Trotz steigender Corona-Inzidenzen - Berlinale soll mit 2G-plus-Regel als Präsenz-Festival stattfinden

Mi 12.01.22 | 19:02 Uhr
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Internationale Filmfestspiele in Berlin (Quelle: dpa/Michael Kappeler)
Audio: Inforadio | 12.01.2022 | Jürgen Buch | Bild: dpa/Michael Kappeler

Auch wenn die Omikron-Welle zu stark steigenden Inzidenzen führt: Die Berlinale-Leitung plant weiterhin, das Festival im Februar in Präsenz stattfinden zu lassen. Es sollen jedoch strenge Regeln gelten. Außerdem steht der Eröffnungsfilm fest.

Die Berlinale 2022 soll trotz gestiegener Infektionszahlen in Präsenz stattfinden - allerdings mit verschärften Regeln. Das teilte das Festival am Mittwoch mit.

Zutritt sollen demnach nur Menschen haben, die bereits gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen sind. Außerdem brauchen zweifach Geimpfte und Genesene einen tagesaktuellen Corona-Test (2G plus) und einen Mund-Nase-Schutz. Ob auch Geboosterte einen Test vorlegen müssen, werde noch geprüft, sagte Berlinale-Pressesprecherin Frauke Greiner auf Nachfrage von rbb|24.

Das Konzept sehe auch eine grundsätzliche Reduktion der Platzkapazitäten in den Berlinale-Kinos auf 50 Prozent vor, hieß es. Um Besucherströme zu entzerren, soll der "Publikumstag" auf vier Tage erweitert werden und vom 17. bis 20. Februar Wiederholungsvorführungen in allen Berlinale-Kinos bieten, Tickets kosten 10 Euro. Auf Partys und Empfänge wird bei der Berlinale 2022 verzichtet. Teile des Festivals - etwa die Messe European Film Market - werden ins Internet verlegt.

Millionen Euro Zusatzkosten

Wie am Mittwochabend bekannt wurde, wird die Berlinale den Bund mehr als zehn Millionen Euro zusätzlich kosten. "Wir haben noch keine genauen Zahlen für die zusätzlichen Kosten, weil wir die Einnahmeausfälle durch weniger Tickets, Sponsoren oder Filmmarkt noch nicht komplett übersehen können", sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth am Mittwoch."Wir gehen von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus. Wenn wir damit eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt absichern und ein Zeichen für die Kultur setzen können, dann sind diese Mittel gut angelegt."

Das rund 30 Millionen Euro teure Filmfestival finanziert sich sonst zu einem Drittel aus Zuschüssen und zwei Dritteln aus Einnahmen.

Preisverleihungen vor Publikum

Auf den roten Teppich wird derweil nicht verzichtet, allerdings "in einem reduzierten Format", heißt es in der Mitteilung weiter. Auftritte der Filmteams auf dem Roten Teppich wird es demnach am Berlinale Palast in Anwesenheit der Presse oder in weiteren Premierenkinos geben.

Das Festival startet am 10. Februar im Berlinale-Palast mit der Weltpremiere des Films "Peter von Kant" von Drehbuchautor und Regisseur François Ozon. Der Film mit Denis Menochet, Isabelle Adjani und Hanna Schygulla nimmt am internationalen Wettbewerb teil.

Auch die Preisverleihung des Goldenen Ehrenbären an Isabelle Huppert (15. Februar) und die Vorstellung der European Shooting Stars (14. Februar) sollen in Präsenz stattfinden, ebenso die Preisverleihung mit den Goldenen und Silbernen Bären am Abend des 16. Februar.

"Kultur eine elementare Rolle in der Gesellschaft"

"Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, die durch den unberechenbaren Verlauf der Pandemie entstehen", teilte das Leitungsduo der Berlinale, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian, am Mittwoch mit. "Gleichzeitig meinen wir, dass die Kultur eine so elementare Rolle in der Gesellschaft spielt, dass wir den Aspekt nicht aus den Augen lassen möchten. (...) Mit dem neuen Konzept konzentrieren wir uns ganz auf das Kinoerlebnis und reduzieren die Gruppenbildung."

Kulturstaatsministerin Claudia Roth betonte, mit dem Festival wolle man ein Signal an die gesamte Filmbranche, an die Kinos und Kinogänger und die ganze Kultur setzen. "Wir brauchen das Kino, wir brauchen die Kultur. Natürlich geht das in den heutigen Zeiten nur mit schmerzhaften Einschnitten und mit dauernder Wachsamkeit. Die Pandemielage ist dynamisch und die Berlinale passt sich den Herausforderungen an", betonte Roth. "Wir helfen, wo wir können", fügte sie hinzu.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt. Die nächste Ausgabe soll am 10. Februar in Berlin beginnen. Nach den jüngsten Beschlüssen des Bundes und des Berliner Senats seien die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen nochmals überprüft worden, hieß es weiter. Format und Konzept seien entsprechend der Pandemie verändert worden.

Sendung: Abendschau, 12.01.2021, 19:30 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Und was wollen Sie mir mit diesem Kommentar sagen? Vielleicht haben Sie meinen Kommentar nicht verstanden, von daher schreibe ich es noch einmal aus: Die BERLINALE findet in Kinosälen statt, die vermutlich während der BERLINALE Filme weniger voll sind als während des regulären Betriebs. Man kommt nur mit 2G rein. Parties finden keine statt. Wo genau ist da das Problem? Warum wird sich hier aufgeregt? Ich verstehe es wirklich nicht.

  2. 36.

