Oliver Hirschbiegel, Christian Berkel und Andrea Sawatzki bei der Medienboard Party während der Berlinale 2019 im Hotel The Ritz-Carlton (Quelle: Imago/Frederic Kern)
imago stock&people/Frederic Kern
Video: rbb|24 | 09.02.2019 | Naomi Donath | Material: © It Works! Medien GmbH, Flare Film, gebrueder beetz filmproduktion, HFF München, Filmuniversität Babelsberg, Amerikafilm, dffb | Bild: imago stock&people/Frederic Kern

Filmbranche feiert bei Medienboard-Party - "In der Region herrscht Vollbeschäftigung in der Filmbranche"

Feiern und Kontakte pflegen: Viel Prominenz war am Samstagabend bei der Medienboard-Party im Nobelhotel Ritz-Carlton. Denn mittlerweile hat sich die Region zur ersten Adresse im deutschen Filmgeschäft entwickelt. Trotz Kinokrise: Der Branche geht es gut.

Regisseurin Caroline Link war dabei, Schauspielerin Caroline Herfurth, Paula Beer und viele andere: Über 2000 Gäste kamen am Samstagabend zum Empfang des Medienboards Berlin-Brandenburg ins Ritz Carlton. Die langjährige Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus empfing die allererste Garde der deutschen Filmbranche.

Großes Thema war auch die Situation des deutschen Fims

Wer etwas auf sich hält, kann und darf auf die Party nicht verzichten - nicht zuletzt, weil das Medienboard eine der wichtigsten Stützen der Filmförderung in Deutschland ist. 

Nachdem die Kinozahlen für das Jahr 2018 bundesweit um rund 14 Prozent gesunken waren, gehöre es zu den großen Herausforderungen des deutschen Films, mehr junge Leute ins Kino zu holen, erklärte X-Filme-Produzent Stefan Arndt am Samstagabend. Das Durchschnittsalter der Kinogänger sei einfach zu hoch.

"Ich habe immer versucht, Anspruch und Unterhaltung zusammen zu bringen, und den deutschen Film nicht in zwei Lager zu spalten, also Komödien und Arthouse. Wir müssen beides vereinen. In diese Richtung müssen wir etwas mehr wagen", sagte Regisseurin Caroline Link.

Auf der Berlinale: Sieben Ko-Produktionen des rbb

Ein tätowierter Mann blickt ins Weite (Quelle: Flare Film GmbH)
Flare Film GmbH

Am Mittwoch hatte die Filmförderungsanstalt eine Statistik veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die Kinos 2018 so wenig Tickets verkauft haben wie seit 1992 nicht mehr: Um 105,4 Millionen Menschen sei die Zahl der Kinogänger gesunken. Ein Grund sei, so Kulturstaatsministerin Grütters bereits vor dem Berlinale-Start, auch in der Filmbranche selbst zu finden: "Zur Wahrheit gehört, dass wir 2018 nicht nur viel Sonne, sondern auch wenig zugkräftige Filme hatten." Es brauche Reformen, sagte Grütters und kündigte einen Runden Tisch zur Filmförderung an.

Filmwirtschaft investiert in Serienproduktionen

Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus betonte hingegen auf dem Empfang die gute Beschäftigungslage für Filmschaffende in Berlin und Brandenburg: "Wir haben hier in der Region mehr als Vollbeschäftigung. Das sind etwa 70.000 Arbeitsplätze, auch High-Tech-Arbeitsplätze für Visual Effects. Kinder, die am ganzen Tag nur am Rechner sitzen, die programmieren später vielleicht mal "Babylon Berlin". Denn auch große internationale Serien machen Teile ihrer Produktion in Deutschland.

Zurzeit investiert die Filmwirtschaft verstärkt in Serienproduktionen wie "Babylon Berlin". Von "Goldgräberstimmung" sprach Trystan Pütter, der unter anderem in der Kriminalserie "Parfum" mitspielt. Ähnlich äußerte sich der gebürtige Kreuzberger Kida Khoda Ramadan, der in "4 Blocks" erfolgreich ist.

Erst in dieser Woche gab Niehuus bekannt, dass das Medienboard zum Auftakt der diesjährigen Drehsaison Fördermittel in Höhe von insgesamt 5,6 Millionen Euro bereitstellen werde - für insgesamt 40 Projekte. Unterstützt wird zum Beispiel die Serie "Deutschland 89" - als Fortsetzung von "Deutschland 83" und "Deutschland 86" - mit den Schauspielern Jonas Nay und Maria Schrader. Unter den elf Kinofilmen, deren Produktion gefördert wird, sind "Klassentreffen 2.0" mit Til Schweiger und Jeanette Hain, "Das perfekte Geheimnis" mit Elyas M'Barek und Karoline Herfurth sowie "Cortex" mit Moritz Bleibtreu als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler.

Auch Medienstandorte in Brandenburg profitieren

Das Medienboard hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 15 Jahren fast 400 Filmprojekte mit rund 374 Millionen Euro gefördert.

Nicht nur die Hauptstadt, auch die Filmstandorte in Brandenburg haben in den vergangenen Jahren von der Medienboard-Förderung profitiert. "Die Marke 'Made in Brandenburg' genießt mittlerweile weltweit einen sehr guten Ruf", sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zum Auftakt der Berlinale in dieser Woche.

Besonders erfreulich ist laut Steinbach der Erfolg der Serie "Babylon Berlin", die unter anderem im Studio Babelsberg gedreht wurde. Dabei sei das "Filmland Brandenburg" nicht nur auf die Babelsberger Filmstudios beschränkt: Im vergangenen Jahr seien an mehr als 70 Drehorten in fast allen Regionen Brandenburgs Filme und Serien gedreht worden.

Auf der derzeit laufenden Berlinale ist das Medienboard mit 18 Filmen und Serien vertreten

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Collage von Charlotte Rampling - links: 1967 (Bild: imago), mittig: 1988 (Bild: imago), rechts: 2018 (Bild: imago/Hatim Kaghat)
links/mittig: imago, rechts: imago/Hatim Kaghat

Porträt Charlotte Rampling - Symphonie hinter den Augen

Charlotte Rampling will Grenzen ausloten, ihre verborgenen Seiten entdecken - ohne sich dabei ganz preiszugeben. Die Britin kann mit einem Blick erzählen, wofür andere einen Film brauchen. Nun bekommt sie den Ehrenbären der Berlinale. Von Sebastian Schneider