Drehbuchautor, Regisseur und Produzent - M. Night Shyamalan ist Jury-Präsident der Berlinale 2022

Di 19.10.21 | 15:45 Uhr
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M. Night Shyamalan (Quelle: dpa/Evan Agostini)
Bild: dpa/Evan Agostini

"Mit seinen Filmen schuf er ein Universum, in dem Ängste und Sehnsüchte eng beieinander stehen", sagt Berlinale-Co-Präsident Carlo Chatrian über ihn: Der Regisseur und Autor M. Night Shyamalan wird im Februar der Jury der Berlinale 2022 vorstehen.

Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und damit eine glitzernde Figur des Filmgeschäfts - M. Night Shyamalan wird 2022 die Internationale Jury der Berliner Festspiele leiten. Das teilte die Organisation der Berlinale am Dienstag mit.

Die Einladung der Berlinale sei für ihn eine besondere Auszeichnung, so Shyamalan. "Die Gelegenheit zu erhalten, die besten Talente der Welt zu unterstützen und zu feiern, ist ein Geschenk, das ich sehr gerne annehme", sagte der Regisseur laut Berlinale-Organisation in Reaktion auf die Einladung. Das Festival findet vom 10. bis 20. Februar 2022 in Berlin statt.

Seiner Vision als Filmemacher treu geblieben

Der US-amerikanische Erfolgsregisseur mit südasiatischen Wurzeln hatte 1999 seinen Durchbruch mit dem Psychothriller "The Sixth Sense", in dem Bruce Willis die Hauptrolle spielte. Der Film erzielte das zweithöchste Einspielergebnis des Jahres und erhielt 2000 sechs Oscar-Nominierungen.

"Ich fühle mich glücklich und geehrt, dass M. Night Shyamalan unsere Einladung als Jurypräsident angenommen hat", so Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter der Berlinale. Der Regisseur sei eine einzigartige Figur des US-Filmgeschäfts, ein Filmemacher, der seiner Vision treu geblieben sei.

Mit seinen Filmen habe er ein Universum geschaffen, in dem Ängste und Sehnsüchte eng beieinander stünden, und junge Menschen als Hauptfiguren treibende Kräfte seien, um Ängste zu überwinden, sagte Chatrian.

Shyamalan ermutigt sich und andere Filmemacher zur Unabhängigkeit

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehöre Shyamalan vornehmlich im Genre des Thrillers zu den renommiertesten Namen der Branche. Sein jüngster Horror-Film "Old" kam im vergangenen Sommer in die Kinos.

"Ich habe mich im System von Hollywood immer als unabhängiger Filmemacher gefühlt", sagte Shyamalan anlässlich seiner Ernennung: "Es sind gerade die Dinge in uns, die anders und unorthodox sind, die unsere Stimme charakterisieren. Ich habe versucht, mir dies beizubehalten und auch andere ermutigt, diese Aspekte in ihrer Kunst und ihrem Selbst zu bewahren."

Neben seinem filmischen Werk fördert Shyamalan laut Berlinale seit 20 Jahren mit seiner Stiftung "The M. Night Shyamalan Foundation" Graswurzel-Bewegungen bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit.

Nach einem Jahr Pause wieder eine Jury mit Vorsitz

Shyamalan drehte etwa auch die Spielfilme "Unbreakable - Unzerbrechlich", "Signs - Zeichen" und "The Village - Das Dorf". Mit dem Horrorfilm "The Visit - Der Besuch" habe er beschlossen, seine Filme fortan selbst zu finanzieren, um seine künstlerischen Visionen zu verwirklichen, schrieb die Berlinale. Mit der Serie "Wayward Pines" arbeitet er auch fürs Fernsehen.

Bei der Berlinale gibt es verschiedene Jurys - die sogenannte "Internationale Jury" gilt als wichtigste. 2020 hatte Schauspieler Jeremy Irons den Vorsitz übernommen. In diesem Jahr wurde auf einen Jurypräsidenten oder eine Jurypräsidentin verzichtet. Stattdessen bildeten mehrere Filmschaffende, deren Filme selbst schon einmal Goldene Bären gewonnen hatten, das Gremium.

Wegen der Pandemie fielen die Filmfestspiele in diesem Jahr anders aus als üblich: Zunächst hatten Fachleute im März Filme nur online geschaut - erst im Sommer gab es Filmvorführungen fürs Publikum. Das soll im nächsten Jahr wieder anders sein. Dann sollen von Anfang an Filme auf der Leinwand gezeigt werden. Weitere Infos etwa zum Ticketverkauf sollen im November bekanntgegeben werden.

Sendung: Inforadio, 19.10.2021, 13 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Sehr eigenwillige Entscheidung. Aber ich bin immer offen für Überraschungen und nur weil die Filme von ihm immer schlechter wurden, heißt es ja nicht das er diesem Posten nicht gerecht wird.

  2. 4.

    Stimme Ihnen zu. Es gibt wohl keinen, der immer nur beste Filme gemacht hat. Es gibt aber welche, die m.M. nach nahe rankommen (z.B. Scorcese, Tarantino, Leone..) Ist aber natürlich Geschmackssache. Den Vergleich Boll/N. Shyamalan finde ich auch gewagt.

  3. 3.

    Der Vergleich hinkt. Obwohl einige seiner Filme nicht gut waren, so hat er doch ziemliche Meisterwerke geschaffen, z. B. The Sixth Sense oder Unbreakable. Welcher Regisseur ist denn kontinuierlich genial?

  4. 2.

    Das ist eine Wendung, die ich so gar nicht erwartet hatte.

  5. 1.

    Oh Gott, war Uwe Boll nicht verfügbar?

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