Preisträger Wettbewerb - Goldener Berlinale-Bär geht an rumänischen Film

Katia Pascariu in einer Szene "Babardeala cu buclucsau porno balamuc" (Bad Luck Banging or Loony Porn, undatierte Aufnahme). Der Film von Radu Jude gehört zu den Wettbewerbsfilmen der Berlinale 2021. foto: dpa/microFilm/Berlinale/Silviu Ghetie
Audio: Inforadio | 05.03.2021 | Frauke Gust | Bild: dpa/microFilm/Berlinale/Silviu Ghetie

Mit dem Hauptpreis der Berlinale hat die sechsköpfige Jury am Freitag den rumänischen Film "Bad Luck Banging or Loony Porn" von Radu Jude ausgezeichnet. Zwei deutsche Produktionen wurden mit einem Silbernen Bären geehrt.

Die diesjährigen 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin haben am Freitag die Hauptpreisträger bekannt gegeben. Mit dem Goldenen Bären wurde die rumänische Satire "Bad Luck Banging or Loony Porn" von Radu Jude ausgezeichnet. Der Film "fängt auf der Leinwand den eigentlichen Gehalt, die Quintessenz, Geist und Körper, die Wertvorstellungen und das nackte Fleisch unseres gegenwärtigen Augenblicks ein", heißt es in der Jury-Begründung. Der Goldene Bär für den Besten Film gilt als höchste Auszeichnung der Berlinale.

Auch zwei deutsche Filme wurden geehrt: Über einen Silbernen Bären für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle konnte sich die Berlinerin Maren Eggert freuen. In "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader spielt sie eine Frau, die sich in einem Humanoiden verliebt. Damit schaffe sie "eine unvergessliche Figur, mit der wir uns identifizieren können – was uns dazu bringt, über unsere Gegenwart und unsere Zukunft nachzudenken, über unsere Beziehungen und darüber, was wir wirklich im Leben wollen."

Die Langzeitdoku "Herr Bachmann und seine Klasse" von Maria Speth erhielt den Silbernen Bären Preis der Jury: "Aus der Perspektive der Regisseurin beobachtet ist dieser Lehrer einzigartig: er gestaltet ein System in der Krise – unser europäisches Bildungssystem – um, federt es ab, macht es menschlicher, und diese Menschlichkeit macht es viel wirksamer", so die Begründung.

Die sechsköpfige Internationale Jury verkündete die Gewinnerinnen und Gewinner in Berlin per Livestream. Unter den Wettbewerbsfilmen wurden die Bären in insgesamt acht Kategorien vergeben.

Die Preisträger im Überblick

- Goldener Bär für den Besten Film: "Bad Luck Banging or Loony Porn" von Radu Jude
- Silberner Bär Großer Preis der Jury: "Wheel of Fortune and Fantasy" von Ryusuke Hamaguchi
- Silberner Bär Preis der Jury: "Herr Bachmann und seine Klasse" von Maria Speth
- Silberner Bär für die Beste Regie: Dénes Nagy für "Natural Light"
- Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle: Maren Eggert in "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader
- Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle: Lilla Kizlinger in "Forest - I See You Everywhere" von Bence Fliegauf
- Silberner Bär für das Beste Drehbuch: Hong Sangsoo für "Introduction"
- Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung: "A Cop Movie" von Alonso Ruizpalacios

Rissenbeek: Positive Bilanz

Wegen der Corona-Pandemie fanden die Internationalen Filmfestspiele Berlin in diesem Jahr in einem ersten Teil ausschließlich online für Vertreter der Filmbranche statt. Trotz der coronabedingten Einschränkungen hat die Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek am Freitag im rbb-Inforadio vor der Preisverleihung eine positive Bilanz der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin gezogen. Ihrem Eindruck nach habe die Online-Ausgabe für ein Fachpublikum gut funktioniert. Einige Filme seien auch bereits nach Nordamerika und in andere europäische Länder verkauft worden. Geplant ist, Berlinale-Filme im Juni auch öffentlich in Berlin vor Publikum zu zeigen. Sie setze dabei auf die Open-Air-Kinos, sagte Rissenbeek.

m Rahmen des "Berlinale Summer Special" soll dann auch die offizielle Berlinale-Preisverleihung der Goldenen und Silbernen Bären vor Publikum stattfinden.

Insgesamt gingen in diesem Jahr 15 Wettbewerbsfilme ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Davon kamen vier Beiträge aus Deutschland. Ausgezeichnet wurden auf der 71. Berlinale zudem Filme in drei weiteren Sektionen wie "Berlinale Shorts", "Encounters" und "Generationen".

Der Wettbewerbsbeitrag Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen'' des Georgiers Alexandre Koberidze, eine rbb-Koproduktion, erhielt den FIPRESCI-Filmpreis des Verbands der Internationalen Filmkritik.

And the Winner Is: Die Bären-Preisträger der 71. Berlinale

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