmal diese schlimme Krankheit und welche Symptome hatte sie..,????????????

Das könnte Sie auch interessieren

Herzoperation am Deutschen Herzzentrum in Berlin (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
dpa/Gambarini

Video | Herzzentrum - Durch Fusion an die Weltspitze

Auf dem Campus am Virchow-Klinikum soll ein neues Herzzentrum geschaffen werden. Charité und das Deutsche Herzzentrum fusionieren, um Berlin einen weltweiten Standortvorteil zu verschaffen. Die Kosten des Neubaus sollen bei 300 Millionen Euro liegen.