Im Vergleich zu Jahren vor der Pandemie - Berlinale verkauft nur halb so viele Tickets - und zieht dennoch positives Fazit

So 20.02.22 | 13:11 Uhr
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Am heutigen Sonntag heißt es zum letzten mal 'Vorhang auf' in den Berlinalekinos. Die Entscheidung für ein Präsenzfestival war umstritten. Doch die Resonanz des Publikums sei hoch gewesen, resümiert Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek.

Zum Abschluss der Berlinale hat Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek ein positives Fazit gezogen.

Die Resonanz beim Publikum sei sehr groß gewesen, teilte sie am Sonntag mit. Die Menschen hätten Sehnsucht nach dem Kino und dem gemeinschaftlichen Erlebnis gehabt. Auch die Filmteams hätten durchweg bestätigt, wie sehr sie die Berlinale in Präsenz schätzten.

Die Entscheidung des Leitungsduos Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, die Berlinale als Präsenzfestival in Zeiten hoher Inzidenzen zu veranstalten - wenn auch mit veränderten Abläufen und unter strengen Hygienebedingungen - war teils heftig kritisiert worden.

Es habe sie gefreut, dass das Festival auch unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie erfolgreich mit Publikum habe stattfinden können, so Rissenbeek weiter. Dabei galten besondere Regeln: Die Kinos durften nur halb besetzt werden. Zutritt hatten nur Menschen, die bereits gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen waren. Wer noch keine Auffrischungsimpfung bekommen hatte, brauchte auch einen negativen Test.

Weniger Filme, mehr Publikumstage

Um Besucherströme zu entzerren, hatte das Festival das Programm deutlich ausgedünnt und die Publikumstage verlängert. 256 Lang- und Kurzfilme, sind rund 25 Prozent weniger als 2020, liefen aus der diesjährigen Berlinale. Die Bärenpreisverleihung war auf den Mittwoch vorgezogen worden, sodass das Publikum noch an vier weiteren Tagen - anstatt dem üblichen Publikumstag am Sonntag - ins Kino gehen konnte.

Bis Ende der Woche seien rund 140.000 Tickets verkauft worden, teilte eine Festivalsprecherin mit. In Vorpandemiejahren beliefen sich die Verkaufszahlen auf über 300.000 verkaufte Kinokarten, also doppelt so viele.

Vom 10. bis 16 Februar seien rund 11.000 Corona-Tests an den Teststationen der Berlinale für Journalisten und Fachbesucher am Potsdamer Platz gemacht worden. In 128 Fällen habe es ein positives Testergebnis gegeben. Abschließende Zahlen sollen im Laufe der nächsten Woche vorliegen.

Bis Sonntagabend sind noch Kinovorführungen geplant.

And the Winner Is: Die Preisträger der 72. Berlinale

Sendung: rbb 88.8, 20.02.2022, 11:00 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Also es hätten sicher mehr Tickets verkauft werden können, wenn die technischen Probleme beim Buchen nicht dauernd aufgetreten wären. Ich hätte nicht so viele Tickets gebucht ohne die sehr nette und unbürokratische Hilfe der Mitarbeiter im Arsenal-Kino. Mal funktionierte der Kauf über eventim, mal nicht... ärgerlich für alle, denn Abendkasse gabs nicht (was einerseits verständlich ist, aber für alle bei denen eine Homepage mal nicht geht sehr sehr schade).

  2. 1.

    Gute Miene zu bösem... Desaster. Für mich seit je her nur eine Selbstbeweihräucherungsveranstaltung mit Einschlag zu Gratulationen für political correctness.
    Irgendeine Preisverleihungsveranstaltung habe ich noch im Kopf, wo die Regeln nachher geändert wurden, weil jemand mit Verkaufszahlen (also Markterfolg, Konsumentenbeliebtheit) gewann, der nicht in die politische Landschaft passte. Damit haben solche Preise für mich jede Glaubwürdigkeit verloren.

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