Panorama-Publikumspreise - Zuschauer küren kasachischen Film "Baqyt" zum Publikumsliebling

Sa 19.02.22 | 13:06 Uhr
Audio: Inforadio | 19.02.2022 | Katja Weber

Die Panorama-Publikumspreise der diesjährigen Berlinale gehen überwiegend an politische Spielfilme. Den meisten Zuspruch erhielt das kasachische Drama "Baqyt" über häusliche Gewalt. Auch eine Doku über die Musik türkischer Arbeitsmigranten wurde ausgezeichnet.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer der diesjährigen Berlinale haben politische Spielfilme zum Publikumsliebling erklärt. Das hat das Festival am Samstag bekannt gegeben.

Platz eins belegt der kasachische Film "Baqyit" (Happiness) von Askar Uzabayev. Eine Frau arbeitet als Influencenerin für eine kosmetische Produktlinie "Happyness", die Frauen schön und glücklich machen soll. Doch seit Jahren erträgt sie den Terror ihres Mannes. MIt ruhigen Bildern erzählt der Film von häuslicher Gewalt gegen Frauen in der kasachischen Gesellschaft.

In "Klondike" verwebt die ukranische Regisseurin Maryna Er Gorbach persönliche und politische Geschichten im russisch-ukrainischen Grenzgebiet, im Sommer 2014. Das sensible Familiendrama vor dem Hintergrund eines militärischen Konflikts belegt Platz zwei in der Publikumsgunst.

Der brasilianischen Produktion "Fogaréu" von Flávia Neves gehört der dritte Platz. In ihrem surreal-fantastischen Debüt verknüpft Flávia Neves autobiografische Nachforschungen nach der eigenen Herkunft mit der kolonialen Vergangenheit des Landes.

Die Musik türkischer Arbeitsmigranten erhält Publikumspreis für Dokumentarfilme

Die drei Panorama-Publikumspreise für Dokumentarfilm sind ebenfalls verliehen worden. Auf den ersten Platz findet sich "Aşk, Mark ve Ölüm" (Liebe, D-Mark und Tod) von Cem Kaya. Der in Schweinfurth geborene Regisseur mit türkischen Wurzeln thematisiert darin die Musik, die Arbeitsmigranten seit der 1960er-Jahren nach Deutschland gebracht haben. "Aşk, Mark ve Ölüm" ist eine von insgesamt acht rbb-Koproduktionen auf der diesjährigen Berlinale.

Nicolò Bassettis Film "Nel mio nome" (Into My Name) belegt den zweiten Platz. Der italienische Regisseur gibt darin vier trans Menschen Raum, ihre Geschichten zu erzählen und zeigt die gesellschaflichen Hürden, denen sie begegnen.

Auf Platz drei finden sich die "Myanmar Dairies". Darin dokumentiert ein anonym bleibendes burmesisches Künstlerkollektiv die brutale Unterdrückung durch die Militärjunta in ihrem Land. "Myanmar Dairies" wurden am Mittwoch bereits mit dem Berlinale Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet, den der rbb stiftet.

Für den Panorama Publikums-Preis können alle Besucherinnen und Besucher der Berlinale mittels Stimmzetteln in der Sektion Panorama votieren. Der Preis wird seit 1999 verliehen und gemeinsam von Radioeins (rbb), dem rbb Fernsehen und dem Panorama vergeben.

Sendung: Inforadio, 19.02.2022, 13:05 Uhr

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