Der Russe Ilya Khrzhanovskiy, Regisseur von DAU. Natasha (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
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Berlinale | Wettbewerb - DAU-Regisseur weist Missbrauchsvorwürfe zurück

Der Regisseur des umstrittenen DAU-Projektes, Ilya Khrzhanovskiy, hat die Authentizität seines Berlinale-Beitrags betont - und zugleich Missbrauchsvorwürfe im Zusammenhang mit den Dreharbeiten zurückgewiesen.

"Alle Gefühle sind real, aber die Umstände sind nicht real, in denen diese Gefühle entstanden sind", sagte der russische Regisseur am Mittwoch in Berlin zur Präsentation des Wettbewerbsfilmes "DAU. Natasha".

"Das ist ein Projekt darüber, wie Menschen sich bewusst beschlossen haben, sich auf eine schwierige emotionale Reise zu begeben", so Khrzhanovskiy.

Zu Missbrauchsvorwürfen sagte Khrzhanovskiy, diese seien alle anonym erhoben worden. Verschwiegenheitserklärungen hätten sich nur auf die Arbeit im Projekt bezogen. Er kündigte an, bis Ende des Jahres solle sämtliches Material des Projektes online stehen.

Moskau hat Aufführung verboten

Der Film von Khrzhanovskiy und Jekaterina Oertel ist Teil des seit 2006 laufenden Kunstprojektes über totalitäre Systeme und die Beziehungen der Menschen darin zu rekonstruieren. Anhand von Filmen und mit aufwendigen Inszenierungen macht das DAU-Projekt Zuschauer und Besucher mit Leben und Werk des russischen Physik-Nobelpreisträger Lew Landau (1908 - 1968) bekannt und führt sie damit zurück in die Stalin-Ära.

Ende 2018 sollte in diesem Zusammenhang auch eine Mauer in Berlin gebaut werden. Nach Absage des umstrittenen Projekts waren Auszüge und Installationen in Paris zu sehen. Teile des Projekts dürfen in Russland nicht öffentlich gezeigt werden, weil sie laut dortigem Kulturministerium "Pornografie propagieren".

Sendung: rbb24, 26.02.2020, 21.45 Uhr

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