Isabel Coixets Drama im Wettbewerb der Berlinale - Kinobetreiber fordern Ausschluss von Netflix-Film

Mehrere Kinobetreiber haben den Ausschluss eines Netflix-Films aus dem Wettbewerb der Berlinale gefordert. Es deute alles darauf hin, dass Isabel Coixets Drama "Elisa y Marcela" nicht regulär ins Kino komme, so die Kritik. "Wir fordern daher, den Beitrag außer Konkurrenz zu zeigen", heißt es in einem Brief an Festivaldirektor Dieter Kosslick und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Bisher hätten rund 160 Kinobetreiber den Aufruf unterschrieben, teilte der Verband "AG Kino - Gilde deutscher Filmkunsttheater" am Montag mit.

Netflix hält die Vertriebsrechte an dem Film "Elisa y Marcela", am Mittwoch soll er auf der Berlinale laufen. In der Vergangenheit hatte Netflix angegeben, dass der Film ins Kino kommen soll - allerdings nach bisherigen Informationen nur in Spanien. Eine Sprecherin des Filmfestivals sagte am Montag: "Unser Stand ist, dass es einen Kinostart in Spanien geben wird."

Streamingdienste produzieren immer mehr eigene Filme. Es gibt aber Debatten, ob sie bei Filmfesten mitmachen sollen. Schon auf dem Filmfest im französischen Cannes gab es Auseinandersetzungen. In Venedig dagegen ging der Netflix-Film "Roma" ins Rennen und gewann den Goldenen Löwen. Die Kinobetreiber fürchten um ihre Geschäfte, weil Filme von Streamingdiensten nicht oder nur kurz ins Kino kommen.

Sendung: Inforadio, 11.02.2019, 15 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Es ist schon erstaunlich, auf was für Ideen die Leute kommen. In einem Filmfestival geht es doch um die Qualität der Filme, und nicht darum, auf welchem technischen Weg die Filme verbreitet werden. Die Kinobetreiber sind hier einem ähnlichen Denkfehler aufgesessen wie es in der Vergangenheit teilweise bei den Rundfunkanstalten der Fall war. Man muss heute den Inhalt vom technischen Verbreitungsweg gedanklich komplett trennen.

    Natürlich ist es schön, sich einen Film auf großer Leinwand im Kino anzusehen. Und natürlich ist es schön, sich die Abendschau pünktlich um 19.30 Uhr im rbb-Fernsehen anzuschauen. Muss man aber nicht. Andere schauen das alles zu einem beliebigen Zeitpunkt auf ihrem Handy. Die Qualität der Inhalte ist aber dieselbe.

  2. 1.

    Bei dem chinesischen Film schreit man Zensur, weil er nicht auf der Berlinale laufen wird, aber man fordert, dass der Film von Netflix nicht gezeigt wird. Alle verückt geworden!

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