Berlinale-Eröffnung unter Pandemie-Bedingungen - Rote Masken, schwarze Masken, Masken in Metallic Silber

Fr 11.02.22 | 11:23 Uhr | Von Frauke Gust
Regisseur François Ozon (M) sitzt bei der Eröffnungsveranstaltung der 72. Berlinale Internationalen Filmfestspiele. (Quelle: dpa/M. Skolimowska)
Audio: Inforadio | 11.02.2022 | Frauke Gust | Bild: dpa/M. Skolimowska

In die Wahl ihrer Masken haben die Gäste, die zur Berlinale-Eröffnung gekommen sind, vermutlich fast ebenso viel Augenmerk investiert wie auf ihre Abendgarderobe. Standing Ovations gab es aber nicht dafür, sondern für die Ehrengäste: eine Reihe Corona-Helfer. Von Frauke Gust

Die Berlinale rief und trotz der Pandemie kamen sie: Marie Bäumer im schwarzen Samtkleid, Iris Berben ganz in Gold. Doch Partys und Drinks gab es in diesem Jahr keine. Ein bisschen Glamour hingegen schon – und gute Stimmung. Aber ebenfalls unübersehbar und omnipräsent auf der Berlinale-Eröffnung unter Pandemie-Bedingungen: Masken. Und trotz großer Bandbreite - zu sehen waren rote Masken, schwarze Masken und Masken in Metallic Silber - wollte doch keine so richtig zur festlichen Abendkleidung der Gäste passen.

Standing Ovations für Corona-Helfer

Gekommen ist am Eröffnungsabend der Filmfestspiele auch die Politikerin Claudia Roth. Sie hat ihren ersten Auftritt als Kulturstaatsministerin und hält eine kämpferische Rede. Von Corona lasse man sich nicht unterkriegen. "Wir brauchen das Kino, wir brauchen das Film", so Roth. Man setze mit dem Festival ein Zeichen für die Demokratie. Über Stars, die ihr Kommen abgesagt hätten, wollte sie nicht klagen. "Bei der Berlinale war immer der Film der Star". Das sei in diesen Zeiten wichtiger denn je.

Als Roth die Ehrengäste, eine Reihe von Ärzten, Ärztinnen und Pflegenden, begrüßt und sich bei ihnen bedankt, gibt es die ersten Standing Ovations im Saal.

Während es am Roten Teppich ein wenig Durcheinander mit Absperrungen und Zugängen gibt, funktioniert der Ablauf im großen Ganzen – wenn auch ganz anders als sonst. "Sehr ungewohnt", sei das schon, sagt die Schauspielerin Maria Furtwängler. Doch sie habe das Gefühl, die Filmfestspiele hätten ein gutes Hygienekonzept und so freue sie sich, den Film wieder zu feiern und durch ihre Anwesenheit ihre Liebe zum Kino demonstrieren zu können.

Für Heike Makatsch ist die Eröffnung ein wichtiges Signal. "Ich freue mich, hier zu sein. Denn das Kino hat sehr gelitten", sagt die Schauspielerin. Sie sei zuerst unsicher gewesen, ob sie kommen solle, aber "jetzt bin ich hier - und das ist auch gut so", sagt auch die Schaupspielerin Jella Haase.

Blick in den Saal bei der Eröffnungsveranstaltung der 72. Berlinale Internationalen Filmfestspiele. (Quelle: dpa/M. Skolimowska)
Bild: dpa/M. Skolimowska

Filmfans ergattern erste Autogramme

Die Filmfans am Potsdamer Platz freuen sich indes über die ersten Autogramme. Auch wenn sich am Roten Teppich ein Fan beklagt, dass man "an die Leute nicht so gut rankommt". Doch, so der Mann weiter, er sei trotzdem hergekommen, um die Atmosphäre zu genießen. Ein weiterer Autogrammjäger schließt sich an: es gebe nur "ein paar ganz winzige Highlights" für sie.

Unter den prominenten Berlinale-Gästen am Eröffnungsabend waren neben Marie Bäumer, Iris Berben, Heike Makatsch, Maria Furtwängler, Jella Haase immerhin auch Detlev Buck und Kida Ramadan. Außerdem war das Team des Eröffnungsfilms "Peter von Kant" von François Ozon gekommen.

Sendung: Inforadio, 11.02.2022, 08:55 Uhr

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