Programm des Festivals komplett - Hollywood-Kino nicht im Rennen um die Berlinale-Bären

Das Wettbewerbs-Programm der diesjährigen Berlinale ist komplett - das Festival hat die noch fehlenden Filme bekanntgegeben. Drei Filme chinesischer Regisseure sind dabei, auch der deutsche Film ist vertreten. Hollywood dagegen läuft nur außer Konkurrenz.

Der Wettbewerb der diesjährigen Berlinale ist komplett. Das Festival hat am Donnerstag die letzten Wettbewerbsbeiträge vorgestellt. Demnach konkurrieren 17 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, sechs weitere laufen im Wettbewerb außer Konkurrenz.

Neu hinzugekommen sind "Synonymes" von Nadav Lapid und der chinesische Film "Yi miao zhong" von Zhang Yimou. Sieben der Filme seien unter weiblicher Regie entstanden und zehn unter männlicher Regie, teilten die Organisatoren mit.

"Vice" mit Christian Bale läuft außer Konkurrenz

Außerdem laufen sechs weitere Filme außer Konkurrenz, darunter André Téchinés "L'adieu à la nuit" mit Catherine Deneuve und "Vice - der zweite Mann" von Adam McKay. Christian Bale spielt darin den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney, Sam Rockwell Ex-Präsident George W. Bush. Der Film war für sechs Golden Globes nominiert, erhielt aber nur einen: Christian Bale wurde als bester Darsteller ausgezeichnet. "Vice" gilt auch als Anwärter für einige Oscar-Nominierungen. Der Film feiert seine Deutschlandpremiere auf der Berlinale. 

Das Rennen um die Bären läuft damit komplett ohne Hollywood-Filme. Außer Konkurrenz laufen aus den USA ansonsten nur der Dokumentarfilm "Amazing Grace" (Alan Elliott) und eine internationale Co-Produktion mit US-Beteiligung, "The Operative" von Yuval Adler.

Drei deutsche und drei chinesische Regisseure im Wettbewerb

Der deutsche Film ist dagegen im eigentlichen Wettbewerb dreimal vertreten: Fatih Akin zeigt "Der Goldene Handschuh", die Verfilmung des Frauenmörder-Romans von Heinz Strunk, Angela Schanelec konkurriert mit "Ich war zuhause, aber" um die Bären, die Debütantin Nora Fingscheidt mit "Systemsprenger".

Zwei Filme kommen aus China - und zwar jeweils von zweifachen Bärengewinnern:  Wang Xiaoshuai (Silberne Bären 2001 für "Beijing Bicyle" und 2008 für "In Love We Trust") ist dieses Jahr mit "Di jiu tian chang" ("So Long, My Son") vertreten, Zhang Yimou (Goldener Bär 1988 für "Rotes Konrnfeld", Silberner Bär 2003 für "Hero") zeigt im Wettbewerb "Yi miao zhong" ("One Second"). Ein weitere Berlinale-Sieger aus China ist mit einer Produktion der Mongolei im Wettbewerb: Wang Quan'an (Goldener Bär 2007 für "Tuyas Hochzeit", Silberner Bär 2010 für "Apart Together") geht dieses Jahr mit "Öndög" ins Rennen.

Der komplette Berlinale-Wettbewerb 2019

L'adieu à la nuit (Farewell to the Night) von André Téchiné (Frankreich / Deutschland) – Außer Konkurrenz
Amazing Grace realisiert von Alan Elliott (USA) – Dokumentarfilm, außer Konkurrenz
Der Boden unter den Füßen von Marie Kreutzer (Österreich)
Di jiu tian chang (So Long, My Son) von Wang Xiaoshuai (Volksrepublik China)
Elisa y Marcela (Elisa & Marcela) von Isabel Coixet (Spanien)
Der Goldene Handschuh von Fatih Akin (Deutschland / Frankreich)
Gospod postoi, imeto i' e Petrunija (God Exists, Her Name is Petrunya) von Teona Strugar Mitevska (Mazedonien / Belgien / Slowenien / Kroatien / Frankreich)
Grâce à Dieu (By the Grace of God) von François Ozon (Frankreich)
Ich war zuhause, aber von Angela Schanelec (Deutschland / Serbien)
The Kindness of Strangers von Lone Scherfig (Dänemark / Kanada / Schweden / Frankreich) - Eröffnungsfilm
Kız Kardeşler (A Tale of Three Sisters) von Emin Alper (Türkei / Deutschland / Niederlande / Griechenland)
Marighella von Wagner Moura (Brasilien) – Außer Konkurrenz
Mr. Jones von Agnieszka Holland (Polen / Großbritannien / Ukraine)
Öndög von Wang Quan'an (Mongolei)
The Operative (Die Agentin) von Yuval Adler (Deutschland / Israel / Frankreich / USA) – Außer Konkurrenz
La paranza dei bambini (Piranhas) von Claudio Giovannesi (Italien)
Répertoire des villes disparues (Ghost Town Anthology) von Denis Côté (Kanada)
Synonymes (Synonyms) von Nadav Lapid (Frankreich / Deutschland)
Systemsprenger von Nora Fingscheidt (Deutschland)
Ut og stjæle hester (Out Stealing Horses) von Hans Petter Moland (Norwegen / Schweden / Dänemark)
Varda par Agnès (Varda by Agnès) von Agnès Varda (Frankreich) – Dokumentarfilm, außer Konkurrenz
Vice (Vice – der zweite Mann) von Adam McKay (USA) – Außer Konkurenz
Yi miao zhong (One Second) von Zhang Yimou (Volksrepublik China)

Sendung: Abendschau, 17.01.2019, 19.30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Filmfestspiele - seien sie in Berlin, Cannes oder sonstwo - stoßen bei mir als Cineasten stets auf reges und aufrichtiges Desinteresse.
    Statt den Zuschauern Amüsement oder zumindest packende Dramatik zu bieten, werden einem hier "Kunstwerke" vorgesetzt, die so anspruchsvoll und durchgeistigt sind, dass man froh sein muss, wenn einem im Kino nur die Füße einschlafen.
    Auch Deutschland trägt gern Müll auf diese Kippe:
    Ausnahmen nicht mitgerechnet wurden hier seit Edgar-Wallace- und Karl-May-Zeiten hauptsächlich Klamotten, Drittes-Reich- und Gegenwartsaufarbeitungen produziert und selbst die Auswürfe eines Helge Schneider werden von der Filmförderung (also von Steuergeldern) kräftig mitfinanziert.
    Und gerne vergibt man auch gern mal irgendein Prädikat, das aber m. W. niemanden interessiert, oder nötigt Hollywoodproduzenten zur Beschäftigung Deutscher "Stars", sobald mal jemand aus Kostengründen hierzulande dreht.

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