Gestiftet vom rbb - Dokumentarfilmpreis der Berlinale für "Myanmar Diaries"

Mi 16.02.22 | 19:38 Uhr
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Myanmar Diaries © The Myanmar Film Collective
The Myanmar Film Collective
Audio: rbbKultur | 14.02.2022 | Christine Deggau | Bild: The Myanmar Film Collective Download (mp3, 7 MB)

Der diesjährige Dokumentarfilmpreis der Berlinale geht an "Myanmar Diaries". Dies hat die dreiköpfige Jury, bestehend aus der deutschen Kamerafrau Susanne Schüle, der libanesischen Sounddesignerin und Filmemacherin Rana Eid sowie dem Filmemacher Wang Bing aus der Volksrepublik China entschieden. Der Preis wurde in Abwesenheit der Filmemacher:innen verliehen.

In "Myanmar Diaries" dokumentiert ein anonymes Kollektiv von zehn jungen burmesischen Filmschaffenden den Alltag in der Diktatur und den Aufstand in Myanmar gegen den Militärputsch im Jahr 2021.

Schonungslos und doch künstlerisch

Der 70minütige Langfilm zeigt Protest und Widerstand aus der Perspektive der Bevölkerung. Die Filmschaffenden verknüpfen dokumentarisches Material – von Demos und Verhaftungen – mit beeindruckenden Kurzfilmen. Diese zeigen etwa Menschen, deren Familien von der Junta durch Verhaftungen oder Ermordungen auseinander gerissen werden.

"Mutige Menschen haben die Ereignisse aufgezeichnet. Trotz der schonungslosen Darstellung der Gewalt, entwickelt der herausragende Film seine eigene künstlerische Poesie", so die Begründung der Jury.

Insgesamt 18 Produktionen aus den Sektionen Berlinale Special, Encounters, Panorama, Forum und Generation haben in diesem Jahr um die renommierte Auszeichnung konkurriert.

Der Dokumentarfilmpreis der Berlinale ist mit einem Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro dotiert, das vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gestiftet wird. Das Preisgeld teilen sich Regisseur und Produzent des Preisträgerfilms.

Seit Langem engagieren sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin für die Vielfalt der dokumentarischen Formen. Eine spezielle Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm wurde 2017 ins Leben gerufen. Der Dokumentarfilmpreis 2021 wurde im Rahmen der Sommer-Berlinale verliehen und ging an die französische Produktion "Nous" von Alice Diop über Paris und seine Außenbezirke.

"Myanmar Diaries" läuft in der Sektion Panorama der Berlinale. Zu sehen ist er am Donnerstag, 17.02. um 17:30 Uhr im CinemaxX 4 und am Sonntag, 20.2. um 14 Uhr im CinemaxX 3.

Sendung: Berlinale-Studio, 16.02.2022, 22:15 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Myanmar scheint etwas aus dem Fokus geraten zu sein und das trotz der grausamen Unterdrückung der Bevölkerung.
    Der Info-Radio-Beitrag vom Sommer 2021 dazu war verstörend. Zumindest über Afghanistan wird noch berichtet, wobei die Beiden wohl nur Einzelne von vielen Fällen sind.

  2. 2.

    Lieber Olaf,

    guter Hinweis, danke. Wir haben das Bild durch ein anderes aus dem Film ersetzt.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

  3. 1.

    Lieber RBB,
    als Vater, der davor warnt sich eine Plastiktüte über den Kopf zu stülpen, bin ich von dem Artikelbild verstört.
    Hätte es nicht auch andere weniger kindswohlgefährdende Bilder gegeben?
    Mit freundlichen Grüßen

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