Uli M Schueppel auf der 69. Berlinale 2019 (Bild: imago/ K. M. Krause)
Audio: Inforadio | 07.02.2019 | Anke Burmeister | Bild: imago/ K. M. Krause

Filmemacher Uli M Schueppel - "Ich bin der Regisseur vom Berlinale-Trailer"

Vor wirklich jedem Berlinale-Film wird ein Trailer gezeigt. Seit Dieter Kosslick die Filmfestspiele 2002 übernommen hat, ist es derselbe. Gemacht hat ihn der der Autorenfilmer Uli M Schueppel.

Über 400 Filme laufen bei den Berliner Filmfestspielen - zehn Tage lang in tausenden Kinovorstellungen. Und vor jedem Film, egal in welcher Sektion, läuft der Berlinale-Trailer - und das seit inzwischen 18 Jahren.

Mit dem Startschuss für die Ära Kosslick, sollte auch der filmische Festival-Vorspann neuer und schicker werden. Umgesetzt hat diesen Trailer der Autorenfilmer Uli M Schueppel. Der hatte irgendwie mitbekommen, dass dafür jemand gesucht wird. Sein erstes Treffen mit Dieter Kosslick wird er wohl nie vergessen: "Ich habe nur ein paar Kunstfilme gemacht, hatte dann eine Idee, wurde eingeladen. Dieter hatte ich nie vorher getroffen. Es war eine völlig absurde Szene: am Potsdamer Platz, zwischen zwei ganz wichtigen Treffen." Schueppel erzählt, Dieter Kosslick habe sich dann, während er selber seinen Trailervorschlag vorstellte, umgezogen. Alles sei sehr hektisch gewesen. Und doch hat er schließlich den Auftrag bekommen.

Der Berlinale-Trailer - hier für das 59. Filmfest vor zehn Jahren

Explosion aus Sternen

Schueppel macht besondere Filme zwischen Fiktion, Kunst und Dokumentation. Er hat Nick Cave auf einer Tournee begleitet oder die Einstürzenden Neubauten - und eben diesen Berlinale-Trailer konzipiert, dessen Melodie und Optik sicher jedem Berlinale-Gänger geläufig ist. Am Anfang formierten sich Bären zu einer Kugel, einer Art Planet. "Das war für mich dieses neue Team, das sich zusammen entwickelt", erklärt Schueppel. "Das schwebt dann fast psychoartig durch den Raum, dazu kommen polarlichtartige Dinge" - wie die Filme, die eingereicht und gesichtet würden. "In dieser Auflösung, eigentlich der Moment der Berlinale, ist dann diese Explosion aus Sternen, die sich dann wieder in diesem Bären und dem Titel zusammenfindet - wie ein roter Vorhang." Den Sound dazu komponierten Xaver von Treyer und Johannes Koeniger.

Bestes Publikum: Kinder

Der Trailer sollte feierlich sein, sich nicht zu wichtig nehmen, denn er läuft und läuft, vor jedem Festivalfilm: hundert Mal, tausend Mal, jeweils zehn Tage lang und das seit 18 Jahren.

Schueppel, der mittlerweile 17 Filme gedreht hat, zeigt in diesem Jahr im Panorama seinen Film "Der Atem". Das sei schon ein besonderes Gefühl, den eigenen Trailer vor dem eigenen Film zu sehen. "Das fühlt sich gut an", sagt er. Ähnlich toll sei es, wenn der Trailer vor einem Scorsese-Film laufe.

Aber die magischsten Momente seien andere gewesen: Ab dem Zeitpunkt, als sein Sohn vier Jahre alt war, sei er mit ihm in die Generationen-Sektion der Berlinale gegangen. "Das waren immer die erhebendsten Gefühle: für die Kinder war das ein Kurzfilm, die haben applaudiert und geschrien", erzählt Schueppel.

Trailer gibts auch von Godard und Antonioni

"Ich bin der Regisseur vom Trailer", meint er lachend. Dabei laufen seine Filme inzwischen auf Filmfestivals oder wurden schon im New Yorker MoMa gezeigt.

Vor einiger Zeit hat Schueppel erfahren, dass auch andere Filmemacher Trailer gemacht haben. Das sei bei einem Filmfestival in Rotterdam gewesen, das ein Extraprogramm hatte mit Festivaltrailern. "Antonioni, Godard - die haben alle Trailer gemacht. Das war eine Überraschung."

Beitrag von Anke Burmeister

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