Ulrike Ottinger © Anne Selders

70. Berlinale - Ulrike Ottinger erhält die "Berlinale Kamera 2020"

Die Regisseurin und Künstlerin Ulrike Ottinger wird bei den 70. Internationalen Filmfestspielen mit der "Berlinale Kamera" geehrt. "Als Malerin, Fotografin und Allround-Künstlerin hat sie das Kino immer als eine Kunst verstanden, die durch Begegnung mit anderen Menschen, Objekten, Büchern, Geschichten, Orten und Kulissen entsteht, in denen sich die Realität bemerkbar macht", sagten Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und der Künstlerische Leiter Carlo Chatrian über die Auszeichnung.  

HKW: Paris Calligrammes von Ulrike Ottinger, Künstlerin und Filmemacherin; © Silke Briel/HKW
"Paris Calligrammes" im Haus der Kulturen der Welt | Bild: Silke Briel/HKW

Die Künstlerin beschäftigt sich vor allem mit Film, Malerei, Fotografie sowie Theater. Ihre Werke wurden auf zahlreichen internationalen Festivals und Ausstellungen gezeigt, etwa im Museum of Modern Art in New York, bei der Biennale di Venezia, der Documenta und der Berlin Biennale.

Seit den 1970er-Jahren gehört Ottinger zu den bedeutendsten deutschen Filmemacherinnen. 25 Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme hat sie bislang gedreht. Sie wurde unter anderem mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet und erhielt 2011 den Hannah-Höch-Preis der Stadt Berlin für ein hervorragendes künstlerisches Lebenswerk. Dieses beinhaltet neben Film- auch Theaterregie, Malerei und Fotografie. 

Zahlreiche Dokumentarfilme

Ulrike Ottinger wurde 1942 als Ulrike Weinberg in Konstanz geboren. Sie arbeitete zunächst als freie Künstlerin in Paris, später zog sie nach Berlin, wo sie bis heute lebt. Ab 1979 realisierte sie ihre "Berlin Trilogie": "Bildnis einer Trinkerin", "Freak Orlando" und "Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse". Es folgte eine Reihe langer Dokumentarfilme wie "China. Die Künste – Der Alltag" und "Taiga", die auf Reisen durch asiatische Länder entstanden. In ihrem bisher längsten Dokumentarfilm, "Chamissos Schatten" von 2016, reist Ulrike Ottinger monatelang auf den Spuren Adelbert von Chamissos durch das Beringmeer. 

Ihr aktuelle Dokumentarfilm "Paris Calligrammes" sei "eine originelle und wunderschöne Autobiografie und eine Zeitreise", so die Festivalleitung. Die Weltpremiere ihres aktuellen Dokumentarfilms "Paris Calligrammes" erfolgt im Rahmen des Berlinale Special am Anschluss an die Verleihung der "Berlinale Kamera". 

Die Preisverleihung findet am Samstag, den 22. Februar, um 16 Uhr im Haus der Berlinaler Festspiele statt. Die "Berlinale Kamera" besteht aus 128 Einzelteilen und ist einer realen Filmkamera nachempfunden. 

Sendung: rbbKultur, 28.01.2020, 13:00 Uhr

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