Vom rbb gestiftet - Berlinale-Dokumentarfilmpreis geht an "Irradiated"

Der diesjährige Berlinale Dokumentarfilmpreis geht an den Wettbewerbsbeitrag "Irradiès" (Irradiated) des kambodschanischen Regisseurs Rithy Panh. In der Dokumentation greift Rithy Panh, der den Terror der Roten Khmer überlebte, eigene Erinnerungen wieder auf.

Dabei schafft er Bilder, die den Zuschauerinnen und Zuschauern das Gefühl des zufällig Überlebenden erfahrbar machen sollen. Er bleibt nicht bei seiner eigenen Erfahrung, sondern vergleicht diese mit der von Überlebenden anderer Genozide.

Auf der Berlinale-Pressekonferenz hatte Rithy Panh erklärt, sein Film sei ein "Schrei der Hoffnung und des Leidens". Dass sich Menschen schreckliche Dinge antäten, passiere immer wieder und erinnerte auch an den rechtsextremistischen Anschlag in Hanau kurz vor Festivalbeginn. Er wolle die Kraft des Kinos nutzen, um das Unsagbare zu zeigen.

Der Regisseur des Films "Irradiès" Rithy Panh erhält bei der Berlinale 2020 den Dokumentarfilmpreis. (Quelle: 3sat)
Der Regisseur Rithy Panh bei der Preisverleihung. | Bild: 3sat

Die Auszeichnung wurde 2017 ins Leben gerufen. Der Berlinale Dokumentarfilmpreis ist mit 40.000 Euro dotiert. Er wird in diesem Jahr erstmals vom rbb gestiftet.

Nominiert waren 21 aktuelle Beiträge aus den Sektionen Wettbewerb, Berlinale Special, Encounters, Panorama, Forum, Generation und Perspektive Deutsches Kino.  

Sendung: Inforadio, 29.02.2020, 19:30 Uhr

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