    Ich finde es gut!! Das Virus wird bleiben, das sollten jetzt endlich alle mal kapieren!! Es gibt jetzt Impfung, und deshalb kann man jetzt mit dem Virus leben!!

    Und die Leute die so Angst haben, können sich ja für die nächsten Jahre zuhause einsperren!

  3. 35.

    Wie schön, dass das wunderbare Film-Festival nun wieder mit Publikum stattfinden kann…Impfung und Booster sei ebenso gedankt wie der großartigen Kulturstaatsministerin Claudia Roth,der die Kultur wirklich ! am Herzen liegt

  4. 34.

    Mit einem explosiven Anstieg an Infektionszahlen ist aufgrund dieser Veranstaltung sicher kaum zu rechnen.
    Was mich vielmehr ärgert, ist die Filmförderung.
    Also staatliche Zuwendungen, weil kaum jemand deutsche Filme sehen will.
    Wäre da nicht jeder Cent im Sozialwesen besser aufgehoben?

  5. 33.

    Die BERLINALE ist kein Kinobesuch, sondern ein 10tägiger Filmfestival mit Besuchern aus unterschiedlichen Ländern.

  6. 32.

    Hallo Frau Kulturstaatsministerin Claudia Roth, also ich fand die im Sommer stattfindende Berlinale in Openair-Kinos und mit Abstand eine sehr gute Möglichkeit zur Umsetzung der Berlinale. Vielleicht sollte man es dieses Jahr auch wieder so machen oder haben Sie hier von schlechten Erfahrungen zu berichten?

  7. 31.

    Unüberlegt und zeigt immer mehr die Willkür der Entscheidungen.

  8. 30.

    Ich verstehe nicht, dass man sich hier so über die BERLINALE aufregt. Das ist Kino. Kino findet tagtäglich mehrfach in den Berliner Kinos statt. Unter 2G Bedingungen. Wenn bei der Berlinale die Kinos nur zu 50% besetzt sind, sind sie leerer als zu den normalen Vorstellungen, die tagtäglich(!) gezeigt werden. Denn da gilt nur, dass links und rechts zwischen Buchungen je ein Platz frei sein muss und wenn viele Gruppen ins Kino gehen ist der Saal voller als 50%. Parties finden keine statt. Roter Teppich nur für die Presse. So. Und jetzt bitte einmal erklären, worin sich die Berlinale vom normalen Kinoalltag unterscheidet und was sie so wahnsinnig schrecklich macht.

  9. 29.

    Ich frage mich, was eine Selbstbeweihräucherungsveranstaltung während einer Pandemie bewirkt?
    Ich denke, die Leute, die Corona anzweifeln, werden mehr und mehr.

  10. 28.

    Noch ne Veranstaltung, wo ich NICHT hingehe! 1. will ich keine Infektions, mit was auch immer. 2. habe ich keinen Bock auf das Anmelde-Getüdel. Womöglich mit Online-Ticket und Online-/Handy-Pay. Dann eben nicht... und 3. mit Maske da rumrennen, während die "Gleicheren" ohne Maske ihre Huldigungen entgegen nehmen, ne, danke, auch nicht.

  11. 26.

    Was soll das? In die Alte Försterei (wo man an der frischen Luft ist) wo über 22000 Fans rein gehen dürfen nur 3000 Fans mit 2G+ und der Kinosaal soll zur Hälfte gefüllt werden. Was ist das für eine Politik, da muss man sich nicht wundern, dass immer mehr Bürger sich verarscht fühlen.

  12. 25.

    In der nächsten Folge von "Die Politiker haben kein Plan." sehen Sie, wie die Politiker kein Plan haben wieso die Inzidenz steigt anstatt sinkt.

  13. 24.

    Auf Frühjahr oder Sommer verschieben würde ich für sinnvoll halten. Muss das wirklich im Februar sein?

  14. 23.

    Kleiner Zusatz. Es handelt sich dabei um die belgische Station, die konzeptionell anders aufgestellt ist wie die deutsche Neumeyer III.

  15. 22.

    Sehen und gesehen werden für Promis und Filmsternchen hat ja nun nix mit Kultur zu tun. Das ist Promotion und "Business as usual". Wen interessieren da die Folgekosten, wenn für die Veranstalter der Rubel rollt? Und Maskenpflicht und Abstand? Das glaubt doch keine/r.

  16. 21.

    Wenn das so durchgezogen wird, dann ist das eine massive Dummheit der Stadt. Das würde jegliche Grundlage, auf der wir seit langen verzichten und uns einschränken, platt machen.

    Alle oder Keiner! Wer braucht schon die Berlinale! Da fallen mir viele wichtigere Dinge ein. Aber Gottschalk hatte auch ein volles Studio, die Frage ist vermutlich, wer was will und dieses subjektive empfinden in der Bevölkerung beinhaltet viel Konflikt, Wut und Montagsspaziergänge

  17. 20.

    Ich verstehe es nicht. Hier werden wieder viele Menschen auf einander los gelassen - das könnte man auch über streaming organisieren und den Großteil der eingespielten Gelder den Kinos etc zukommen lassen.
    Andere die auch Hygienekonzepte bieten und aber zwingend auf laufende Kundschaft angewiesen sind, müssen wieder schließen....

  18. 19.

    Danke für Ihren Kommentar, Sie haben meine volle Zustimmung. Und die heutigen Mahner zur Corona Pandemie und Beschwörer an die Bevölkerung sich weiter einzuschränken, sitzen im Februar mit in der ersten Reihe.

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