Filmstill Berlinale 2020 "Walchensee Forever" Regie: Janna Ji Wonders © Flare Film
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Berlinale 2020 - Berlinale Notizen

Teddy Award für "Futur drei" und für Dokumentarfilm "If it were love" +++ Dokumentarfilm "Walchensee forever" - das Langfilm-Debüt von Janna Ji Wonders +++ Wettbewerbspremiere des Dokumentarfilms "Irradiés" (Irradiated) vom kambodschanischen Filmemacher Rithy Panh +++

TEDDY AWARD

In diesem Jahr geht der queere Filmpreis an "Futur drei" von Faraz Shariat. Der Film über Parvis, einen offen schwul lebenden Deutsch-Iraner, der in einer Flüchtlingseinrichtung Sozialstunden ableisten muss und sich dort in Amon verliebt. Der Film über ein postmigrantisches Lebensgefühl ist im Hildesheimer Filmkollektiv "Jünglinge" enstanden.

Der Teddy Award für den besten queeren Dokumentarfilm der Berlinale geht an "If it were love". Der Film ist bei der Entstehung des Rave-Tanzsstücks Crowd dabei, das 2018 auch an der Berliner Volksbühne zu sehen war. 15 Menschen in einer Choreografie voll geballter queerer sexueller Energie, physisch und emotional. 

"Walchensee forever"

Das Langfilm-Debüt von Janna Ji Wonders - Absolventin der Filmhochschule München - ist ein Film über ein ganzes Jahrhundert - angefangen bei Jannas Uroma, die ein Ausflugslokal am bayrischen Walchensee führte, das es noch heute gibt, das ihre Oma weiterführte, aus dem Jannas Mutter und Tante ausbrachen und als Hippies durch die Welt zogen. Ein Film aus einem wahren Schatz an Archivmaterial, das Janna Ji Wonders auf dem Speicher des Cafés gefunden hat. Ab Herbst ist er in unseren Kinos zu sehen.

Irradiés (Irradiated)

Die letzte Premiere im Wettbewerb dieser Berlinale feiert den kambodschanischen Dokumentarfilmer Rithy Panh und sein Team. Und dieser Film sticht heraus, er ist nicht nur der einzige Dokumentarfilm im Wettbewerb, auch seine Form ist ungewöhnlich. Die dreigeteilte Leinwand erinnert an die Dreiteilung eines Altars. Darauf zeigt Regisseur Rithy Panh Bilder der Genozide und Tragödien des vorgehenden Jahrhunderts und unserer Zeit. 

Rithy Panh und seine Familie haben selbst den Terror der roten Khmer überlebt. "Irradiated" (deutsch: bestrahlt) zeigt was Menschen Menschen antuen können. Ein Film, der nachhallt.

Beitrag von Susanne Bruha

Berlinale 2020 - Berlinale Studio (6/6)

Film des Tages: "There is no Evil" +++ Gast im Studio: Schauspielerin Maryam Zaree  +++ Berlinale Notizen +++ "DAU" - ein umstrittenes Kunstporjekt +++ Berlinale Fazit +++ Doku: "Saudi Runaway" +++ Bilder des Tages +++ Moderation: Knut Elstermann

Der Berlinale Bär im Sony-Center am Potsdamer Platz; © Berlinale
Berlinale
3 min

Berlinale 2020 - "DAU" - das umstrittene Mammut-Kunstprojekt

Aus 700 Stunden Drehmaterial hat der russische Regisseur Ilja Khrzhanovskiy 14 Filme und Fernsehserien gemacht. Über drei Jahre lebten Schauspieler, Künstler und Musiker in einer künstlichen Sowjet-Welt, in einer Art "Container" a la Big Brother in der Ukraine. Das Kunstprojekt ist sehr umstritten.

Helen Mirren © Julia Vismann
Julia Vismann
4 min

Berlinale 2020 - Berlinale Geflüster

Julia Vismann, Reporterin für Radioeins, ist die ganze Zeit auf der Berlinale unterwegs. Sie hat viele Filme gesehen und hat viele Begegnungen, auch mit den ganz großen Stars. Was sie am meisten bei dieser Berlinale beeindruckt hat und welcher Film ihr besonders in Erinnerung geblieben ist, erzählte sie Knut Elstermann.

Maryam Zaree, Bild: imago images / Future Image
imago images / Future Image
7 min

Gast im Berlinale Studio - Die Schauspielerin Maryam Zaree

Auf der diesjährigen Berlinale ist Maryam Zaree Mitglied der Amnesty-Jury. Sie wurde 1983 in Teheran (Iran) geboren und wuchs in Frankfurt a.M. auf. Sie studierte an der Filmuniversität Babelsberg Schauspiel. Sie ist dieses Jahr auch in dem Berlinale-Film "Undine" zu sehen. 

Saudi Runaway © Christian Frei Filmproductions
Christian Frei Filmproductions

Berlinale 2020 - Panorama - "Saudi Runaway" von Susanne Regina Meures

Einer von vielen beeindruckenden Dokumentarfilmen bei dieser Berlinale: Ein Film über eine junge Frau aus Saudi Arabien, die vor dem Diktat ihrer Familie und dem repressiven frauenfeindlichen System fliehen will. Mit dem Smartphone filmt sie sich und ihren Alltag in Saudi-Arabien. Wenn Muna in Mekka ein Selfie macht, sieht sie nur Schwarz: ihr Körper, ihr Gesicht sind unsichtbar unter dem Schleier. (Video darf aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden. Anm. d.Red.)